Wir sind Battleborn!

Das Internet hat manchmal eigene Regeln. Während das Team rund um Gearbox Software mit Battleborn einen MOBA-Shooter rausknallt, dreht sich stattdessen alles nur noch um Blizzard’s Overwatch. Aber haben die beiden Spiele überhaupt etwas gemeinsam?

Der Vergleich zwischen Battleborn und Overwatch hinkt. Battleborn folgt den Wurzeln von Borderlands, sowohl im grafischen Stil als auch, was den Humor angeht. Dennoch ist es keine schlichte Kopie dessen, sondern hat eine interessante Komponente, welche man aus MOBA-Spielen, wie League of Legends oder auch Heroes of the Storm kennt. Sowohl im Story-Modus, welcher euch die Geschichte der so genannten ‚Battleborn‘ näher bringt, als auch im Multiplayer-Modus startet ihr mit Level 1. Insgesamt könnt ihr durch das geschickte Abknallen der Gegner und Erfüllung von Missionen bis Level 10 aufsteigen. Jedes Level-Up schaltet euch eine neue Fähigkeit frei, mit der ihr neue Movesets erlernt, mehr Schaden verursacht oder auch die Verteidigung boostet. Hat euch die Skillung nicht gefallen, könnt ihr in der nächste Mission oder Multiplayer-Session wieder von vorne beginnen, denn das Leveln ist nicht permanent. So könnt ihr es auch situationsabhängig machen, für welchen Weg ihr euch entscheidet.

Overwatch hingegen hat nur wenig mit Battleborn gemein. Es ist ein Team-Fortress-Klon mit einem ähnlichen Grafikstil und nun, es ist halt auch ein Shooter. Sucht ihr nach einem Story-Modus, sucht ihr vergebens. Blizzard’s neuestes Machwerk konzentriert sich rein auf den Multiplayer-Modus. Weitere Vergleiche mit Battleborn gefällig? Gibt es leider nicht. Aber dem Internet und den Gamern da draußen genügen die beiden angesprochenen Punkte, um die Spiele gegenüberzustellen und zu urteilen. Und was meinen wir?

Battleborn sticht mit seiner grafischen Repräsentation, als auch dem außerordentlich lustigen Humor aus der Masse hervor.

Battleborn sticht mit seiner grafischen Repräsentation, als auch dem außerordentlich lustigen Humor aus der Masse hervor.

Michael

Ich durfte Battleborn bereits seit der Alpha-Phase genießen und konnte mit Cori zusammen unzählige Stunden darin verbringen. Mir hat von Anfang an der Stil und vor allem der Humor, welcher auch in der deutschen Synchronisation sensationell ist, zugesagt. Der Story-Modus ist sehr umfangreich und in jeweils ca. 40 Minuten lange Kapitel aufgeteilt. Der Clou dabei: Die Wiederspielbarkeit ist durch die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad zu ändern und auch neue Charaktere auszuprobieren selten wo so gegeben, wie in Battleborn. Abgesehen davon heißt das Stichwort ‚Loot‘! Zum einen könnt ihr Erfahrung und Punkte sammeln, welche euch Packs freischalten und zum anderen auch Items finden, die eure passiven Stats ändern. Mehr Schaden, mehr Widerstandsfähigkeit oder einen speziellen Vorteil für euren Char gefällig? Be prepared!

Der Multiplayer hat drei verschiedene Modi auf denen ihr unterschiedliche Ziele habt:

  • Incursion: Hier müsst ihr zwei Spinnen-Dronen den Garaus machen, bevor es die Gegner mit euren tun. Das Team, welches den meisten Schaden verursacht hat, geht als Sieger hervor.
  • Capture: Es gibt drei Basen auf der Map, welche eingenommen werden müssen. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.
  • Meltdown: Auf den MOBA-Maps müsst ihr euren Minions und Schergen den Weg freischießen, damit sie sich selbst opfern können. Das erfolgreichere Suizid-Team darf sich rühmen.

Wie ihr bereits seht, gibt es hier abwechslungsreiche Modi, die ihr nach Lust und Laune bestreiten könnt. Etwas, das ich Battleborn hoch anrechne, denn man konzentriert sich hier nicht nur auf einen einzigen Modus. Gepaart mit der MOBA-Level-Mechanik spielen sich die Maps sehr unterhaltsam und machen Lust auf mehr. Man kann aber natürlich auch seinen Account und seine Chars permanent hochleveln, um Skins oder Abzeichen & Co. freizuschalten. Außerdem erfahrt ihr so auch mehr über die Story. Ein netter Bonus, wie ich finde, aber nicht wirklich ausschlaggebend.

