Stardew Valley: Meine kleine Farm [Guide]

Harvest Moon habe ich nie gespielt, Farmville dafür um so mehr. Mit diesen Spielen wurde Stardew Valley schon verglichen, wobei immer nur in Ansätzen. Don’t judge me, es war in den langen Buchhaltungs- und Bilanzierungsstunden das einzige, was mich über das schlechte FH WiFi unterhalten hat. Ja, ich kann hier Farmen, aber es ist so viel mehr. Mich wird niemand fragen, ob ich nicht für €1,99 meine Energie wieder aufladen möchte, ich muss mich einfach nur ins Bett legen und durchschlafen und der neue Tag ist da.

Was ist Stardew Valley

Zuerst muss mal ein Char her.

Zuerst muss mal ein Char her.

Stardew Valley ist eine Indie Farm-Simulation aber auch ein Rollenspiel. Es hat seit Release auf Steam für viel Furore gesorgt und jeder scheint es zu lieben. Das Spiel wurde im Alleingang vom amerikanischen Spielentwickler Eric Barone entwickelt, unter dem Namen Concerned Ape.

Zu Beginn des Spiels sind wir ein äußerst gestresstes Bürohaserl, das von dem faden Einerlei der Arbeit in einer großen bösen Corporation namens Joja total ausgezehrt ist (sounds familiar?). Es ist Zeit, unser Leben zu verändern. Da kommt uns der Brief, den unser verstorbener Großvater für exakt diesen Fall hinterlassen hat, genau richtig: Wir haben eine Farm in der Mitte von Nirgendwo geerbt, in einer kleinen Stadt namens Stardew Valley.

Also, nichts wie los! Dieser Artikel ist ein wenig Review, ein wenig Guide und ein Abenteuertagebuch, nachdem ich etwas über 70 Stunden gespielt habe. Ich möchte an dieser Stelle vor SPOILERN warnen – einige der hier beschriebenen Mechaniken und Interaktionsmöglichkeiten werden erst im späteren Spielverlauf freigeschaltet.

"Life's better with Joja" - Ich habe genug von meinem Leben als Schreibtischtäterin.

„Life’s better with Joja“ – Ich habe genug von meinem Leben als Schreibtischtäterin.

Aller Anfang ist verwirrend

Auf der Farm angekommen, bekommen wir eine kurze Einführung von Robin, der Schreinerin von Stardew Valley. Auch der im Prolog erwähnte Lewis, Bürgermeister der Stadt, begrüßt uns. So richtig viel erzählen uns unsere neuen Nachbarn und auch das Spiel aber nicht über das, was wir hier eigentlich machen, und wie wir es machen sollen. Wir werden allein gelassen, um auf eigene Faust alles zu entdecken – ein Muster, das sich durch das ganze Spiel zieht.

Unsere kleine Farm: Das sieht nach jeder Menge Aufräumarbeit aus.

Unsere kleine Farm: Das sieht nach jeder Menge Aufräumarbeit aus.

Bis ich einmal gecheckt hatte, wie ich beim örtlichen Laden etwas beim Inhaber kaufen kann (an den Tresen gehen, Rechtsklick auf den Typen), war ich schon fünf mal wild klickend an den Regalen entlang gelaufen, hinter den Tresen gegangen und so weiter. Aber vielleicht war das nur ich :). Generell finde ich die Klickerei zum Teil etwas hakelig und ungenau, aber das ist es auch schon mit der Kritik an der Mechanik. Tipp: In den Optionen „Always Show Tool Hit Location“ aktivieren! So sieht man immer, welches Feld ausgewählt ist (das ist dann das kleine rote Quadrat in den Screenshots).

Bei Pierre können wir alles ein- und verkaufen, was das Farmerherz begehrt.

Bei Pierre können wir alles ein- und verkaufen, was das Farmerherz begehrt.

Die unendliche Freiheit zu Beginn des Spiels, ohne Ziele zu kennen und viel erklärt zu bekommen, empfand ich als zeitweise demotivierend. Klar, ich kann mein Grundstück von Unkraut und Gestrüpp befreien und all meine Energie aufbrauchen, indem ich Bäume fälle, Gras wegsense und Steine klopfe. Dass es überhaupt eine Energieanzeige gibt, habe ich erst gesehen, als mein Charakter übermüdet von der Aufräumarbeit ohnmächtig wurde, und der Doktor mir 50 Gold dafür verrechnet hat, nachdem er mich aufgesammelt und ins Bett gesteckt hatte.

