Mass Effect Legendary Edition

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Mass Effect Legendary Edition Review

Die legendäre Trilogie rund um Commander Shepard präsentiert sich in neuem Gewand.

Mass Effect war im Jahre 2001 eines der Spiele, die den Videospielemarkt als Ganzes revolutionieren sollten. Nicht nur was die packende Geschichte betraf, die sich über gleich drei Spiele erstrecken sollte, sondern auch, weil eure Entscheidungen Gespräche unglaublich dynamisch gestalteten und auch Auswirkungen auf den weiteren Spiel- und Geschichtsverlauf hatten – spielübergreifend! Doch ich denke, dass wir nicht über Mass Effect selbst reden müssen – dafür ist die Trilogie rund um Commander Shepard weitgehend bekannt. Wir möchten uns heute lieber der Frage widmen, ob die Legendary Edition ihrem Namen auch gerecht wird und Mass Effect auch heute noch zum Glänzen bringt.

Damit die drei Spiele auch heutzutage optisch überzeugen können, musste ordentlich an der grafischen Repräsentation geschraubt werden. Das sieht man dem ersten Teil auch am meisten an, der mit vielen neuen Texturen, Licht- als auch Soundeffekten punkten kann. Die Charakter- und Levelmodelle sind zwar nach wie vor dieselben (sprich: die Anzahl der Polygone ist gleich geblieben), doch durch den neuen Anstrich wirkt es wesentlich moderner und zeitgemäßer, als die Originalveröffentlichung auf der Xbox 360 oder PlayStation 3. Auch die Bildwiederholrate hat sich bis zu vervierfacht. Auf der Xbox Series X sind 60fps eine Leichtigkeit. Alles darüber schwankt zwar enorm, kann jedoch bis zu 120fps erreichen. Mass Effect hat hier natürlich am meisten profitiert, auch was neue Geometrie in der Landschaft und das Kampfsystem angeht. Letzteres hat man dahingehend angepasst, dass es sich de facto wie Teil 2 und 3 spielt und daher in der Trilogie nun wie aus einem Guss wirkt. Auch geänderte Lichteffekte, Sonneneinstrahlungen oder Schattenwürfe sind nun authentischer und teilweise auch stimmungsvoller, als noch im Original. Nur an ganz wenigen Stellen haben die Änderungen einen negativen Effekt. Beispielsweise kommt die Mimik einiger Charaktere im neuen Licht etwas gruselig rüber. Manchmal sehen einen die Augen des Gegenübers dann auch so an, als würde man einem Psychopathen in die Linsen blicken. Insgesamt hält sich das aber in Grenzen und ist durchaus positiv zu betrachten.

Wie schon erwähnt, wurde vor allem der erste Teil einer umfangreichen Maniküre unterzogen. Die anderen beiden Teile profitieren zwar auch von all dem Erwähnten, können aber nicht ganz so überraschen, wie eben Teil eins. Vor allem der letzte Teil der Trilogie kann kaum mehr nennenswerte Änderungen aufzählen, außer vielleicht hochauflösendere Texturen. Ist jedoch keinesfalls schlimm, da dieser Teil schon damals technisch überlegen war und die Konsolen an ihre Grenzen brachte. Es gibt da jedoch einen Punkt, der einem schnell ins Auge springt und mich etwas zurück auf den Boden der Realität geholt hat: die Animationen – sowohl von Charakteren, als auch deren Gesichter. Hier sieht man am besten, dass die Spiel teilweise schon mehr als ein Jahrzehnt am Rücken haben. Sie wirken einfach altbacken und steif, keinesfalls so, wie man es heutzutage mit Motion-Capture bereits gewohnt ist. Das tut dem Spielspaß freilich keinen Abbruch, wäre aber wohl auch zu viel Aufwand gewesen innerhalb kurzer Zeit für alle drei Spiele zu tauschen. Und vermutlich wäre es auch nicht wirtschaftlich gewesen, neues Motion-Capture für die Remaster alter Spiele zu finanzieren. Vor allem nicht, weil nicht nur die Trilogie, sondern auch noch über 40 Stück der dazugehörigen DLCs in ein preiswertes Paket von rund €60-70 gepackt wurde, welches sich sonst wohl kaum gerechnet hätte. Hier fehlt lediglich der Pinnacle Station DLC, offenbar aufgrund fehlerhaften Source Codes, und der Mehrspielermodus des dritten Teils. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier also definitiv gegeben.

Fazit

Nicht nur als Veteran der Serie, sondern auch als absoluter Neuling, wird man mehr als 100 Stunden an Zeit in die Trilogie stecken können, um gegebenenfalls auch eine Lücke in der persönlichen Videospielgeschichte zu schließen. Die Legendary Edition bringt die Saga in einem zeitgemäßen Gewand auf die aktuellen Konsolen und schnürt ein Paket feinster Unterhaltung zu einem unschlagbaren Preis. Vor allem auf Xbox Series X|S und PlayStation 5 kommen die Spiele bestens zur Geltung und sorgen für wochen-, wenn nicht monatelangen Spielspaß und lassen die Katastrophe Andromeda erfolgreich vergessen. Von uns gibt es einen klaren Daumen nach oben und vielleicht sehen wir demnächst doch noch eine würdige Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte, sollte die Legendary Edition Anklang finden.


Wir bedanken uns beim Publisher für die Bereitstellung eines Testmusters. Bitte beachtet auch unsere Wertungs-Richtlinien, an denen wir uns orientieren.

The Good

  • Die legendäre Trilogie in einem preiswerten Paket
  • Optisch schön aufpoliert
  • Quality of Life Verbesserungen
  • Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

The Bad

  • Animationen technisch mittlerweile leider altbacken
  • Hätte mehr Quality of Life Verbesserungen vertragen können
9

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at