Review: Yo-Kai Watch

Yo-Kai What? – Bitte nicht „Pokémon“ nennen!

Der Sommer verabschiedet sich langsam und Pokémon Go hat euch in den letzten Wochen mehr Zeit mit euren Freunden verbringen lassen, als im kompletten Jahr davor. Darum sind viele Spieler da draußen wieder bereit sich in den eigenen vier Wänden  zu verbunkern und das Sozialverhalten auf das Grüßen des Haustieres zu reduzieren. Da wir auf Pokémon Sonne und Mond aber noch ein paar Monate zu warten haben, gilt es, der Langweile bis dahin etwas entgegenzuwirken. Dafür seid ihr mit Yo-Kai Watch bestens beraten. Was genau sich hinter dem japanischen Erfolgstitel verbirgt, soll euch in folgenden Absätzen näher gebracht werden.

Erinnert an Pokémon, ist es aber nicht.

Erinnert an Pokémon, ist es aber nicht.

Ich will der allerbeste sein

Die Handlung ist ganz schnell erklärt: Der junge Nathan ist mit seinen Freunden auf Käfersuche und begibt sich dafür alleine in einen nahegelegenen Wald. Nahe einer Tempelanlage, im Kern des Waldes, wirft er eine Münze in einen seltsamen Automaten, der ihn anschließend auf Whisper, ein sogenanntes Yo-Kai treffen lässt. Dieser schenkt ihm die Yo-Kai Watch, mit dessen Hilfe er nun auch all die anderen skurrilen Monster sehen kann, die übrigens nicht immer die besten Absichten mit den armen Stadtbewohnern haben. So schickt euch das Spiel kreuz und quer durch die Stadt, um einerseits mehr über die Yo-Kai herauszufinden und andererseits den Leuten in unterschiedlichen Quests gegen diese unsichtbaren Plagen zu helfen.

Gonna feed them all

Sobald euch eure Uhr darauf hinweist, dass sich eines der seltsamen Monster in der Nähe befindet, könnt ihr mit einer Art Monokel Ausschau danach halten. Sobald ihr sie auf eurem Touchscreen sichtbar gemacht habt, beginnt ein Kampf. Durch unterschiedliche Nahrungsmittel und Getränke könnt ihr die Herzen der Yo-Kai für euch gewinnen und sie nach einem beendeten Kampf als Begleiter erhalten. Jedes Yo-Kai hat aber andere Vorlieben und Abneigungen und auch nicht jede der bevorzugten Speisen ist gleich von Start weg zu erkaufen. Außerdem ist das Füttern der richtigen Speise kein Garant für einen fixen Fang. Das lässt das Spiel an diesem Punkt leider ein bisschen willkürlich erscheinen. Denkt daran, wie hoch die Chancen bei Pokémon waren, ein legendäres Pokémon zu fangen. So fühlt sich Yo-Kai Watch im späteren Verlauf leider viel zu oft an.

Ihr tretet einen Kampf immer mit drei Yo-Kai gleichzeitig an.

Ihr tretet einen Kampf immer mit drei Yo-Kai gleichzeitig an.

Ich wähle dich, [Name einfügen]!

Kämpfe in Yo-Kai Watch dauern nicht besonders lange und überschreiten das gewohnte Auswählen von Attacken und Heilen der Pokémon-Reihe. Ihr könnt aus eurem Sammelsurium sechs Favoriten festlegen, die auf einer Scheibe am Touchscreen nebeneinander angeordnet werden. In dieser Hälfte des 3DS läuft auch das eigentliche Spielgeschehen ab. Gekämpft wird bei Yo-Kai Watch immer mit drei Monstern gleichzeitig, die sich auf der besagten Scheibe aber auch nebeneinander befinden müssen. Boni gibt es für alle Kombinationen der gleichen Monstertypen. Die Basisangriffe machen eure Yo-Kai ganz eigenständig auf einen von euch ausgewählten Gegner. Die ultimativen Angriffe hingegen liegen alleine in eurer Hand und können auch nur durch das Erledigen von kleinen Minigames ausgeführt werden. All die restliche Arbeit im Kampf ist lediglich das Heilen der Yo-Kai und ihrer Zustandsveränderungen. Klingt gar nicht so langweilig, wenn man bedenkt, dass nebenbei noch für einen möglichen Fang kräftig gefüttert werden muss, nicht?

Die Drehscheibe zum Erfolg.

Die Drehscheibe zum Erfolg.

Fazit

Mein größtes Problem mit Yo-Kai Watch war, dass die Nebenquests so Überhand nehmen, dass ich dem Haupthandlungsstrang irgendwann ordentlich hinterherhinkte. Ich kam im späteren Spielverlauf an dem Punkt an, wo ich Questgegenstände nicht mehr organisieren konnte, weil eine Hauptquest das neue Stadtgebiet erst freischalten musste, wo es diese dann zu kaufen gab. Das ist aber weniger ein Minuspunkt als ein Zeichen dafür, dass das Spiel sehr umfangreich ausgestattet ist.  Ein wirklicher Frustpunkt war jedoch das Fangen von Yo-Kais, das nur über das Fütterungssystem oder im Laufe von Quests gelingen konnte. In mir kam schnell das Gefühl auf, dass es nicht wirklich darum ging, alle zu fangen, sondern eher darum, starke Begleiter zu finden, um den Leuten zu helfen. Schade eigentlich, wenn im Spiel selbst doch seitens der Freunde immer wieder das Sammeln von Käfern aufgegriffen wird. Nach dem Fangsystem hört mein Genörgel auch schon wieder auf. Yo-Kai Watch kann eigentlich kaum mit Pokémon verglichen werden und ließ in mir eher Erinnerungen an alte digimon’sche Tage aufkommen, wo es auch eher um das Erkunden der Monster ging, und bei den Begleitern eher Qualität als Quantität zählte. Eine große Empfehlung für alle 3DS-Besitzer!

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂


GEWINNSPIEL

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Teilnahmeschluss ist der 09.09.2015, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird schriftlich verständigt. Gerne könnt ihr diesen Beitrag auch teilen. Barablöse ausgeschlossen. Viel Glück!

Written by: Corina Sprung

Luftschlossbauarbeiterin Es ist keine einfache Kindheit, wenn deine Mama gelernte, aber nur an dir praktizierende Frisörin und dein Papa Sozialarbeiter mit esoterischen Lebensabschnittspartnerinnen ist. Schulkollegen oder generell Kinder können so grausam sein und darum war es gar nicht verwunderlich, dass mein bester Freund meine PlayStation war. Die war immer lieb zu mir und mit dem Erhalt eines Standcomputers wurde beinahe ein Freundeskreis daraus. Weil ich aber erstens von den hust gebrannten Konsolenspielen eines Freundes lebte und zweitens in der finsteren stinkenden Seitengasse des technischen Standards unterwegs war, hatte ich lediglich Zugang zu Spielen, die so beliebt waren wie ich. Tetris kennt jeder. Habt ihr aber schon mal Tomba, Skull Monkeys oder Runaway gespielt? Jetzt bin ich eben die, die Videospiele aus purer Dankbarkeit liebt, Point 'n Click als Lieblingsgenre bezeichnet und Geld hat, um zu einem richtigen Frisör zu gehen. Alles gut! Fanpost bitte an sprung@continue-magazin.at. Beschwerden ins Tagebuch.

  • AlyBubsen

    Im Moment Pokemon aber ich habe Yokai Watch auch noch nicht gespielt.