Sonic’s gefährliches Spiel mit Feuer & Eis

In Sonic Boom: Feuer & Eis geht es heiß her. Oder eiskalt, wie man es gerade nimmt.

Mit Sonic-Spielen ist das immer so eine Sache. Alles, was die Serie ausgemacht hat, wurde in den Veröffentlichungen der letzten Jahre immer wieder mal vergessen und nur halbherzige Abenteuer präsentiert. Allerspätestens nach Sonics Eroberung des Smartphone-Marktes und kopierter Doodle-Jump- oder Temple-Run-Ideen war die Marke wohl am absoluten Nullpunkt angelangt. Doch nun lässt man mit Sonic Boom: Feuer & Eis wieder ein wenig aufhorchen.

Die Level sind schnell zu absolvieren, wie man es gewohnt ist.

Die Level sind schnell zu absolvieren, wie man es gewohnt ist.

Zugegeben, es ist nicht das beste Sonic-Spiel, das ich in meiner Laufbahn als Videospieler und -redakteur gespielt habe, aber es erinnert mich doch ein wenig an die guten alten Zeiten. Ihr schnellt mit Sonic wieder rasant durch die schön gestalteten Level und könnt gleichzeitig aber alternative Wege und ihre Geheimnisse erkunden. Somit ist auch gleich sichergestellt, dass der Mehrspielwert gegeben ist, möchte man die Level ganz sehen oder vormals vergessene Collectibles aufsammeln. Egal wie man es nimmt, Sonic Boom: Feuer & Eis baut auf der bewährten Sonic-Formel auf und das gar nicht mal so schlecht.

Aber was hat das mit Feuer & Eis zu tun, werdet ihr euch fragen. Nun, ihr habt die einzigartige Fähigkeit, zwischen zwei Auren, die euch umgeben, umzuschalten. Einmal seid ihr brennend heiß, ein andermal „cold as ice„. Verschiedene Barrieren versperren euch ab und an den Weg, welche ihr mit diesen Auren schmelzen oder vereisen könnt, um weiterzukommen.

Manchmal bestehen die Levels auch aus Mini-Games.

Manchmal bestehen die Levels auch aus Mini-Games.

Außerdem seid ihr nicht nur auf Sonic alleine angewiesen. Insgesamt fünf verschiedene Charaktere aus dem Sonic-Universum gehen euch beim Abenteuer zur Hand. Tails, Knuckles, Sticks und Amy haben verschiedene Spezial-Angriffe, die nötig sind, um gewisse neue Bereiche zu betreten. So könnt ihr beispielsweise mit einem Dampfhammer Plattformen senken, einem Laser gegen reflektierende Elemente schießen oder auch einem Bumerang Schalter betätigen, um nur einige davon zu nennen. Nach und nach schließen sich euch eure Freunde im Laufe der Story an und ihr könnt sie jederzeit im Level auf dem Touch-Screen des Nintendo 3DS auswählen.

Positiv zu erwähnen sei, dass Sonic nicht zu knapp am rechten Bildschirmrand klebt und seine Größe im Vergleich zur Umgebung geschickt gewählt worden ist, damit man – zumindest die meiste Zeit – nicht raten muss, welche Hindernisse vor einem liegen. Sollte man dann doch mal von Stacheln & Co. erwischt worden sein, machen das die sehr fair gewählten Rücksetzpunkte wieder wett.

Mit geschicktem Umschalten zwischen Feuer und Eis bahnt ihr euren Weg.

Mit geschicktem Umschalten zwischen Feuer und Eis bahnt ihr euren Weg.

Einige Level bieten euch ein etwas anderes Erlebnis, nämlich das eines Mini-Spiels. Entweder rennt ihr beispielsweise mit der Kamera hinter euch durch ein Level und müsst nach links und rechts ausweichen oder ihr düst auf einem Hovercraft durchs Wasser und erledigt Bomben mit eurem Geschütz, um so schnell wie möglich ans Ziel zu gelangen.

Am Ende eines jeden großen Abschnittes gibt es auch größere Gegner, die es in einem Kampf zu besiegen gilt. Diese machen einen guten Nutzen von beiden Bildschirmen und sind recht spaßig, aber nicht wirklich schwer. Die Story des Spiels ist leider etwas zum Fremdschämen, genau so, wie die etwas albernen Zwischensequenzen. Da möchte man doch meinen, dass Sonic-Spiele mal ernster zu nehmen waren. Nun, alle Cutscenes lassen sich überspringen, somit soll das nicht unser Problem sein. Was ich aber als ein solches sehe, ist, dass es anscheinend in Mode gekommen ist, Spiele für den Nintendo 3DS mit halb garem und ruckelnden 3D-Effekt auszustatten und dann auch nur teilweise. Mit dem etwas laschen Soundtrack gepaart, bleibt dann am Ende doch nicht das, was man sich erhofft hat.

Fazit

Seit Jahren fiebern Sonic-Fans dem entgegen, was wohl nie mehr kommen wird. Sonic und seine Freunde haben sich mittlerweile einem anderen Publikum gewidmet, welche sich „Kids“ nennen. Als in die Jahre gekommener Sonic-Fan kann man da nichts mehr mit dem neumodernen Zeug anfangen. Sonic Boom: Feuer & Eis erinnert jedoch teilweise an diese gute alte Zeit, birgt aber auch Einiges in sich, was nicht unbedingt im Spiel Platz finden hätte müssen. Positiv herauszuheben ist aber, dass das Level-Design und das Gefühl der Schnelligkeit absolut großartig ist. Hätte man jetzt noch eine erwachsenere Story und einen peppigeren Soundtrack integriert, wäre es wohl ein absoluter Top-Titel geworden. So bleibt nur das erneute Warten. Vielleicht schafft es ja Sonic Mania in ein paar Monaten wieder, das Sonic-Herz höher schlagen zu lassen.

WERTUNG: 7/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at