What is it GOG for? – Aus der Reihe: Kinder, das kennt ihr nimmer!

„I just got Jagged Alliance: Deadly Games on @GOGcom!“ Aha, so funktioniert das also. Alte Spiele endlich lauffähig für meinen High-End-PC. Aber will man das? Ein Reality-check.

Ich spiele gelegentlich mit Freunden StarCraft II. Für all jene, die das Spiel nicht kennen, es ist ein Action-Strategiespiel von Blizzard, das „eh gut“ nicht kennt. Entweder du kannst es oder du lässt es. Nachdem einer in unserer Runde nun zweifacher Vater ist und die anderen beiden (inklusive meiner Wenigkeit) in unserer Regelmäßigkeit am PC auch schon einmal konstanter waren, wollen wir das Project StarCraft II nach nunmehr fünf Jahren (davor auch recht konstant den „Vorgänger“ Brood War gespielt) an den Nagel hängen. Natürlich benötigen wir Alternativen und so habe ich ihnen letztens gog.com vorgestellt. Sie hatten noch nie davon gehört. Verwunderlich.

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GOG.com, das seit einiger Zeit auch einen deutschen Zugang hat, wurde von den Jungs von CD Project (Witcher-Serie) im Jahr 2008 gegründet. Die Online-Plattform für digitale Spiele lässt sich am besten mit Steam vergleichen. Größter Unterschied ist der Fokus auf alte Games, die für neuere Betriebssysteme angepasst wurden. Obwohl die Geschichte aus Polen kommt, vorsichtig, dummer Witz incoming, läuft alles ganz legal ab. Die Lizenzen sind mit den Urhebern abgesprochen – die freuen sich sogar, wenn sie für ihr 10 Jahre altes Neverwinter Nights vielleicht noch ein paar Euro bekommen. Das Preismodell ist meist fair, bis zu 30 Euro können diverse All-in-Pakete aber schon kosten.

Gut, kommen wir zurück auf meine Freunde. Letztens zeige ich also stolz den gog-Store und wir streifen wie kleine Kinder durch die virtuellen Regale. Immer wieder quieken wir wie kleine Mädchen, wenn wir ein Spiel wie Master of Orion 2, Wing Commander III oder Duke Nukem 3D entdecken. Spiele, die wir zu ihrem Erscheinen bis zum Erbrechen gespielt haben. Der Blick auf die Screenshots ist dann meist ein ernüchtender. Oh, so hat das ausgesehen? Schnell weiterblättern. Schau, X-Wing Alliance … 10 Euro … was gibt’s denn sonst noch? Dennoch, die Energie, die uns in diesen Minuten durchströmte, kennt die heutige „Jugend“ wohl nur von neuen LeFloid-Videos. Heute noch so viel für ein Spiel empfinden, geht das überhaupt noch? Während ich noch Batman: Arkham Knight spiele, schau ich Videos von Star Wars Battlefront und durchforste den App-Store nach dem neuen Her Story. In Duke Nukem 3D haben wir noch in einem Editor den Flughafen von „Die Hard 2“ nachgebaut – ein Phänomen, was heute nur noch Minecraft-Spieler kennen … und die dürfen das dann auch noch im Netz zeigen. Mein 14-jähriges Ich zerschmilzt vor Neid.

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Am Ende haben wir uns für Jagged Alliance: Deadly Games entschieden. Ein Spiel, das bei weitem nicht den Kultstatus anderer Games im gog-Store haben. Das erste Hochfahren war dann schon ein Schlag ins Gesicht, aber irgendwie war das rundenbasierte Taktieren mit meinen alten Bekannten Scully, Mike und Scope dann doch wie früher. Ob wir es tatsächlich regelmäßig im Multiplayer spielen werden, wie damals im LAN (ohne W), das wird sich noch zeigen. Aber allein für die Zeitreise, die uns sonst meist nur Nintendo ermöglicht, bin ich den Herstellern dieser Plattform schon dankbar. Shadow Warrior steht schon als nächstes auf meiner Liste. Warum? „Because you no mess with Lo Wang!“

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.

  • Ale

    Die einen bekommen Kinder, die anderen bleiben welche. Der Unterschied ist minimal.