Review: The Order: 1886

Viel wurde schon über The Order: 1886 geschrieben und noch ein Review kann eigentlich wenig Neues erzählen. Ich versuche es trotzdem.

Gastartikel von Daniel Edlinger

The Order: 1886 wurde vor rund zwei Jahren angekündigt und der erste Trailer ließ uns in schauriger Erwartung. London im 19. Jahrhundert, futuristische Waffen und eine unglaubliche Optik ließen auf ein grafisches Highlight auf der PS4 hoffen. Und das ist es tatsächlich geworden. Aber sonst hat das Spiel in vielen Punkten enttäuscht. Wir zählen auf.

Warum diese hässlichen, schwarzen Balken oben und unten?

Sind bei der PAL-Version von Final Fantasy X damals noch die Wogen hoch gegangen, weil man schwarze Balken zur Framerate-Stabilisierung einfügen musste, stört das bei The Order: 1886 nur wenige Tester. Schön ist das nicht und es schmälert auch die Leistung, das Spiel so toll aussehen zu lassen.

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16:9-Glotze daheim und alles wird gut? Denkste… The Order: 1886 schmälert sich noch ein wenig.. // Quelle: Sony Computer Entertainment

Warum ist das Spiel so kurz?

Ha, das Reizthema der letzten zwei Wochen, seit das Let’s Play Video auf YouTube aufgetaucht ist, wo jemand das Spiel in rund 5 Stunden durchspielte. Auch wir hatten zu dieser Thematik schon einen Artikel. Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob das Spiel 5 oder 50 Stunden dauert, wenn es denn unterhält. Das macht The Order: 1886 zumeist schon, überrascht mit kleinen Zwischenspielchen und spektakulären Settings. Trotzdem ermüden die Ballereien schnell aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten.

Warum nur für Solisten?

Wenn man das Spielkonzept mal auf das Wesentliche runterbricht, dann finden wir hier Gears of War wieder, welches man die letzten beiden Teile, und das ist schon ein paar Jährchen her, bereits mit drei Freunden gemeinsam spielen konnte. Narrativ hatte man deshalb keine Einschränkungen, da das Spiel vier Charaktere in der Haupthandlung begleitete. Eigentlich genau wie bei The Order: 1886. Aber ja, dramaturgisch ist so mehr möglich und das nutzt das Spiel auch immer wieder aus. Deshalb wird diese dumme Frage abgewiesen. Es muss eben auch Single-Player-Games geben. Bei The Witcher 3 regt sich ja auch keiner auf.

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Allein unterwegs: Gebt auch Singleplayer-Spielen wieder eine Chance! // Quelle: Sony Computer Entertainment

Warum soll ich es trotzdem spielen?

Ja, eine wirkliche Empfehlung für das Spiel hört man an wenigen Orten, doch muss man fairerweise sagen, dass das Spiel schon seinen Reiz hat. Es sieht wirklich, auch trotz der schwarzen Balken, unglaublich hübsch aus, auch wenn die Detailschärfe der Charaktere noch höher als die der Umgebung ist. Zudem gibt es kaum Fruststellen, außer die Pumpgun-Typen tauchen mal wieder genau hinter euch auf.

Continue-Fazit: Weil ohnehin die wenigsten den ganzen Text hier lesen werden und gleich zum Fazit springen, hier nochmal der zusammenfassende Satz: The Order: 1886 ist ein hübscher interaktiver Film, der stellenweise an Dragon’s Lair erinnert und für jüngere Semester ein Gears of War ohne Kettensägen ist (GORE-Fact: Dafür gibt es eine Waffe, mit der man Gegner anzünden kann!). Mein Tipp: Lasst es einen Freund von euch kaufen und borgt es euch für einen Nachmittag aus. 7/10

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.

  • Michael Ferstl

    Der Tipp ist genial

  • Martin Ma

    Einen Freund kaufen lassen und borgen…der Tipp ist in der Tat genial 😀
    Für 5 Stunden Spielspaß würde ich das Geld nämlich nie und nimmer ausgeben, selbst wenn es das Spiel des Jahrhunderts wäre. Danke für das gute Review!