Review: Titanfall 2

Titanfall ist zurück! Diesmal inklusive Singleplayer-Modus und Multi-Plattform.

Vor knapp drei Jahren erblickte Titanfall das Licht der Konsolenwelt. Von vielen als grandioser Multiplayer-Titel gefeiert, fehlte dem Prämierenwerk von Respawn Entertainment – dem Studio, welches vormals für die Entwicklung einiger Call of Duty Titel verantwortlich war – zwei essenzielle Dinge: zum einen ein Singleplayer-Modus und zum anderen war es exklusiv für Konsolen aus dem Hause Microsoft erschienen. Zwar konnte der Titel knapp drei Millionen Stück verkaufen, aber das volle Potential war damit definitiv nicht ausgeschöpft. Wie erfreulich also, dass nun beide Kritikpunkte beseitigt wurden.

Titanfall 2 sieht umwerfend aus

Titanfall 2 sieht umwerfend aus

Die Story von Titanfall ist simpel: Ein feindlich gesinntes Imperium versucht die gesamte Galaxie zu übernehmen und eine Rebellion kämpft dagegen auf verschiedenen Planeten an. In beiden Armeen finden sich so genannte „Piloten-Spezialisten“ wieder, welche die Fähigkeit besitzen, Titanen-Mechs zu steuern. Aber selbst ohne diese sind sämtliche Piloten flinke und tödliche Kämpfer. Durch den speziellen Anzug können sie sich ultraschnell fortbewegen und auch an Wänden laufen. Was so simpel klingt ist anfangs recht schwer. Mit der Zeit bekommt man jedoch den Dreh raus und hat man die Technik erst einmal gemeistert, wünscht man sich, dass sämtliche Spiele ein solches Kampfsystem hätten.

In der Story nehmt ihr die Rolle des Piloten Cooper ein, welcher sich durch den Tod seines Mentors eher zufällig mit seinem Titanen verbündet, der fortan seinen Befehlen gehorcht. Der Titan B.T. bittet ihn bei einer geheimen Mission zu assistieren, die von euch natürlich erfolgreich abgeschlossen wird. Anschließend wird von der befehlshabenden Vorgesetzten die weitere Zusammenarbeit mit B.T. nicht nur aufgrund des Pilotenmangels erlaubt. B.T. ist ein einfacher Titan mit trockenem Humor. Ein wirklich witziger Begleiter auf eurem Abenteuer durch die verschiedensten Gebiete des Planeten. Es wird euch definitiv nicht nur einmal ein kräftiges Lachen entweichen. Die Kommunikation mit B.T. erfolgt durch kurze Antworten, welche man selbst wählen kann, wodurch sich eine gewisse Bindung zwischen euch aufbaut. So ist mir der ulkige Titan schon nach wenigen Missionen wirklich am Herzen gelegen, wie kaum jemand anderer zuvor in Videospielen.

Die Kämpfe mit dem Mech fühlen sich gut an

Die Kämpfe mit dem Mech fühlen sich gut an

Die Missionen im Spiel sind eher geradlinig und schlauchartig, wie man sie heutzutage nicht nur von Call of Duty bereits gewohnt ist. Aber aufgrund der interessanten Spielelemente soll das nichts Negatives sein. Prinzipiell kommt ihr in ein Gebiet, erledigt eine Aufgabe und zieht weiter. Ihr könnt dies in Titanfall 2 jedoch auf verschiedenste Arten und Weisen machen. So könnt ihr einerseits eure Waffe zücken und sämtliche Gegner niedermetzeln, die euren Weg kreuzen – oder aber auch geschickt mit Wallruns und -jumps um die Widersacher herum manövrieren und euch mittels Stealth-Modus kurzfristig unsichtbar machen, wollte es mal heikel werden.

Mit eurem Titanen B.T. könnt ihr dann so richtig Schaden anrichten. Aber auch hier gibt es wunderbare Optionen. Nach und nach werdet ihr verschiedene Waffen finden, welche euer Kampfverhalten gänzlich auf den Kopf stellen. Durch verschiedene Waffen, Sekundärfähigkeiten oder der Möglichkeit euch plötzlich in die Luft zu erheben, eröffnen sich viele verschiedene Wege, ganze Passagen oder Endbosse zu meistern. Solltet ihr mal den Kürzeren ziehen, wechselt einfach die Ausrüstung und versucht eine neue Taktik, auch während eines Kampfes. Dies funktioniert außerordentlich gut und macht das Spiel auch sehr viel interessanter als wenn man auf simple Waffenwechsel limitiert wäre.

Der Singleplayer-Modus ist eine ersehnte und gelungene Erweiterung der Franchise

Der Singleplayer-Modus ist eine ersehnte und gelungene Erweiterung der Franchise

Das Level-Design ist in manchen Abschnitten erstklassig und fokussiert sich vermehrt auf Geschicklichkeit und Puzzle-Elementen. So bauen sich ganze Level vor euch erst auf oder ihr wechselt zwischen zwei verschiedenen Zeiten, wodurch ihr plötzlich durch Bereiche gelangt, die in der jeweils anderen Zeit versperrt sind. Ohne viel zu verraten darf man vorweg nehmen: an Abwechslung fehlt es Titanfall 2 keinesfalls.

Auch am Multiplayer-Modus wurde geschraubt. Aber eher im Detail und per Feinschiff, als dass man das Konzept komplett verändert. Ich wiederhole mich: auch hier gut, dass dem so ist, denn der Multiplayer-Modus war das Kernstück des ersten Teils und hat einfach funktioniert. Somit werdet ihr auch hier nicht enttäuscht werden und wiederum unzählige Stunden eures Lebens versenken können.

Fazit

Titanfall 2 ist ein erstklassiger Action-Shooter mit futuristischem Setting. Alles was Teil eins erhoffen hat lassen, wurde so endlich in einem Singleplayer-Modus verpackt und nun auch auf Sonys PlayStation 4 veröffentlicht. Egal ob ihr ein Fan des Singleplayer-Modus seid oder lieber wieder gegen den Rest der Welt spielt: ihr werdet von Titanfall 2 restlos begeistert sein. So müssen Shooter aussehen!

WERTUNG: 9.5/10

Wir bedanken uns bei EA für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at