War das jetzt schon alles? In einer Klickorgie mein Land freischaufeln und ein paar Samenkörner pflanzen? Ich kann ins Städtchen gehen und mit den Nachbarn reden, aber es sind so viele, dass ich nie den Überblick über die individuellen Geschichten erhalten werde – so kommt es mir zumindest vor. Ich wollte das Spiel schon als „joa, eh nett“ virtuell in meine Steam Bibliothek zurückstellen, aber dann hab ich doch weitergespielt. Und ich hätte mich nicht gründlicher irren können…

Ist das Landleben wirklich weniger stressig?

Ufff... so viel zu tun. Das sieht nach Stress aus!

Ufff… so viel zu tun. Das sieht nach Stress aus!

Also, was muss ich hier alles machen: Täglich meine Pflanzen gießen, mit den Nachbarn reden und Beziehungen aufbauen? Wen soll ich auswählen? Werden sie mich auch mögen? Wo ist eigentlich die Person, mit der ich gerade reden möchte? Jeder hat einen eigenen Tagesablauf. Flirtet mein Schwarm in der Zwischenzeit mit jemand anderem, während ich gerade die Mine sicherer mache? Ich bin gestresst. Ist das wirklich besser als ein Bürojob? Kurz sehne ich mich an meinen Schreibtisch zurück, hier war wenigstens alles jeden Tag gleich, und das Skelett am Schreibtisch nebenan war auch relativ pflegeleicht.

Und dann dämmert es mir: Ich habe keinen Stress. Stress ist das letzte, was du in Stardew Valley hast. Sicher, du musst jeden Tag deine Felder bewässern und deine Tiere füttern. Aber sie werden dir nicht im Laufe des Tages wegtrocknen oder verhungern, wenn du es nicht gleich am Morgen erledigst (don’t try this in RL!). Sicher, du kannst diverse Stadtbewohner anflirten, mit Geschenken überhäufen und eine Beziehung aufbauen (ob nun freundschaftlich oder romantisch). Aber es wird dir niemand ausgespannt. Wenn du jemandem mal ein Geschenk gibst, das ihm oder ihr nicht gefällt, geht nicht gleich die Welt unter und die Beziehung ist bis ans Ende deiner Farmtage ruiniert – wie im echten Leben halt.

Angeln ist nicht immer eine lukrative Alternative zum Farmen, aber so trage ich immerhin zum Umweltschutz bei.

Angeln ist nicht immer eine lukrative Alternative zum Farmen, aber so trage ich immerhin zum Umweltschutz bei.

Stardew Valley bietet so viele Möglichkeiten, aber nichts muss. Möchtest du lieber Farmer, Fischer, Abenteuerer oder Socialite werden? Alles geht, und das Verhältnis dieser verschiedenen Spielaspekte zueinander entscheidest nur du allein.

Lustig ist das Farmerleben

Zu Beginn pflügen wir einfach ein paar Felder mit unserer Harke um und säen aus. Das Spiel startet im Frühling, wir haben also genügend Zeit, um über den Lauf des Jahres einige Farmertricks zu lernen. Für jede Jahreszeit außer Winter haben wir eine große Auswahl an verschiedenen Feldfrüchten, die wir anbauen können und jedes Jahr kommen neue dazu. Düngen wir unser Feld vor der Aussaat, können wir je nach Düngerart mit einem beschleunigten Wachstum oder hochwertigerer (Gold- oder Silber-Stern) Erträge rechnen. Laut der meisten Guides, die ich gelesen habe, ist der normale Basic Fertiliser vom Preis-Leistungsverhältnis am besten.

Mit Beeren lässt sich besonders gut Geld machen. Später bekommen wir Crafting Rezepte um Maschinen zu bauen, mit denen wir unsere Früchte und Gemüse einmachen oder Früchte zu Wein fermentieren und sogar Bier brauen können. Mit diesen „Artisan Goods“ lässt sich ein wahrer Reibach machen. Also am besten nicht immer alles von der Farm direkt verscherbeln, sondern zum Kochen/Einmachen aufheben für einen größeren Profit.

Im zweiten Sommer hat meine Farm schon eine ansehnliche Größe erreicht.

