Review: The Legend of Zelda: Tri Force Heroes

Nintendo beschert uns dieser Tage wieder mal mit einem brandneuen Ableger der The Legend of Zelda-Reihe. Aber zur Enttäuschung Vieler handelt es sich dabei nicht um den lang ersehnten Teil für Wii U, sondern um ein Multiplayer-Spinoff für den 3DS. Ob die Formel aus vergangenen Tagen noch immer Früchte trägt, erfahrt ihr in unserem Review.

Erinnert ihr euch noch an das Jahr 2003? Würde ich vermutlich auch nicht, wäre in diesem Jahr nicht The Legend of Zelda: A Link to the Past & Four Swords für den GameBoy Advance erschienen. Ein Modul, zwei Games. Im Gegensatz zu A Link to the Past musste man bei Four Swords Freunde akquirieren, um sich ins Abenteuer stürzen zu können. Singleplayer war nicht. Daher konnte ich Four Swords leider auch nie spielen, weil ich damals keine Freunde hatte. Also … Freunde hatte ich schon, nur keine Gamer. Ähem 😉

Das Problem wurde aber bereits zwei Jahre später gelöst. Anno 2005 erschien der Multiplayer-Nachfolger Four Swords Adventures und man konnte sich nichtsdestotrotz auch alleine ins Abenteuer stürzen. Und genau diesem Konzept folgt das nun erschienene Tri Force Heroes. Ausgelegt auf das Lösen von Rätseln mit bis zu zwei Mitspielern macht ihr euch auf den Weg durch das Lumpenland, um das Übel zu bekämpfen. Eure Aufgabe ist es, Prinzessin Rüschlinde von einem Fluch der bösen Hexe zu befreien. Man hat ihre Hoheit mit einem schrecklichen Outfit bestraft und so ruft König Lockfried euch – die drei Totem-Helden – herbei, um den Fluch zu brechen. Immerhin haben die Bürger des Landes Textilia jetzt Angst, ihre geliebte Mode nicht mehr zeigen zu dürfen und das ist furchtbar. Ja. Ernsthaft.

Alleine ist nicht. Aller guten Dinge sind drei!

Alleine ist nicht. Aller guten Dinge sind drei!

Folgt im Gegensatz Four Swords Adventures also noch einer düsteren Story, hat sich Nintendo nun eher an eine jüngere Zielgruppe gewandt. Haha, „gewandt“! Versteht ihr? Nein, mir ist auch eher zum Heulen. Egal, denn was zählt ist das, was euch erwartet: Dungeons, Rätsel und Challenges – sage und schreibe insgesamt 128! Diese teilen sich in acht unterschiedliche Welten mit jeweils vier Level auf, die es zu erkunden gilt. Hat man eine Welt abgeschlossen, schaltet man pro Level zusätzlich drei Challenges frei, die es euch abverlangen, diese mit weniger Herzen, weniger Zeit oder eingeschränkter Bewegungsfreiheit abzuschließen. Und lasst euch eines gesagt sein: ihr wollt sie definitiv nicht alleine spielen!

Aber kommen wir mal zu den Basics: Ihr beschreitet eure Abenteuer ausschließlich zu dritt. Jeder Link ist unabhängig und hat sowohl ein eigenes Item, als auch eine damit verbundene Aufgabe. Die einzelnen Level sind in verschiedene nacheinander folgende Räume aufgeteilt, die mit Rätseln gespickt sind, die euch mal mehr Geschick, mal mehr Kampfesfreude abverlangen. Der Schwerpunkt aller Kniffe liegt dabei natürlich im Teamwork. Alleine lassen sich nur die wenigsten Aktionen durchführen. Schalter sind oftmals zu hoch, bestimmte Bereiche mit sprengbaren Steinen blockiert oder auch Abgründe im Weg, die euch vom rechten Pfad trennen. Hier kommen eure Gefährten ins Spiel. Totem time! Stemmt einfach einen Link eurer Wahl auf die Schultern und lasst ihn höher gelegene Schalter aktivieren oder Gegner bekämpfen. Ist euch mal ein Abgrund im Weg, könnt ihr euren Buddy einfach auf die andere Seite werfen und ihn euch dann mit dem Bumerang oder Greifhaken zu ihm ziehen lassen. Hin und wieder ist es auch erforderlich, dass ihr euch alle drei aufeinander stellt. Dann ist aber gute Koordination gefragt, denn ihr müsst darauf achten, wer aufgrund des benötigten Items ganz oben zu stehen hat und wer ganz unten den Menschenturm steuert. Passiv aggressive Leute könnten hier ziemlich rasch an die Grenzen ihrer Beherrschung kommen.

