WTF is Miitomo? Unsere Meinungen.

Miitomo. Der Name des ersten Nintendo-Auftritts auf einem Smartphone ist so verwirrend wie die App selbst. Ein Social Network im Mii-Style? Wer braucht das? Wer will das? Einige, wie es scheint. Auch in unserer Redaktion.

Michael

Als Nintendo den Schritt in die App-Welt angekündigt hatte, war ich zugegebenermaßen etwas aufgeregt. Nachdem Miitomo jedoch vorgestellt wurde, verpuffte das Feuer in mir so schnell, wie es gekommen war. Nun, da ich die App einige Tage ausprobiert habe, muss ich aber sagen, dass es doch ein recht netter Einstieg für Nintendo in ihre neue Umgebung ist. Klar, einen tieferen Sinn hat Miitomo nicht, aber ich kommuniziere plötzlich mit Leuten, die ich nicht mal im Traum auf Facebook oder per SMS anschreiben würde. Die App orientiert sich eher daran, dass sich Leute besser kennenlernen. Man beantwortet verschiedene Fragen mehr oder weniger seriös und reagiert darauf mit Herzen oder einem Kommentar. Ulkige Fotos lockern das Ganze noch weiter auf und setzen das eigens kreierte und stilbewusst gekleidete Mii pompös in Szene. Miitomo soll Spaß machen und irgendwie tut es das auch. Zwar ist die Performance der App eine Katastrophe, euer Akku in kürzester Zeit vor dem K.O., die Benachrichtigungen funktionieren nicht oder nur stundenlang verspätet und der „Neu“-Reiter zeigt irgendwas an, aber hier wird Nintendo sicherlich noch nachbessern. Braucht man diese App nun also? Nein, aber was braucht man schon im Leben?

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Ich bin mir nicht sicher, was Nintendo uns da vorsetzt. Auf einmal war auf Twitter und Facebook immer wieder eine dieser nicht wirklich hübschen Figuren zu sehen. Auf Flugzeugen, in einem Sternenregen oder im Fitnessstudio. Tatsächlich habe ich einige Male überlegt, auch etwas in dieser Richtung zu posten – aber wozu? Ein Selfie ohne mein Gesicht zu sehen? Vielleicht ist es einfach Kunst – abstrakt. Offenbar mit Menschen, die Geduld haben – die Ladezeiten: ein Witz. Die App fragt mich: „Wie baust du Stress ab?“ „Was ist dein Leibgericht.“ Ich beantworte die Fragen, aber noch sieht sie keiner. Ich kann Freunde hinzufügen – via Direkt, via FB oder Twitter. Aber ich bin auf die Bilder nicht stolz. Die Antworten langweilen sogar mich selbst.

Die Downloadzahlen waren für ein Erstlingswerk ok – geschätzte 3 Mio. Downloads – in den USA war sogar kurz Platz 1 in den App-Charts möglich. Der Absturz kam aber schnell. Ich sehe nach zwei Wochen kaum noch Miis durch’s WWW fliegen. Den Downloads folgten offenbar viele De-installs.

Nintendo stand mal für Kreativität und Liebe zum Detail. Miitomo spiegelt all diese Dinge nicht. Ich hoffe, die weiteren Mobile-Schritte von Nintendo sind besser überlegt. Minigames von ihren „großen“ Games, wo man zB ingame Dinge freischalten kann. Eine Social-App, wie es schon 100 andere (und bessere) gibt, sollte nicht Nintendos Ziel sein.

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.

  • Marshel

    Ich habe mir die App noch nicht heruntergeladen… aber was ich bisher so gesehen und gehört habe und was ihr mir hier so erzählt, dann halte ich das für mich für vollig sinnlos mir da überhaupt die Mühe zu machen^^

    • Ganz so sinnlos ist sie nicht: du kannst My Nintendo Punkte sammeln und die gegen Spiele und Gutscheine im eShop eintauschen. Also ein ganz netter Bonus 🙂 //mp