Im zweiten Sommer hat meine Farm schon eine ansehnliche Größe erreicht.

Selbst im Winter kann man etwas anbauen, allerdings nur die sonst zufällig spawnenden Früchte und Beeren, die man einsammeln kann (Foraging). So bietet sich der Winter an, sich dem Fischen, dem Erforschen der Mine oder dem Quatschen mit unseren Nachbarn zu widmen. Ist bei den Temperaturen und dem Schneegestöber eh gemütlicher, oder?

Natürlich dürfen auch Tiere bei der Landwirtschaft nicht fehlen. So können wir zum Beispiel Hühner und Kühe halten und uns ein Pferd zur schnelleren Fortbewegung anschaffen. Tipp: Wenn ihr eine Quest bekommt, einen Hühnerstall zu bauen, spart erst die Materialien für ein Silo an. Habt ihr das Silo, wandert alles abgemähte Gras dort hinein und garantiert euch somit, dass eure Tierchen auch im Winter, wenn es kein frisches Gras gibt, keinen Hunger leiden müssen. Ich fand es besonders schwierig, hier den Lehm (Clay) zusammen zu bekommen, da der zu Beginn des Spiels relativ selten vorkommt. Er droppt random, wenn ihr den Boden umpflügt oder nach Würmern grabt.

Zu Beginn des Spiels kann man sich erst mal die kleineren Ausgaben der Stallgebäude leisten, die man bei Robin bestellen kann. Gegen mehr Cash gibt es nachher die besseren Varianten, in denen wir neben Hühnern und Kühen auch Enten, Schafe und mehr halten dürfen. So erweitern wir unsere Farmerzeugnisse zuerst durch Eier und Milch, später durch Wolle und Enteneier.

Mit Hühnern und Rindern starten wir unsere Tierzucht.

Mit Hühnern und Rindern starten wir unsere Tierzucht.

Nach und nach dürfen wir gegen das entsprechende Kleingeld und Materialien unser Farmhaus von einer runtergekommenen Hütte in ein schmuckes Herrenhaus verwandeln. Mit Ausbau der Küche wird uns Kochen freigeschaltet, und wir können unser mühsam erfarmtes Gemüse und die Bio-Eier der Hennen in leckeres Omelett, Kuchen und anderes verwandeln. Diese selbstgemachten Gerichte eignen sich nicht nur für den Eigenverzehr für mehr Energie, Durchschlagskraft und Geschwindigkeit beim Abenteuern, sondern stehen auch bei den Stadtbewohnern als Geschenke hoch im Kurs. Liebe geht eben durch den Magen, auch in Stardew Valley.

Robin baut unser Haus zuerst mit einer nagelneuen Einbauküche aus.

Robin baut unser Haus zuerst mit einer nagelneuen Einbauküche aus.

Items bauen leicht gemacht

Im Crafting Menü können wir so ziemlich alles durch simples Anklicken herstellen.

Im Crafting Menü können wir so ziemlich alles durch simples Anklicken herstellen.

Das Crafting System von Stardew Valley ist selbsterklärend. Erreichbar über das Spielmenü (E) sind die ersten Gegenstände schnell gefertigt: Haben wir die Zutaten im Inventar, genügt ein Klick auf das Item und wir haben es in der Hand – keine komplizierte Anordnung der Komponenten à la Minecraft notwendig. Es empfiehlt sich, relativ früh im Spiel mit gesammeltem Holz mehrere Boxen zu bauen und sie strategisch sinnvoll auf der Farm aufzustellen, so dass wir unseren begrenzen Inventarplatz immer entleeren können.

Nach Ausbau unserer Hauses mit einer Küche können wir am Herd auf die selbe Art Gerichte zubereiten, und unsere Leckereien im praktischen Kühlschrank aufbewahren.

In Pierre’s Markt gibt es eine Erweiterung der Inventarplätze zu kaufen, allerdings zu einem happigen Preis. Ist das erste Upgrade (auf 24 Slots) mit 2.000 Gold noch einigermaßen schnell erreicht, schlägt das Upgrade auf 36 Inventarslots mit 10.000 Gold zu Buche. Tipp: Mit Rechts- statt Linksklick können wir einzelne Teile im Inventar oder in Kisten von einem Stapel nehmen.

Tschuldigung, Fischen?

