Warum ihr jetzt besser damit anfangen solltet, euch für Dragon Quest zu interessieren

Die Dragon Quest-Serie ist eine der herausragendsten Rollenspielreihen Japans. Eine Ode an Sound-, Spiel- und Grafikdesign und mein Lieblings-JRPG-Franchise. Umso überraschender ist es da für mich, dass jedesmal wenn ich mit echten Menschen darüber rede, irgendwie niemand so richtig eine Meinung oder Erfahrung zu Dragon Quest hat. Vor allem jetzt sollte sich das aber schleunigst ändern. Denn Publisher Square Enix scheint dieses und nächstes Jahr Großes mit seinem oft vergessenen Sprössling vorzuhaben.

Ihren 30. Geburtstag feiert die Rollenspielreihe 2016 tatsächlich schon und kann auf eine Geschichte gezeichnet von ständiger Veränderung zurückblicken – die grundlegenden Werte des Spiels wurden dabei jedoch immer beibehalten. Verantwortlich dafür sind vor allem drei Leute, die sich bereits von Anfang an um Dragon Quest kümmern: Spieldesigner Yuji Horii, Komponist Koichi Sugiyama und Charakterdesigner Akira Toriyama – der immerhin auch der Erfinder von Dragon Ball ist. Diese kreative Finesse zeigt sich in jeder Faser der Serie, im Gameplay, im Look der Monster und Helden und im Vorzeige-Soundtrack. Und auch wenn es jetzt (vor allem im Westen) schon länger etwas still geworden ist um die Rollenspielreihe, scheint Publisher Square Enix einen neuen Fokus seiner internen Ressourcen zu planen und uns in den kommenden Monaten mit verschiedensten Titeln aus dem Dragon Quest-Universum regelrecht zu überschwemmen. Entgegen den Erwartungen der letzten Jahre und angespornt durch Faktoren wie dem herausragenden Erfolg der PS4, vagen, aber dennoch spannenden Plänen aus dem Hause Nintendo und vor allem einer gehörigen Portion Nostalgie, zeichnet sich nämlich eine Neuausrichtung und Rückkehr zahlreicher japanischer Entwickler weg von Mobile-Geräten und hin in Richtung AAA-Produktion für klassische Spielkonsolen ab – und da gehört neben Final Fantasy und Co. natürlich Dragon Quest auch dazu.

GET ALL THE DRAGON QUESTS

Anfang dieser Woche lud Square Enix deswegen zu einer Pressekonferenz ein – Neuigkeiten zur Dragon Quest-Reihe sollten vorgestellt werden. Und anhand der Fülle der dort näher präsentierten Titel, zeigen sich die ambitionierten Zukunftspläne des japanischen Publishers. So können sich Spieler in nächster Zeit auf das Action-RPG Dragon Quest Heroes: The World Tree’s Woe and the Blight Below, den Mobile-Titel Hoshi no Dragon Quest, das an Minecraft angelehnte  Dragon Quest Builders: Alefgard o Fukkatsu Seyo, den zweiten Teil der Heroes-Reihe Dragon Quest Heroes II: Futago no Ō to Yogen no Owari, Dragon Quest: Monster Battle Road Scanner für Arcades, das 3DS-Spiel Dragon Quest Monsters: Joker 3 und vor allem einen brandneuen Hauptteil der Serie, Dragon Quest XI freuen. Und jetzt mal tief Luft holen. Besonders spannend ist hier das bereits noch dieses Jahr erscheinende Dragon Quest Builders. Dabei handelt es sich nämlich nicht um einen simplen Spin-Off-Teil zur Hauptserie, sondern tatsächlichen um einen von Minecraft inspirierten Worldbuilder in Block-Grafik. Auch in Japan hat Minecraft mittlerweile schon enorme Popularität erreicht und verhilft vor allem der PlayStation Vita zu kommerziellen Erfolgen – so richtig den Höhepunkt hat der Boom aber noch nicht erreicht. Das riskante Projekt Dragon Quest Builders ist damit gleich doppelt clever: Einerseits könnte es Square Enix schaffen die vorhandene Minecraft-Lücke am japanischen Markt zu füllen, andererseits wäre das Spiel eine ideale Möglichkeit, die Dragon Quest-Reihe einem größeren westlichen Publikum näher vorzustellen und die Fanbase stärker aufzubauen. Im Gegensatz zum Vorbild aus dem Hause Mojang kann Builders nämlich auch grafisch überzeugen, soll eine echte, richtige Story bekommen und kann von sich behaupten Charaktere aus der Feder von Akira Toriyama zu beinhalten – Dragon Ball kennt immerhin auch hierzulande jeder. Builders könnte somit das Minecraft werden, das sich Rollenspielfans immer wünschten, inklusive mehr Tiefe, mehr Handlung und schönerer Optik.

ZUKUNFTSMUSIK

Der richtige Coup de grâce (haha, das ist eine Dragon Quest-Referenz), folgt dann wenn alles gut geht nächstes Jahr, wenn mit Dragon Quest XI der neueste Teil der Hauptserie auf den Markt kommt – und der soll diesmal wirklich etwas für jedes Spielerherz werden. Nachdem Dragon Quest X davor als MMORPG konzipiert und auch nur in Japan für Wii U, 3DS und PC veröffentlicht wurde, geht Teil 11 back to the roots und holt sich Anleihen von Serienhöhepunkten der Vergangenheit. Besonders die PS4-Version des Spiels soll dank Unreal Engine 4 und offener Welt so richtig hervorstechen, gleichzeitig dazu soll auch ein 3DS-Port veröffentlicht werden, der dem Spieler die Wahl geben wird, das Spielgeschehen in Retro-Pixel- oder moderner 3D-Grafik zu verfolgen. Überraschenderweise wurde das RPG auch bereits für Nintendos NX geteased – und ist damit der erste angekündigte Titel für die Mystery-Konsole. Beweisen tut das wie ernst es Square Enix mit seiner ordentlichen Zelebrierung des dreißigjährigen Dragon Quest-Jubiläums meint. Für uns Fans der Serie bedeutet das besonders rosige Zukunftsaussichten – und für alle die’s aus welchen Gründen auch immer nicht sind, gibt es in den kommenden Monaten ja noch genug Zeit sich einzuspielen. Man will ja nächstes Jahr nichts versäumen.

Written by: Christoph Sepin

Space Cowboy Bei consol.AT habe ich früher immer versteckte Botschaften in meine Artikel eingebaut, aber das weiß außer mir niemand. Und seit es das nicht mehr gibt, braucht man ja irgendwas anderes zu tun. Für CONTINUE möchte ich mir die kleinen Dinge der Spielewelt ansehen, die manch einer vielleicht übersieht. Die Indies und Kickstarter-Kampagnen. Und ab und zu vielleicht eine positive Geschichte aus der Gamingumgebung. Weil geraunzt wird sowieso schon genug.