Müsste ich nun Overwatch mit Battleborn vergleichen, würde ich sagen, dass ich bei Battleborn nicht nur mehr Spaß, sondern auch mehr Umfang geboten bekomme. Ich finde es wirklich schade, dass durch Blizzard’s aggressive Präsenz in sämtlichen Medien gepaart mit dem Hype-Train Battleborn unter die Räder gekommen ist und bereits jetzt überall abverkauft wird. Diesen negativ angehauchten Status hat das Spiel keinesfalls verdient, aber das ist auch gleichzeitig die Chance für euch, relativ günstig in das Spielgeschehen rein zu hüpfen. Und ihr werdet Spaß dabei haben, garantiert!

Jeder der 26 Charaktere spielt sich komplett anders. Somit ist definitiv für jeden etwas dabei.

Jeder der 26 Charaktere spielt sich komplett anders. Somit ist definitiv für jeden etwas dabei.

Cori

Ein Review zu Battleborn zu schreiben ist keine leichte Angelegenheit. Schließlich handelt es sich dabei um ein Spiel, das im Schatten eines anderen komplett untergeht und von der Öffentlichkeit entweder ausgelacht oder komplett ignoriert wird. Battleborn fühlt sich an wie der dritte Hemsworth Bruder.

Doch das triggert bei mir so ein bisschen die frühzeitigen Muttergefühle. Armes Battleborn. Im Sommer 2015 durfte ich es erstmals auf der Gamescom anspielen und wurde sofort davon gefesselt. Der Humor war großartig, die Vielzahl der Charaktere stand deren Individualität um nichts nach und obwohl wir bloß den Storymodus in Teams absolvieren konnten, fühlte es sich sehr taktisch an. Eine Liebesgeschichte nahm also ihren Lauf. In den folgenden Monaten legte ich mir einen Betakey, den Early Access und später die finale Version zu und es wurde um die Burg nicht langweilig. Egal, ob ich mich mit dem Continue-Kollegen Michael im One-on-One duellierte, und eindeutig mehr Skill zeigte (Anm. Michael: alles Gerüchte!), als er mit seinem dummen overpowered Oscar Mike, den Storymodus alleine bestritt oder im Teammodus um Punkte kämpfte, das Spaßlevel hielt sich stetig weit oben. 2K hat es geschafft ein MOBA in die Egoperspektive zu verlagern und mit zahlreichen, abwechslungsreichen Modi zu erweitern. Dadurch ist für mich der Vergleich mit Overwatch schon mal schlichtweg dumm und überflüssig. Dabei handelt es sich nämlich nicht um Genrebrüder wie FIFA und PES, oder LoL und Dota 2, sondern eher einer Gegenüberstellung von Heroes of the Storm und Battlefield. Anderes Genre, anderes Spiel, anderes alles.

Es gibt schier endlos viele Dinge freizuschalten. Langeweile in Sicht? Mitnichten!

Es gibt schier endlos viele Dinge freizuschalten. Langeweile in Sicht? Mitnichten!

Weil der Michi schon streberhafte Vorarbeit geleistet und sämtliche Modi und Mechaniken erklärt hat, werde ich nun meiner weiblichen Rolle in diesem Beitrag gerecht und übernehme das Nörgeln (auf hohem Niveau). Das Matchmaking ist nämlich zum Haareraufen. Mit dem Overwatch-Release zogen sich nämlich viele Spieler aus dem Battleborn-Universum zurück und 2K schien nichts anderes übrig geblieben zu sein, als langen Wartezeiten in der Spielersuche durch Level-5-mit-Level-100-Teams zu umgehen. Was im Bezug auf freigeschaltete Fähigkeiten, Rüstungs-Items und Erfahrung schon zu Beginn entscheidet, ob diese Runde überhaupt gewonnen werden kann. Gerade in einem so taktischen Spiel, wo es weniger um das Sammeln von Kills, als um das strategische Gewinnen von Punkten, Türmen oder Besiegen von Minions geht, darf es ein solches Matchmaking nicht geben. Steigt außerdem ein Spieler während der Champselection aus, wird das Spiel nicht abgebrochen. Im Ernst?! Welcher schläfrige Mitarbeiter hat da im Meeting seinen Einsatz für ein kräftiges „NEIN“ verpasst?

Trotzdem hat Battleborn mehr positive Aufmerksamkeit verdient. Hier wurden sowohl MOBA als auch Shooter Elemente gut vereint und jeder Achievement-Hunter sollte in diesem Spiel glänzende Augen bekommen. Gebt Luke Hemsworth noch eine Chance!

Wir bedanken uns bei 2K für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at