Eine Angel bekommen wir früh im Spiel von Fischer Willi auf dem Steg am Strand. So richtig erklärt wird das Fisch-System allerdings nicht. Was müssen wir also tun, um die wertvollen Meeres-, Fluss- und Teichbewohner aus dem Wasser zu ziehen?

Nachdem wir die Leine ausgeworfen haben, müssen wir auf das Ruckeln am Schwimmer warten, und ihn dann schnell anklicken. Je nachdem haben wir entweder Müll, Seetang oder einen Schatz am Haken, oder eben einen Fisch. Ist es ein Fisch, öffnet sich ein Minigame. Das Ziel ist es, den grünen Block immer hinter dem Fisch zu halten bis sich die Fortschrittsleiste bis oben hin gefüllt hat. Je nachdem kann sich das als schwerer als gedacht herausstellen. Mir persönlich ist das Angeln dadurch viel zu stressig, andere haben da eventuell mehr Geduld.

Man munkelt, dass es mit der Übung leichter wird, denn je mehr wir eine Tätigkeit in Stardew Valley ausüben, desto besser werden wir darin, müssen so unter anderem auch weniger Energie dafür aufwenden. Für Angel-Tipps aus euren Reihen bin ich natürlich sehr dankbar.

Lustig ist das Anglerleben - Aber ganz schön schwer!

Lustig ist das Anglerleben – Aber ganz schön schwer!

Auf Abenteuer in den Minen

Wer dachte, dass Stardew Valley nur ein Farming-Simulator ist, hat sich getäuscht. Stardew Valley ist außerdem ein bisschen Die Sims, Minecraft und Diablo, mit zufallsgenerierten Dungeon-Level, in denen wir neben dem Abbau von Edelsteinen und Erzadern auch jede Menge Schleim, Fledermäuse, Geister, Raupen, Fliegen und sonstiges Gekreuch erledigen müssen.

In den Minen finden wir neben Fels, Mineralien und seltenen Edelsteinen auch Monster.

In den Minen finden wir neben Fels, Mineralien und seltenen Edelsteinen auch Monster.

Auf die nächst tiefere Ebene der Mine kommen wir über Leitern, die manchmal einfach da stehen, manchmal aber auch unter einem Stein oder gar einem toten Mob verborgen sind. Außerdem können wir uns selber eine Leiter aus ein paar Steinen craften, wenn es mal schneller gehen soll. Vorsicht: Wollen wir eine Leiter wieder hinaufklettern, bringt sie uns gleich ganz bis zur Oberfläche zurück. Alle fünf Level können wir eine Aufzugtür freischalten, zu der wir später direkt von oben zurückfahren können.

Mad Loot in den Minen!

Mad Loot in den Minen!

Die Mine ist in verschiedene Zonen aufgeteilt, die alle mit einem eigenen Look und eigenen Monstern aufwarten. Sind die ersten Ebenen primär mit Schleim, kriechenden Steinen und seltsamen Grabeviechern bevölkert, treffen wir später auf hüpfende Kohle-Flummis, Fledermäuse und mehr.

In speziellen Monster-Leveln geht es nur ums Schnetzeln.

In speziellen Monster-Leveln geht es nur ums Schnetzeln.

Alles mitnehmen, das nicht niet- und nagelfest ist

Ein großer Aspekt von Stardew Valley ist das „Foraging“ oder auf Gutdeutsch: Alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist. Am Anfang habe ich den Fehler gemacht (auch aufgrund des sparsamen Inventarplatzes) viele gefundene Dinge direkt über die Kiste auf der Farm zu verkaufen. Es hat sich aber herausgestellt, dass es sich wie oben erwähnt lohnt, früh im Spiel möglichst viele Kisten zu bauen und alles aufzuheben. Gold kommt noch früh genug rein, aber es gibt für fast alles später im Spiel noch eine Verwendung – ob es nun Kochen, Craften oder eine Sammlung ist. Gefundene Geoden können wir vom Schmied aufbrechen lassen um wertvolle Edelsteine zu finden, Artefakte dem Museum spenden, Bücher in der Bibliothek abgeben und so ziemlich alles im Community Center einer Sammlung hinzufügen.

Im Museum können wir gefundene Bücher und Raritäten sammeln.

Im Museum können wir gefundene Bücher und Raritäten sammeln.

