The Falconeer

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The Falconeer Impressionen

Wie ein Vogel im Wind.

Im Zuge unserer Berichterstattung zum Launch der Xbox Series X|S haben wir von einigen Publishern freundlicherweise eine Reihe von Spielen zur Verfügung gestellt bekommen, um die Konsole bestmöglich ausreizen zu können. Spiele, die wir uns im Zuge dessen teilweise nur kurz angesehen haben, erhalten von uns kein vollständiges Review, sondern einen Impressionsbericht, um euch die Eindrücke zu schildern, die wir bei unseren Tests mit der neuen Konsole erhalten haben.

Das Kampf-Flugsimulations-Genre in Videospielen ist für mich recht schwer zu verdauen. Zwar habe ich mich immer wieder mal an die Materie rangetraut und diverse Ace-Combat-Ableger gespielt, aber so richtig warm werde ich damit, auch viele Jahre nach meinen ersten Gehversuchen, einfach nicht. Das habe ich wieder schmerzhaft bei The Falconeer feststellen müssen, welches ich im Zuge des Xbox Series X Reviews testgespielt habe.

The Falconeer ist ein Ein-Mann-Projekt von Tomas Sala, der bereits reichlich Erfahrung mit Videospielentwicklung über die letzten Jahrzehnte gesammelt hat. Nun hat er sich zumindest einen seiner Träume erfüllt und das ein wenig von Fantasy inspirierte Abenteuer auf die Xbox Series X|S gebracht. Sieht man mal vom Soundtrack ab, entstand wirklich alles aus einer Hand und das ist für das, was das Spiel am Ende geworden ist, schon sehr beeindruckend und beneidenswert. Letztendlich kommt es aber drauf an, ob es den Genre-Test auch besteht und überzeugen kann. Denn nur, weil man alleine etwas erschaffen hat, woran viele andere bislang scheiterten, heißt das nicht, dass man unbedingt ein Auge zudrücken muss, wie es viele andere Medien gerne tun.

Aber um was geht’s überhaupt in dem Spiel? Nun, ihr erlebt immer wieder dieselbe Geschichte, die um einen Clinch zwischen verschiedenen Fraktionen handelt, aus verschiedenen Perspektiven – respektive sämtlichen Fraktionen, die eben involviert sind. Als Falconeer fliegt ihr über dem Meeresboden zwischen verschiedenen Stützpunkten hin und her, erledigt Aufgaben, schießt Gegner ab und erledigt auch die ganz großen Widersacher am Himmel. Also das klassische Kampf-Flugsimulations-Spiel halt. Das Problem daran ist, dass das Spiel es schon mal verabsäumt, euch eine gute Einführung zu geben. Das Tutorial möchte euch zwar die Möglichkeiten des Spiels aufzeigen, scheitert aber mit zu kleinen oder unzureichend auf sich aufmerksam machenden Texten daran, dass man, ohne in den Optionen die Tastenbelegung nachzuschlagen, nicht mal die Steuerung kapiert. Und die Steuerung zu verstehen würde ich jetzt schon als essenziell bezeichnen, um ein Spiel überhaupt spielen zu können. Und scheitert man an einer Aufgabe durch eigenes Unvermögen oder dem Umstand, dass man sich erstmal an Steuerung und anderen Gegebenheiten gewöhnen muss, dann heißt es gnadenlos zurück an den Start. Und da ist es völlig egal, ob ihr wenige Sekunden vor Kapitelende seid oder ihr euch noch im Tutorial befindet. Es gibt schlichtweg keine Checkpoints und alles muss wieder von Anfang an wiederholt werden. Könnt ihr euch vorstellen, wie knapp ich davor war, den Controller gegen die Wand zu knallen, als ich zum dritten(!) Mal das Tutorial von vorne beginnen musste? Kurz und knapp: hier fällt das Spiel ohne Diskussion rigoros durch.

Was den Rest des Spiel angeht, so ist es halt ein ganz durchschnittliches Erlebnis, welches den üblichen Formeln folgt, ohne wirklich Innovationen anzubieten – sieht man mal vom einmaligen Stil des Spiels ab. Die Geschichten wiederholen sich mit jedem Durchlauf natürlich, auch wenn sich hier immer wieder eine andere Perspektive bietet. Nur das alleine ist für mich nicht Grund genug, um sich dauerhaft dahinterzuklemmen. Für mich hat’s nicht mal genügt, mich ein einziges Mal bis ans Ende des Spiels zu mühen, da es einfach zu viele Fruststellen gibt, die einen von wahrem Spielspaß abhalten. Das könnte man dem Spiel ja noch verzeihen, wenn es wenigstens Checkpoints geben würde. Aber durch das Fehlen dieser macht das Spiel für mich einfach keinen Spaß. Und als jemand, der auch noch viele andere Spiele rumliegen hat, die schlichtweg besser umgesetzt sind und nur darauf warten, bis man sie in die Konsole einlegt, sehe ich keinen driftigen Grund, noch mehr Zeit und Toleranz in das Spiel zu investieren, um es vielleicht nach vielen Stunden der Pain doch noch zu mögen. Leider hat es The Falconeer im Zuge des Reviews zur Xbox Series X nicht auf meine Favoriten-Liste geschafft und sollte es künftig nicht mit Patches versehen werden, welche das ein oder andere Problem lösen, dann wird es auch keine Liebe auf den zweiten Blick mehr werden. Schade drum.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at