Plants vs. Zombies Schlacht um Neighborville

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Plants vs. Zombies Schlacht um Neighborville Review

Der Fun-Shooter landet nun endlich auch auf der Nintendo Switch.

Die Plants vs. Zombies Franchise hat bereits einige Jahre auf ihrem Rücken. War es anfangs noch ein recht einfach gestricktes Tower-Defense Spiel, welches vor allem die ersten Smartphones und Tablets eroberte, so entwickelte sich die Reihe später zum Shooter-Genre hin. Nachdem ab einem gewissen Zeitpunkt irgendwie alles zu einem Shooter werden musste, war meine Euphorie anfangs nicht wirklich groß – doch auf den zweiten Blick wirkte das Spiel ziemlich interessant und vor allem ulkig. Nach unzähligen Stunden mit dem ersten und zweiten Teil der Garden-Warfare-Reihe, war ich dann regelrecht scharf auf die Fortsetzung, welche bereits 2019 auf den Markt kam. Doch meine Geduld musste noch ein wenig standhalten, um auf die Nintendo-Switch-Version zu warten, welche nun endlich erschienen ist.

Warum ich auf die Nintendo-Switch-Version gewartet habe? Nun, als Familienvater hat sich mein Leben drastisch geändert und ungestörte Abende vor dem großen TV sind zur Rarität geworden. Da lob’ ich mir doch die Nintendo Switch, die ich auch abends im Bett bespielen kann, nachdem der Nachwuchs friedlich eingeschlummert ist. Von friedlich kann hingegen aber keine Rede sein, wenn man die Situation rund um die Pflanzen und Zombies betrachtet. Hier herrscht nach wie vor Krieg, aber auf eine recht lustige Art und Weise. Nachdem Splatoon mittlerweile allen Spielern ein Begriff sein sollte, kann man die beiden Fun-Shooter wohl am besten miteinander vergleichen. Selbst, wenn das Gameplay sich massiv unterscheidet, sind sie doch beide familienfreundlich, mit jeder Menge Humor bespickt und machen einfach Lust auf mehr. Damit das “mehr” auch auf längere Zeit erhalten bleibt, hat PopCap Games für reichlich Inhalt gesorgt. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Multiplayer-Modi, welche nicht nur die üblichen Verdächtigen beinhalten, die man aus anderen Shootern und auch Vorgängern der Garden-Warfare-Reihe kennt, sondern auch eine neue 4-vs-4-Kampf-Arena im Superdome. Dieser Modus wartet mit speziellen Regeln auf euch. Euer Ziel ist es, als erster vier Runden zu gewinnen. Dabei könnt ihr jeden Charakter lediglich einmal pro Partie spielen und es gibt keine Respawns. Wurdet ihr dem Erdboden gleichgemacht, seit ihr nur mehr Zuseher und könnt maximal noch eure Teamkameraden anfeuern. Das sorgt für Abwechslung und spannende Teamzusammenstellungen.

Auch neue Charaktere haben es nach Neighborville geschafft – insgesamt neun an der Zahl, davon vier auf der Seite der Pflanzen und fünf auf der Seite der Zombies. Diese sind auch verschieden genug, um sich vom bereits vorhandenen Roster abzuheben und auch keine “Spiegelungen” der Gegenseite, wenn man so will. Sprich: man muss definitiv alle Charaktere von der Pflanzen- als auch Zombiefraktion spielen, um in den vollständigen Genuss aller Möglichkeiten zu kommen. Aber was erzähl ich euch groß über ein zwei Jahre altes Spiel? Konzentrieren wir uns lieber auf die exklusiven Features der Nintendo-Switch-Version.

Das größte und wohl wichtigste Feature ist, dass ihr sowohl online als auch offline spielen könnt. Für eine Hybrid-Konsole, die nicht an einen TV oder das Internet gebunden ist, von enormer Wichtigkeit. Selbst wenn ihr eine Verbindung zum Internet hättet, könntet ihr sämtliche Offline-Aktivitäten in Angriff nehmen. Dazu steht euch im Story-Modus die gesamte Karte von Neighborville, der Schwindelpark und private Spiele zur Verfügung. Abgesehen von Letzterem spielt ihr klarerweise dann PvE, was aber durch relativ starke Gegner dennoch zur Herausforderung werden kann. Ich hatte mich jedenfalls zu keinem Zeitpunkt übermächtig gefühlt und musste definitiv auf meine Schritte und das richtige Timing meiner Übergriffe achten. Was das Spielen auf der Switch dabei ungemein erleichtert, ist die Unterstützung des Gyrosensors und das damit verbundene Zielen eurer Waffe. Zudem habt ihr jede Menge Einstellungen, wie die Bewegungssteuerung reagieren soll, sodass ihr euer perfektes Erlebnis maßschneidern könnt. Im Handheldmodus steht euch auch die Steuerung per Touchscreen zur Verfügung, um durch Menüs zu navigieren oder Karten zu zoomen. Definitiv ein Plus, sollte das eure bevorzugte Spielweise sein. Auf die Bewegungssteuerung könnt ihr hingegen natürlich auch am TV zurückgreifen.

Zu guter Letzt gibt es noch Rux’ Emporium, in welchem ihr mit verdienten Münzen aus dem Spielverlauf heraus diverse Anpassungsgegenstände für euren Charakter kaufen könnt – sowohl rein optischer Natur, als auch in Bezug auf Verstärkungen. Charakteranpassungen sind ohnehin ein spannendes Thema in Plants vs. Zombies Schlacht um Neighborville, da diese punktebasiert sind und ihr so verschiedene Fähigkeiten, die jeweils unterschiedliche Punkte-Werte haben, nach Belieben kombinieren könnt, solange ihr die Gesamtpunktzahl nicht überschreitet. Rein optisch betrachtet hat die Nintendo-Switch-Version doch einige Einbußen hinnehmen müssen. So erreicht ihr im Handheld-Modus die üblichen 720p, im Dock jedoch lediglich 900p Auflösung mit schwankenden Zahlen bei der Framerate im Bereich von 20-30 Bildern pro Sekunde. Teilweise wirkt das Spiel auch etwas matschig, da die Texturen eine niedrige Auflösung haben. Aber auch mit all dem im Hinterkopf, hatte ich genügend Spaß um zu behaupten, dass es aufgrund dessen keinen merkbaren Einschnitt beim Spielspaß gibt. Ich würde mir dennoch wünschen, dass Electronic Arts die Nintendo Switch ein klein wenig ernster nimmt und in Zukunft nicht nur längst überfällige Ports zügiger bringt, sondern auch die ein oder andere Minute an der Optimierung investiert. Aber hey, immerhin kommen nun Spiele von Electronic Arts überhaupt und noch dazu jene, die keine Mikrotransaktionen mit sich bringen. Also ein erster Schritt in die richtige Richtung.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

The Good

  • Familienfreundlicher und unterhaltsamer Shooter
  • Offline-Modus
  • Komplettes Spiel zum Budget-Preis
  • Bewegungssteuerung

The Bad

  • Performance nicht immer optimal
  • Grafisch manchmal etwas matschig
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at