Manche Schätze liegen im Boden vergraben, wuselnde Würmer weisen auf Gegenstände wie Bücher, Artefakte und Ähnliches hin. Artefakte und Mineralien können wir dem örtlichen Museum spenden, gefundene Bücher können wir in der Bibliothek (das selbe Gebäude) lesen. Im Winter sind die Würmer leichter zu sehen, und mir kam es so vor, als seien nach einem Regentag mehr von ihnen zu sehen – was natürlich Sinn machen würde. Der Bibliothekar und Museumswärter gibt uns hin und wieder Belohnungen, wenn wir besonders wertvolle Gegenstände für die Sammlung gespendet haben.

Im Community Center können wir für "Bundles" Belohnungen abstauben.

Im Community Center können wir für „Bundles“ Belohnungen abstauben.

Das Community Center

Bundles für jeden Beruf und jede Jahreszeit.

Bundles für jeden Beruf und jede Jahreszeit.

Relativ früh im Spiel wird einem das „Community Center“ durch ein Mini-Event freigeschaltet. Dieses heruntergekommene, scheinbar leere Gebäude soll Bürgermeister Lewis an die Joja Corporation verkaufen. Außerdem spukt es hier. Es stellt sich aber heraus (Spoiler!), dass die Geister gute sind, und uns nach und nach verschiedene Räume mit Sammlungen freischalten. Hier können wir Früchte, Ernte, Erze, Fische und Monsterloot gegen größere und kleinere Belohnungen eintauschen. So kommen wir zum Beispiel an einen Schmelzofen und an einen Kohlmeiler, mit dem wir die seltene Kohle herstellen können.

Klatsch, Tratsch und Liebesdrama

Events: Leuchtende Quallen anschauen wird zum Happening, und beim Mittsommertanz ist es ziemlich awkward, wenn wir niemanden haben, der mit uns tanzen möchte. Die einzelnen Events sind mit viel Liebe gemacht und bieten Gelegenheit, unsere Nachbarn näher kennen zu lernen.

Ein- bis zweimal pro Jahreszeit kommen alle Einwohner von Stardew Valley zu besonderen Feierlichkeiten zusammen.

Ein- bis zweimal pro Jahreszeit kommen alle Einwohner von Stardew Valley zu besonderen Feierlichkeiten zusammen.

Im "Herzerl-Tab" können wir unseren Beziehungsstatus jederzeit nachschlagen.

Im „Herzerl-Tab“ können wir unseren Beziehungsstatus jederzeit nachschlagen.

Unter dem Herzerl-Tab sehen wir unsere Beziehung zu allen Einwohnern von Stardew Valley. Zu Anfang des Spiels erhalten wir eine Quest, in der wir uns allen 28 Leutchen erst einmal vorstellen sollen. Wenn wir dies tun, werden die Namen aufgedeckt und von nun an können wir unser Herzerl-Meter für jede Person auffüllen. Das geht einerseits durch Gespräche (man hat pro Tag normalerweise ein bis zwei „Dialogoptionen“ pro Person) oder indem wir ihnen Geschenke machen.

Wirkungsvoller ist es allerdings, wenn man ganz nach dem Motto „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ vorgeht: Jeder Einwohner von Stardew Valley hat bestimmte Präferenzen. Neben dem erwähnten selbstgekochten Gerichten gibt es gewisse Items, wie zum Beispiel Mineralien, Gemüse und Blumen, die alle Einwohner mögen. Jeder hat aber gewisse Sachen, die er oder sie besonders mag oder besonders hasst. Je nachdem, was wir also wem schenken, beeinflusst dies unsere Beziehung positiv oder sogar negativ. Wer was mag lässt sich nach und nach in Gesprächen herausfinden, oder ihr konsultiert eine solche praktische Liste, wie ich sie auf Reddit gefunden habe. Im Kalender ist jeder Geburtstag jedes Nachbarn eingezeichnet, Geschenke am Geburtstag geben natürlich Extrapunkte, ebenso wenn wir individuelle Quests vom Nachrichtenbrett bei Pierre für sie erledigen.

Haben wir mit einer Person Freundschafts-Status erreicht, so dürfen wir auch vorher abgesperrte Privaträume (aka das Schlafzimmer) betreten. Dann steht ja einer heißen Affäre mit Heiratsfolgen nichts im Wege. Allerdings entscheide ich mich spontan gegen Alex, der mich seit Anfang des Spiels damit nervt, wie toll er ist, nur weil ich einmal zu nett war, ihm zu sagen, dass seine Profi-Footballspieler-Ambition nicht komplett unrealistisch ist. Da ist man einmal nett…

Nachdem ich Sebastian ein wenig besser kennengelernt habe, zeigt er mir sein Motorrad, rawr.

