Rückblick: The Legend of Zelda – A Link Between Worlds

Seit einigen Jahren musste sich Nintendo die Vorwürfe gefallen lassen, dass sich die Games um Mario, Samus Aran oder Link nicht mehr weiterentwickeln würden. Dem steuerte der japanische Videospielhersteller nun entgegen – verrückterweise mit einem Remake eines Spiels, welches uns bereits vor 20 Jahren vorgesetzt wurde. Grund genug einen Rückblick auf das Spiel zu werfen.

The Legend of Zelda: A Link to the Past ist für viele Gamer eines der grandiosesten Games des grün gekleideten Zipfelmützenträgers Link. Die klassische Vogelperspektive des NES-Erstlings, gepaart mit den grafischen Möglichkeiten des Super Nintendo Entertainment Systems versetzten anno 1992 die Leute an den grauen Controllern ins Staunen. Massig Dungeons, ausgefuchste Rätsel und gleich zwei Story-Dimensionen forderten viel vom Publikum, gaben aber die Genugtuung, ein tiefes und befriedigendes Spielerlebnis vor sich zu haben. Vor etwas mehr als einem Jahr kam der Titel zurück auf den 3DS, aber nicht einfach als Download-Retro-Game, sondern als komplett überarbeitete Verneigung vor dem Original mit vielen neuen Einfällen.

The Legend of Zelda - A Link Between Worlds

Durch die Möglichkeit, sich selbst in die zweite Dimension zu begeben, eröffnen sich viele neue ausgeklügelte Rätsel

Obwohl auf den ersten Blick viel an die SNES-Vorlage erinnert, wird schnell klargemacht, dass das Spiel zwar in derselben Welt handelt, aber seit der Reise Links in die Schattenwelt eine Menge Wasser die Donau bzw. deren hylianisches Pendant runtergelaufen ist. Der Link auf dem 3DS ist ein anderer, Prinzessin Zelda auch – und selbst die Probleme, die das Land Hyrule de verwandelt hat. Klar, dass die vom Spieler zu befreien sind. Das macht man in sieben Dungeons – etwas das es bereits im Original gab. Deren Layouts und die Rätsel darin sind aber von Grund auf überarbeitet. Durch das neu eingeführte Feature, dass sich Link jederzeit selbst in ein Gemälde verwandeln kann, ergeben sich viele ungeahnte Lösungswege, dieser Clou sorgt aber auch für optische Wow-Momente. Einmal an der Wand wechselt die Ansicht nämlich von der Vogelperspektive in eine Third-Person-Sicht, die einen neuen Blick auf die Spielwelt freigibt, aber auch demonstriert, dass die einstige Pixel-Gestaltung der SNES-Zeit einem komplett polygonalen Hyrule gewichen ist. Ungeachtet, ob man Link allerdings von oben oder von der Seite betrachtet, sei noch angemerkt, dass der 3D-Effekt in A Link between Worlds so gut funktioniert wie in kaum einem anderen Spiel. Viele aufzusuchende Verliese bestehen aus mehreren Ebenen, die dann oft auch gut erkennbar übereinander angeordnet sind. Löcher im Boden, Aufzüge oder Brücken eröffnen dann die Sicht auf die darunterliegenden Stockwerke und geben dem 3D-Effekt endlich das, was vielen anderen Spielen auf dem innovativen Handheld Nintendos fehlt: echte Tiefe!

The Legend of Zelda - A Link Between Worlds

Die Dungeons im Spiel bieten durch den 3D Effekt einige „Wow“-Momente

Doch das ist noch lange nicht alles, was A Link between Worlds so beispiellos macht. Im Unterschied zu bislang allen anderen Auskopplungen der Reihe steht es dem Spieler beinahe immer frei, in welcher Reihenfolge er der Absolvierung der Dungeons nachkommen möchte. Dafür sorgt ein überdrehter Händler in Form eines rosa Kaninchens, der die ganze Bandbreite an für die Verliese nötigen Special-Items feilbietet. Fand man diese früher erst nach und nach in den einzelnen Dungeons, wodurch die Reihenfolge der Lösung strikt vorgeben wurde, mietet man Bumerang, Bomben, Feuerstab & Co. nun ganz einfach. Einziger Haken an der Sache: Segnet Link das Zeitliche, müssen die Gegenstände neu gemietet werden, bevor man wieder in die Schlacht zieht. Sammelwütige werden mit der Zeit aber ohnehin genug Rubine aus Schatzkisten geholt haben, um sich die Gadgets gegen einen höheren Preis beim Händler für immer zu sichern. Dadurch ergibt sich ein gut funktionierender Mix aus knackigen Rätseln, lustigen Schwertgefechten und der Reise durch Hyrule sowie dessen schattiges Gegenstück Lorule, um alle Geheimnisse und Schätze aufzustöbern.

The Legend of Zelda - A Link Between Worlds

Der Verkäufer leiht euch alles, was ihr gerade so brauchen könntet. Natürlich nur mit dem nötigen Kleingeld.

The Legend of Zelda: A Link between Worlds ist trotz seiner tief in der SNES-Zeit verankerten Wurzeln so innovativ, wie man die Reihe bislang nicht sah. Ohne auf die langjährigen Stärken zu vergessen wurden neue Elemente ins Gameplay integriert, welche die Spielerfahrung bereichern und trotz des großen Umfangs für Frische und angenehme Kurzweil sorgen. Wären die Kämpfe noch ein bisschen knackiger geraten, wäre das Spiel perfekt. Ein Must-Have für alle 3DS-Besitzer!

WERTUNG: 10/10


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

  • Das kann ich so nur unterstreichen. Für mich das beste Spiel des Jahres 2013!