Robinson – The Journey

Auf einem fremden Planeten gestrandet beginnt eure Reise mit der Suche nach eurer Crew. Doch dabei trefft ihr auf unerwartete Kreaturen …

Eigentlich hat sich Crytek einen Namen durch die bahnbrechende Shooter-Trilogie Crysis gemacht. Doch neuerdings konzentriert man sich auch auf VR-Erlebnisse, wie man schon bei The Climb für Oculus Rift unter Beweis stellen konnte. Nun dürfen auch Besitzer einer PlayStation 4 samt PlayStation VR ein Abenteuer des deutschen Entwickler-Studios erleben. In Robinson – The Jouney schlüpft ihr in die Rolle eines kleinen Jungen, der auf einem fernen Planeten bruchlandet. Genauer gesagt tut er dies in seiner Rettungskapsel des Raumschiffs Esmeralda, welches den Absturz nicht überstanden hat. Auf dem Planeten Tyson III sicher gelandet, findet er alsbald einen kleinen Tyrannosaurus Rex namens Laika, die er gleich zu seinem Haustier macht. Gehorsam wie das Mädchen ist, begleitet es Robin von nun an auf Schritt und Tritt.

Die Begegnung mit riesigen Dinosauriern ist beindruckend.

Die Begegnung mit riesigen Dinosauriern ist beindruckend.

Apropos Begleitung: Higs, die freundliche K.I.-Einheit von nebenan, ist euch ebenfalls wohlgesonnen und euer ständiger Wegweiser. Er erzählt euch nicht nur alles Wissenwerte, das es auf seinem Speichermodul zu finden gibt, sondern gibt euch auch Tipps, solltet ihr mal den falschen Pfad bestreiten. Doch welche Pfade sind das eigentlich? Nun, der Planet, auf dem ihr gelandet seid, ist ausgerechnet einer voll mit prähistorischen Dinosauriern, die euch natürlich um einiges überragen. Demnach ist eure Reise voller Gefahren und Nervenkitzel. Aber was bleibt euch denn anderes übrig, als zu versuchen, ein neues Leben aufzubauen und nach Überlebenden bzw. der Absturzursache auf Tyson III zu suchen? So treibt es euch aus dem sicheren Gebiet hinaus in die verschiedenen Dschungelabschnitte, um nach Antworten zu suchen. Rätsel über Rätsel werden euren Weg kreuzen und euer treues Haustier darf fleißig mithelfen. So könnt ihr Laika Befehle erteilen, um beispielsweise Objekte zu bergen oder lauthals loszubrüllen und andere Dinosaurier vertreiben, um einen neuen Weg zu ebnen. Das funktioniert oft gut, manchmal schlecht, selten gar nicht. Alles andere bleibt in eurer Hand.

Auf eurer Reise begleiten euch Higs und Laika, das Dinosaurier-Mädchen.

Auf eurer Reise begleiten euch Higs und Laika, das Dinosaurier-Mädchen.

Ihr müsst Objekte mit einer Art „Gravity-Gun“ bewegen, solltet ihr in einer mit Energie versorgten Zone stehen, neue Wege freimachen, in luftige Höhen klettern, an Seilen entlang hangeln oder die Umgebung scannen. Alles mit simplen Eingaben am Controller, während ihr lediglich eure beiden Hände vor euch im VR-Headset betrachten könnt. Dabei wird es einem oft mulmig, wenn man nicht ganz schwindelfrei ist. Die Immersion des Abenteuers ist enorm – vor allem dann, wenn die ersten großen Dinosaurier euren Weg kreuzen. Es ist schon ein großartiges Gefühl, diese Kolosse so betrachten zu können, als würde man tatsächlich vor ihnen stehen. Doch da wird man manchmal auch etwas rausgerissen. Denn obwohl das Erlebnis ein einzigartiges ist, gibt es auch ein paar Downsides, die einem hin und wieder negativ auffallen. So ist die Grafik des Spiels zwar eine der besten, vergleicht man diese mit anderen am Markt erhältlichen VR-Spielen, dennoch wirken Texturen oft matschig und verschwommen. Auch die Art und Weise, wie man sich fortbewegt, ist etwas seltsam und nervend. So kann man sich nicht frei drehen, sondern hat vorgegebene Richtungen, was nicht immer zum idealen Weg passt. Drückt man den linken Stick dann nicht geradeaus, sondern leicht in eine Richtung, verlangsamt sich die Fortbewegung oder bleibt gar gänzlich auf der Strecke liegen, was zu enormem Frust führen kann. Prinzipiell ist das Produkt der hauseigenen CryEngine jedoch definitiv eines zum Vorzeigen.

Nicht alle Dinosaurier sind freundliche Pflanzenfresser.

Nicht alle Dinosaurier sind freundliche Pflanzenfresser.

Abwechslung im Lösen der Rätsel bietet euch Higs, mit dem ihr das Gebiet übersichtlich und in Miniaturform vor euch findet. Seine Aufgabe ist es dann, das Gebiet mit Strom zu versorgen, indem ihr die Zuläufe so regelt, dass die richtige Menge davon an gewissen Knotenpunkten ankommt und überflüssige Leitungen abgeschaltet werden. Das Scannen der Lebewesen erfolgt durch das Umschalten eures Multifunktions-Tools und dem Führen des Scanners durch eure Kopfneigungen. Ihr müsst damit gewisse Punkte an eurem Zielobjekt berühren. Solltet ihr jedoch einen roten erwischen, heißt es wieder von vorne beginnen. Und das war’s im Großen und Ganzen dann auch schon. Robinson – The Journey ist ein Walking Simulator gepaart mit einigen Handlungen auf der Suche nach Antworten und definitiv etwas, womit man seine Freunde beeindrucken kann.

Fazit

Das Konzept, in der virtuellen Realität nach Dinosauriern greifen zu können ist faszinierend. Crytek hat einen sehr guten Job daran getan, das Erlebnis so immersiv wie nur möglich zu gestalten. Prinzipiell geschieht nicht sonderlich viel im Spiel, die Präsentation als Ganzes weiß aber durchaus zu überzeugen. Technisch kann sich das Spiel sehen lassen, auch wenn man Kompromisse bei Texturen und Schärfegrad hinnehmen muss. Oftmals ist man jedoch verloren und auch die Kommentare von Higs verwirren manchmal, als dass sie einem helfen würden. Größter Kritikpunkt ist wohl die Kombination aus Spiellänge und Preis. Robinson – The Journey findet ihr als Vollpreisspiel im Ladenregal wieder, aber nach wenigen Stunden ist bereits Schluss. Wiederspielwert gibt es wohl keinen, außer, wenn man Freunde das Abenteuer selbst erleben lassen möchte. Prinzipiell ist es aber eine schöne Reise, die man in Erinnerung behalten wird.

Achtung: Die oben zu sehenden Screenshots wurden vom Publisher zur Verfügung gestellt und repräsentieren nicht unbedingt die tatsächliche Grafik im VR-Headset!

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Sony für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at