Nachdem ich Sebastian ein wenig besser kennengelernt habe, zeigt er mir sein Motorrad, rawr.

Meine beiden Love-Interests, Sebastian und Shane, die wahrscheinlich die negativsten Personen im ganzen Spiel sind, der eine ein adoleszenter Misfit, der sauer auf seine bevorzugte Halbschwester ist und Shane, der wohl depressive Tendenzen hat und immer überaus unfreundlich ist. Aber hey, es muss ja eine Herausforderung sein, oder? Die Einwohner von Stardew Valley quatschen nicht nur gern mit uns, sondern schicken uns auch hin und wieder auf persönliche Quests, die meistens mehr Hintergrundinfo über sie aufdecken und auch unsere Freundschaft mit ihnen verbessern.

Fazit

Stardew Valley lässt den Spieler gleich zu Anfang nach ein paar grundsätzlichen Tipps relativ allein. Es ist an dir, die Spielmechanik und Möglichkeiten herauszufinden. Mich hat das am Anfang daran gehindert, so richtig ins Spiel reinzukippen, bis dann doch meine Neugierde und das „ach, nur noch einen Tag weiterspielen“ gesiegt haben, und nun bin ich richtig süchtig. Stardew Valley ist derzeit nur auf Englisch erhältlich, was aber durch das Ein-Personen-Entwickler-„Team“ nicht verwunderlich ist. Besonders gut haben mir die Dialoge gefallen, die nach und nach freigeschaltet werden. In traditioneller Text-Tafel-Manier ohne Sprachausgabe lernen wir so mehr über unsere Nachbarn, das Städtchen, die Geschichte und mehr kennen. Die Leute von Stardew Valley sind mir richtig ans Herz gewachsen, und ich werde wohl noch einige Stunden damit verbringen, alle auf den vollen Freundschaftsstatus hochzuquatschen.

Der Entwickler reicht auch Patches nach, zuletzt wurde das Ehe-System aktualisiert, da ich ingame noch nicht verheiratet bin, kann ich dazu leider noch nichts sagen. Ich hoffe auch auf Variationen der Jährlichen Events, leider sind die Dialogoptionen bisher jedes Jahr die selben, das kann auf Dauer dann doch etwas fad werden. Alles in allem ein Spiel, in das ich gern jede Menge Stunden gesteckt habe, und das ich euch wärmstens empfehlen kann.

Habt ihr Stardew Valley gespielt – lasst uns doch euren Eindruck in den Kommentaren da. Wenn euch dieses Tagebuch/Guide gefallen hat oder ihr Verbesserungsvorschläge habt, lasst es mich wissen. Ihr findet mich wie immer auf Twitter (oder unter der E-Mail Adresse unten). Und jetzt entschuldigt mich, ich muss Sebastian einen Heiratsantrag machen…

Written by: Ronja Antesberger

Social Bumblebee Seit ich mir einen eigenen PC leisten konnte, bin ich den Pixeln verfallen, und blicke auf eine lange Karriere als bürgermeisternde Schneiderin in Ultima Online, täglich raidende Assassine in EverQuest 2 und alles-und-jede-Quest-abschließender Geralt in allen Witcher Spielen zurück. Meine Liebe gilt den Strategiespielen der späten 90er, wie Age of Empires und Command & Conquer sowie jeglicher Variante an Rollenspiel. Mein Faible für Indies und Selbstdarstellung hat mich vor einigen Jahren zum Streaming und zu YouTube gebracht, und in Konsequenz auch endlich beruflich in den Bereich. Nach über einem Jahr bei der Wiener Video Game Livestreaming Plattform Hitbox konzentriere ich mich nun auf meinen selbstständigen Pfad als Social Media Marketing und PR Beraterin, Bloggerin und SchreiberlingIn for „All Things Video Games“. Ich freue mich, als Neuzugang beim Continue-Magazin dabei zu sein, wir hören uns im nächsten Podcast! Bei Fragen, Anregungen und Feedback: antesberger@continue-magazin.at oder einfach auf Twitter.