So viele Serien und so wenig Zeit

Wieder ist ein Jahr rum und die Anzahl der verflixt guten Serien da draußen ist nicht weniger geworden. Zeit, sie alle zu sehen hat keiner von uns. Hach, wie gerne würde ich nochmals meine Teenager Jahre durchleben. Die Freizeit von damals kommt nie wieder …

Ende des vergangenen Jahres konnte ich etwas genießen, nach dem man normalerweise sehr lange in meinem Vokabular sucht: Urlaub. Ganze drei Wochen hatte ich für mich und all das Zeit, wofür sonst nur wenig davon bleibt: TV-Serien. Abgesehen von den lästigen Unterbrechungen der Weihnachtsfeiern, hatte ich es mir also auf meiner Couch gemütlich gemacht und diverse Streaming-Portale durchstöbert, sowie DVD Boxen hervorgekramt, die bereits Staub angelegt hatten. Ja liebe Kinder, vor einiger Zeit konnte man Serien noch auf Scheibe kaufen. Lange bevor der Streaming-Wahnsinn unsere Wohnzimmer übernommen hatte.

Jetzt, nachdem das neue Jahr bereits voll im Gange, der Urlaub vorbei und der Alltag wieder im Leben eingekehrt ist, merke ich, dass ich ein Problem habe: Ich kann all die Serien nicht weiter schauen, die ich angefangen habe, denn woher soll ich die Zeit nehmen? Hatte man in den 70ern-90ern noch die üblichen Sitcoms am Bildschirm flimmern, bei denen es egal war, ob man eine ganze Staffel dazwischen nicht gesehen hat, so hat sich das Bild diesbezüglich drastisch verändert. Jede Serie ist mittlerweile schon so gut produziert und storylastig geworden, dass man einerseits vor dem Bildschirm gefesselt wird und man andererseits auch keine Folge mehr verpassen darf. Jetzt, wo jeden Monat einfach haufenweise neue Serien erscheinen und bereits laufende mit neuen Staffeln verlängert werden ist entweder gutes Zeitmanagement oder knallhartes Ausschlussverfahren gefragt. Ich fang‘ dann mal mit Letzterem an, Deal?


Jessica Jones

Heute erst die letzte Episode gesehen, jedoch mit gemischten Gefühlen zurückgeblieben: „Hat mir die Serie nun gefallen oder nicht?“. Sie ist sehr langsam und träge erzählt, hat mich aber doch motiviert gehalten. David Tennant als Bösewicht war genial, wenn auch unspektakulär. Ein Superheld mit nicht sichtbaren Superkräften? Hm. Ob ich die nächste Staffel auch ansehen werde, weiß ich noch nicht.


Seinfeld

Jaja, ich bin großer Friends-Fan, aber Seinfeld ist immer an mir vorbeigegangen. Die Serie ist mein Lückenfüller für Zwischendurch, wenn man noch 20 schnelle Minuten für den nächsten Termin Zeit hat oder man etwas zum Lachen braucht. Was Joey für Friends war, ist Kramer für Seinfeld. Verdammt, ich gehe sogar so weit und sage: Kramer > Joey! ’nuff said.


Gadget Man

Richard Ayoade, auch bekannt aus The IT Crowd, tritt ab Staffel 2 in die Fußstapfen von Stephen Fry und präsentiert den neuesten heißen Scheiß in der Gadget-Welt, die das alltägliche Leben vereinfachen sollen. Von der Tablet-Beamer-Kombination bis hin zum Schlaflieder singenden Roboter, hier schlägt jedes Nerd-Herz höher. Ein Tipp für alle Gleichgesinnte!


You, Me and the Apocalypse

Die Welt geht unter und wir erleben die letzten 34 Tage aus verschiedenen Sichtpunkten diverser Charaktere. Klingt interessant? Ist es auch, irgendwie. Wenn der Tag des jüngsten Gerichts unmittelbar bevorsteht, will man zumindest wissen, wie es dazu kommt und ob er in bester Armageddon-Manier verhindert werden kann. Ob das möglich ist, weiß ich zwar noch nicht, aber ich bleibe hier definitiv dran!


