Toy Soldiers – He-Man gegen den Cobra Commander

Der Name „Toy Soldiers“ stand für mich lange Zeit für einen Songtitel von Martika, aber seit 2010 verbinden viele damit eine Games-Serie von Ubisoft. Mir grundsätzlich wurscht, aber nach dem geschickten taktischen Manöver meine Lieblingsspielfiguren-Sets (Masters, GI Joe) einzubauen, musste ich mir den aktuellen Teil War Chest näher ansehen.

Grundsätzlich geht es im Spiel darum, die eigene Basis vor feindlichen Spielzeug-Truppen zu verteidigen. Dazu baut ihr Verteidigungstürme, Tower Defense like, und könnt alternativ auch in einen der Türme reinspringen und selbst auf die anstürmenden Gegner ballern. Langzeitmotivation bringen komplexere Karten, neue Feindtypen und zahlreiche Upgrades für eure Türme und euren Helden, den ihr nach bestimmten Leistungen auf jeder Map aktivieren könnt. Wie in einem Third-Person-Shooter lauft ihr dann ballernd über die Map, werft Granaten und versucht möglichst viel Schaden anzurichten.

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Hilfreich gegen all die Feindeshorden, die als Soldaten aus der Zukunft oder auch Regenbogen-Einhörnern auf euch zulaufen, ist neben der Standardkamera auch die taktische Ansicht, in der ihr Feindesbewegungen leichter ausmacht, eure Türme repariert oder schneller zum Ort des größten Brennherds springen könnt. Die Settings wechseln dabei je nach gewähltem Set, die nach und nach freigespielt werden können. Erster Weltkrieg, Alienplanet und natürlich die zwei Sets, die das Ding am Ende verkaufen sollen – He-Man und der Cobra Commander! Entweder im Premium-Paket gleich mitgekauft oder (etwas mühsamer) freigespielt, darf man dann mit den Helden der 80er Jahre ins Gefecht ziehen. Gut, das He-Man mit seinem Schwert in Online-Gefechten die schlechteste Wahl ist, kann man mal ausblenden, aber auch sonst motiviert das neue Spielzeug nur mittelmäßig. Abgesehen davon, dass sich optisch seit 2010 wenig bis gar nichts verbessert hat, ist das Spielkonzept sehr überschaubar komplex und schnell repetitiv – wohl auch wegen der jüngeren Zielgruppe. Außerdem sind viele Goodies hinter dem Ubisoft-Onlinedienst UPlay versteckt, was schon in der Vergangenheit für Unbehagen unter Spielern gesorgt hat.

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Online darf auch gespielt werden. Mit zwei Leuten an jeder Konsole dürfen bis zu vier Spieler auf einer Map agieren. Das ist kurzfristig spaßig und wer sich länger an der liebevollen Optik sattsehen möchte, hat sicher eine Woche gut zu tun, bis er alles frei- und durchgespielt hat. Wirklich gehaltvoll ist das Abenteuer aber nicht und wer sich, so wie ich, mehr Motivation durch reaktiverte Kindheitserinnerungen erhofft, wird wohl ein wenig enttäuscht sein.

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.