Need for Speed Hot Pursuit Remastered

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Need for Speed Hot Pursuit Remastered Review

Freie Bahn mit Marzipan.

Relativ überraschend wurde erst wenige Wochen vor der Veröffentlichung von Need for Speed Hot Pursuit Remastered angekündigt, dass wir noch vor dem Einzug des Winters abermals Gummi in diesem Arcade-Racer, der sicherlich zu den besseren Need for Speed Ablegern gehört, verbrennen dürfen. Irgendwie hat keiner danach gefragt und dennoch haben wir nun unseren Spaß damit. Dabei handelt es sich nicht nur um ein simplen Port, sondern tatsächlich um ein Remaster, welches nicht nur optische Verbesserungen mit sich bringt, sondern auch die ein oder andere Neuerung, wie beispielsweise Crossplay über sämtliche Plattformen hinweg. Richtig gehört – man kann sich online mit anderen Spielern in hitzigen Rennen messen oder auch im Karrieremodus um die besten Streckenrekorde kämpfen. Dabei müsst ihr nicht mal einen eigenen Modus besuchen, da dieses Feature nahtlos in den Einzelspielermodus integriert ist. Das erinnert ein wenig an alte Burnout Paradise Zeiten, kommt es doch vom gleichen Entwicklerstudio: Criterion Games. Und immer wieder muss ich wehmütig darauf hinweisen, dass Electronic Arts eines ihrer besten Studios an Need for Speed einfach verschwendet hat. Die Burnout-Reihe war (und ist) in meinen Augen das Nonplusultra, was das Arcade-Racing-Genre betrifft. Da kann Need for Speed einfach nicht mithalten – weder in Bezug auf Ideenvielfalt, Abgedrehtheit und Feeling. Aber dennoch haben die Spiele der Need for Speed Reihe vom Zuwachs von Criterion Games profitiert, denn eigentlich alles, was von ihnen kam, war und ist nach wie vor zu empfehlen.

Need for Speed steht aber hauptsächlich für (Polizei-)Gummibandrennen und das begleitet euch auch wieder in Hot Pursuit Remastered. Es ist wohl das nervigste Feature, das man sich an Rennspielen nur vorstellen kann – vor allem, wenn das Gummiband meist nur in eine (und zwar die falsche) Richtung geht. Dennoch kann man mit guten Streckenkenntnissen und dem nötigen Fortüne schon mal dem Gummibandwahnsinn entfliehen und sich mit der Goldmedaille auf der jeweiligen Strecke rühmen. Diese ist auch bitter notwendig, um im Spiel voranzukommen, welches ohnehin recht einfach gestrickt ist. Ihr habt eine Karte vor euch, auf denen ihr Events eingezeichnet seht. Diese könnt ihr direkt anwählen und habt dazu keine Oberwelt, in der ihr rumfahren müsst. Sämtliche Events sind in unter fünf Minuten schaffbar. Manchmal sind es Zeitrennen, bei denen ihr alleine auf der Strecke seid und so schnell wie möglich ins Ziel müsst und andere Male sind es dann rasante Rennen gegen computergesteuerte Widersacher. Hin und wieder gesellen sich auch Cops hinzu, um vor allem euch das Leben schwer zu machen. Ihr könnt in Hot Pursuit Remastered aber auch auf die andere Seite wechseln und im Cop-Auto sitzend anderen Rasern den Garaus machen. Macht zwar relativ wenig Sinn, aber es ist ja ein Arcade-Racer und da muss nichts so wirklich Sinn ergeben. Es macht allenfalls Spaß und das, obwohl das Spiel keinerlei Einstellmöglichkeiten für eure Autos bietet, außer vielleicht, dass ihr die Lackfarbe ändern könnt. Hier zeigt sich wohl, dass die Essenz des von Hot Pursuit schon damals gut gewählt war und die Zeit überstanden hat. Auch wenn ich das Spiel niemals als Meisterwerk ansehen würde, so ist es faszinierend, wie es einen packt und wie viel Spaß man damit haben kann.

Bei einer Remastered Version eines relativ alten Spiels darf es heutzutage natürlich nicht an sämtlichem DLC fehlen, der dazumal dafür erschienen ist. Was für ein Glück also, dass es dieser in das Package geschafft hat und euch so mehr als 30 neue Herausforderungen bringt. Zudem findet ihr auch alle freischaltbaren Fahrzeuge in eurer Garage wieder, wo ihr diese bestaunen und per erweiterter Farbpalette nach Belieben lackieren könnt. Ansonsten gibt es recht wenig über das Spiel selbst und auch das Remaster zu erzählen, da, wie vormals schon erwähnt, es ein sehr einfach gestricktes Spiel ist, welches sich auf das fokussiert, was es am besten kann: spaßige und hitzige Rennen bieten. Dennoch muss ich an zwei Stellen Kritik üben. Zum einen müsst ihr, solltet ihr euch für die Nintendo Switch Version auf Modul entscheiden, einen Download ausführen, um das Spiel überhaupt spielen zu können. Electronic Arts nutzt absichtlich Module mit zu geringer Speicherkapazität für dieses knapp 8GB große Spiel und möchte so wohl an jeder erdenklichen Ecke sparen und Switch Spieler verärgern, um ihren Investoren endlich die Idee der Switch-Zuneigung ausreden zu können, sollte auf diese Weise genügend negatives Feedback zurückkommen oder sich die Spieler gleich selbst für eine andere Plattform entscheiden. Und zum anderen erfordert das Spiel einen ständigen Online-Zwang für das Autolog, was vor allem bei der Nintendo Switch im Handheld Modus unterwegs wenig begeistert. Abgesehen davon ist Need for Speed Hot Pursuit Remastered definitiv einen Blick wert.


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Need for Speed Hot Pursuit Remastered für Xbox Series X|S und Xbox One
Need for Speed Hot Pursuit Remastered für PlayStation 4
Need for Speed Hot Pursuit Remastered für Nintendo Switch

The Good

  • Spaßige Arcade-Rennen
  • Crossplay
  • Schönes Remaster

The Bad

  • Switch-Verkaufsversion mit verpflichtendem Download
  • Always-Online-Zwang
8

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at