Wizard Wars

Ich war schon immer großer Fan der Zauberkunst und durfte auch David Copperfield zwei Mal live erleben. Wizard Wars geht einen ganz interessanten Weg: Es duellieren sich zwei Teams aus je zwei Magiern, die verschiedene Objekte vorgegeben bekommen, welche sie dann in ihren Illusionen einbauen müssen. Das daraus resultierende Gewinnerteam tritt gegen die Elite der Magier an und kann ein nettes Geldsümmchen gewinnen. Mir fehlen noch zwei Episoden, dann fiebere ich einer weiteren Staffel entgegen!


real rob

Rob Schneider spielt sich in einer herrlichen Comedy-Serie selbst und drückt dabei kräftig auf die Lachmuskeln. In seiner politisch absolut inkorrekten Unterhaltung versucht er eine selbst kreierte Serie zu etablieren und wir dürfen ihm dabei im alltäglichen Leben beiwohnen. Ich habe beinahe alle Folgen am Stück geschaut und hoffe hier ebenfalls auf eine Fortsetzung!


The Sopranos

Schande über mein Haupt. Alles, was Gangster oder Mafiosi in Filmen oder Serien enthält, kommt bei mir eigentlich nicht ungesehen vorbei. Die Sopranos haben es aber doch irgendwie geschafft und das muss nun schnellstens geändert werden. Nach nur wenigen Folgen bin ich komplett gefesselt und Suche nur nach Zeit, wann die nächste Folge geschaut werden kann.


Supergirl

Ich habe schon ein Problem mit dem männlichen Pendanten von Supergirl. Männer in Strumpfhosen ist halt auch nur von Mel Brooks wirklich lustig. Der Ableger mit weiblicher Hauptrolle hat mich bislang in drei Episoden aber auch noch nicht fesseln können und selbst die Motivation zum Weiterschauen fehlt mir im Moment gänzlich. Bislang wohl den eher flachen und wenig spannenden Charakteren verschuldet. Schade.


Ash vs. Evil Dead

https://www.youtube.com/watch?v=JxV4jKsxOs0

Bruce Campbell erlebt seinen zweiten Frühling. Nachdem die Tanz der Teufel Reihe einen Reboot ohne ihn erleben musste, kann er nun in der peinlich-komödiantisch veranlagten Serie Ash vs. Evil Dead wieder unseren Lieblingsprotagonisten spielen. Der Charme von damals fehlt definitiv nicht. Mir gefällt’s jedenfalls so, dass ich es weiterschaun möchte. Groovy.


The Leftovers

Lost-Mastermind Damon Lindelof lässt kurzerhand 2% der Weltbevölkerung verschwinden und setzt uns vor ein großes Fragezeichen. Was im Piloten wirklich fesselnd vermittelt wurde, fehlt mir persönlich jedoch in den nachfolgenden Episoden. Da ist wohl auch Liv Tyler in einer Hauptrolle nicht genug, um mich zum Weiterschauen zu animieren. Staffel 2 soll zwar wieder besser sein, aber da muss ich erst mal hin. Meh.


Minority Report

https://www.youtube.com/watch?v=_fLl-DMzxrk

Den Film mit Tom Cruise kennen wir wohl alle. War gut damals. Die Serie hingegen ist absoluter Käse. FOX hat die Serie auch frühzeitig von 13 auf 10 Folgen gekürzt und eine Absetzung (oder auch unwahrscheinliche Verlängerung) steht noch aus, aber Verbrechen voraussagen ist wohl nicht mehr ganz so cool, wie 2002. Finger weg!


Nachdem wir nun die angefangenen Serien durchgekaut haben, stehen noch viele weitere auf meiner Watchlist, für die ich wohl in den nächsten Wochen kaum bis gar keine Zeit finden werde:

  • It’s Always Sunny In Philadelphia
  • Man Seeking Woman
  • The Increasingly Poor Decisions Of Todd Margaret
  • Smartest Guy In The Room
  • Arrow
  • Colony
  • Vinyl
  • 3rd Rock From the Sun
  • The Comeback
  • Moone Boy
  • Sex&Drugs&Rock&Roll
  • Rick and Morty
  • That ’70s Show
  • Toast of London
  • Wilfred

Und nun? Tipps?

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at