Virtual Reality hat einen neuen Fan – mich!

Dank eines netten Kollegen durfte ich erstmals in meinem Leben das HTC Vive ausprobieren. Laut vielen Meinungen das beste Virtual Reality-Gerät auf dem noch jungen Markt. Zwei Stunden bin ich in einer anderen Welt versunken und aus einem Kritiker wurde ein Fan der neuen Technologie.

Es stimmt, man muss VR ausprobieren. Sieht man aus der Distanz Menschen mit wundersam aussehenden Brillen ungeschickte Bewegungen machen, dann kickt das den Zuseher nicht. Erst wenn man die Brille aufsetzt und erlebt, wie immersiv künstliche Welten sein können, dann erst kann und sollte man über VR urteilen.

Online findet ihr bereits zahlreiche Artikel, die über die technischen Voraussetzungen für den VR-Genuss berichten. Etwa den Platz, den ihr für die Basisstationen benötigt, die eine Fläche von mindestens 2 x 1,5 Meter einzäunen sollen, um damit den Raum abzugrenzen, in dem ihr euch mit der Hive bewegen könnt. Das ist nämlich der große Unterschied zu allen anderen bisher angekündigten VR-Geräten – ihr werdet als Person im Raum getrackt, nicht nur eure Controller. Das macht die Erfahrung noch attraktiver, aber auch komplizierter, wenn ihr keinen Wohnraum in dieser Größe zur Verfügung habt. Hinzu kommen auch noch die technischen Voraussetzungen (mindestens Intel i5 CPU der vierten Generation + vier Gigabyte RAM, Grafikkarte: NVIDIA GTX 970 bzw. eine AMD Radeon R9 290, etc.). Wer noch keinen leistungsstarken PC zuhause hat, sollte mit etwa 1000+ Euro rechnen. Dazu das Vive um 900 Euro bestellen – eine ordentliche Anschaffung.

Dazu kommen unzählige Strom- und HDMI-Anschlüsse, die für das Laufen der Hardware verfügbar sein müssen. Kollegen sprechen von einer „Aufbauzeit“ von rund zwei Stunden. Ich habe bereits das fertige Setup vorgefunden. Nur der Raum musste einmal mit den Controllern abgelaufen werden, um ihn neu „einzustellen“. Und dann – durfte ich eintauchen.

Minigames, natürlich. Um sich mit der Steuerung vertraut zu machen, bietet Steam einige Demos an, die die Möglichkeiten vorzeigen. Bogenschießen, diverse Locations (Berge, Städte) in 360 Grad genießen, usw. Erinnert ein wenig an Tech-Demos von Kinect und Move, aber ok. Ich habe eine Brille und inear-Kopfhörer rund um meinen Kopf. Ich bin eingetaucht. Die Menüs, wo man zwischen den Spielen wechseln kann, sind einfach aufgerufen, die Ladezeiten sind jedoch erheblich. Speziell wenn man dann „richtige“ Spiele startet. Ich selbst habe nur einige ausprobiert, die Kollegen der Futurezone einige mehr.

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Mein Fazit ist in jedem Fall, dass mir der Ausflug wirklich viel Spaß gemacht hat. Die Kabel am Headset stören, ohne Zweifel. Speziell wenn man sich wie beim Vive im Raum bewegt. Hinzu kommt der enorme Aufwand (Platz, Strom, Hardware), der das Teil für eine private Anschaffung uninteressant macht – für mich persönlich. Zwei Dinge hätten mich noch mehr gefangen und mich vielleicht doch zu einem Kauf überreden können: Natürlich ein Lichtschwert-Fightinggame oder ein Tron-Racing- bzw. Tron-Diskus-Game. Diese Spiele würden sich super für die Hardware eignen und mich als Kind der 80er und 90er wohl jeden Preis zahlen lassen.

Meine Vorbestellung für Morpheus … sorry, PlayStation VR bleibt bestehen. Ich will VR Ende des Jahres besitzen. Wenn sich die Gerüchte häufen, dass ich eine neue PlayStation Neo benötige, um VR wirklich gut nutzen zu können, dann bleibt abzuwarten, ob nicht Microsoft auf der E3 etwas Ähnliches ankündigt. Oder aber die Kompatibilität mit Rift ankündigt, was für sich mich als mögliche Alternative anbieten würde.

Ich muss zugeben, ich war skeptisch gegenüber VR – bin es zum Teil noch immer, da es viele Hürden gibt, die das Erlebnis trüben. Dennoch könnte es tatsächlich 2017/2018 soweit sein, dass sich dieser Markt etabliert und diesmal gekommen ist, um zu bleiben. Zu wünschen wäre es, denn es ergeben sich endlich neue Möglichkeiten, Spiele erleben zu können. Sieht man sich den Markt der letzten 5-10 Jahre an, kann das für uns Spieler nur etwas Gutes bedeuten. Ich sag es gern nochmal: Laserschwert-Simulation.

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.