Spielt Ihr mit Freunden, könnt ihr durch Emoticons Aktionen vorschlagen oder euren Emotionen Ausdruck verleihen.

Spielt ihr mit Freunden, könnt ihr durch Emoticons Aktionen vorschlagen oder euren Emotionen Ausdruck verleihen.

Habt ihr dann die Rätsel-Räume hinter euch gelassen, erwartet euch am Ende jedes Levels ein kleiner Bosskampf. In den ersten Leveln meist nur eine Horde von Gegnern, im letzten Level jeder Welt jedoch ein imposanteres Gefecht in gewohnter Zelda-Manier. Hier ist nicht nur Geschick, sondern auch Geduld gefragt. Teamwork ist wieder das Stichwort! Da ihr euch alle eine gemeinsame Lebensleiste teilt, hat Tri Force Heroes das ungeschlagene Potential ein Mario Party Nachfolger zu werden. „Wie das?“, fragt ihr euch? Nun, wenn einer von euch Mist baut, schürt sich der Hass der anderen vermutlich in Windeseile. Also Obacht!

Nun, da wir jetzt wissen, was Sache ist, bleibt weiterhin die Frage offen, mit wem man das Spiel meistern kann. Da Nintendo es verabsäumt hat, eine genaue Information bereitzustellen, haben wir im Anschluss an das Review eine Übersicht für euch zusammengestellt. Soviel sei vorweggenommen: Ihr könnt das Spiel sowohl alleine, als auch mit Freunden spielen. Spielt ihr alleine, steuert ihr alle drei Links selbst. Auf dem Touchscreen findet ihr dazu die passenden Symbole, um zwischen den Protagonisten zu wechseln. Habt ihr einen ausgewählt, verfallen die beiden anderen in eine Zombie-Starre. Das ist einerseits von Vorteil, da ihnen so kein Schaden zugefügt werden kann, andererseits nervt es extrem, wenn man oft den selben Weg drei Mal beschreiten muss, um zum Ziel zu kommen. Auch das Durchschalten in hektischen und zeitbegrenzten Rätseln oder auch Bosskämpfen ist mehr als nur suboptimal. Hier hätte ich oft gerne den 3DS gegen die Wand geknallt.

Anders hingegen verläuft das Abenteuer mit Freunden. Sitzen diese neben euch, kann man allem voran bestens miteinander kommunizieren und sich koordinieren. Der Spaßfaktor erhöht sich um ein Vielfaches, wenn nicht unbedingt ein schwarzes Schaf an eurer Runde teilnimmt. Hier merkt man erst so recht, dass das Spiel auf einen Solo-Modus auch gar nicht richtig ausgelegt ist. Versucht ihr euch jedoch online Mitstreiter zu besorgen, wird das Ganze schnell zum Glücksspiel. Einerseits könnt ihr die Elite der Zelda-Spieler zugewiesen bekommen und es wird das erfrischendste Abenteuer aller Zeiten oder aber euch beehren nicht ganz so erfahrene Zelda-Jünger, die Rätsel nicht sofort verstehen oder einfach nur Unfug treiben. Da ein Chat-Modus dem Spiel leider fehlt, könnt ihr auch nur eingeschränkt über Emoticons kommunizieren, die ihr am Touchscreen auslöst. Unserer Erfahrung nach können wir jedoch sagen, dass es überwiegend positive Erlebnisse gab. Also keine Panik!

Items aus Schatztruhen oder vom Händler sind wichtig, um neue Kleidungsstücke anfertigen zu lassen.

Items aus Schatztruhen oder vom Händler sind wichtig, um neue Kleidungsstücke anfertigen zu lassen.

Um den Bogen hin zu dem ganzen Modewahn in Textilia zu spannen, schneiden wird noch kurz eure Rewards an. Habt ihr ein Level erfolgreich gemeistert, stehen euch am Ende drei Schatzkisten zur Auswahl. Habt ihr eine davon gewählt, erhaltet ihr ein Material zur Herstellung neuer Klamotten. Diese könnt ihr dann bei Madame Couture verwenden, um die Herstellung eines neuen Outfits in Auftrag zu geben. Damit sich das für euch natürlich lohnt, hat jedes dieser Kleidungsstücke Vorteile, die es mit sich bringt. Tragt ihr so beispielsweise das Kokiri-Outfit, schießt ihr statt einem gleich drei Pfeile. Im Bombenkostüm, werden eure Projektile um einiges stärker oder wenn ihr die feminine Seite an euch im Zelda-Kleid entdecken wollt, werdet ihr so mehr Herzen für eure Vorhaben finden. Damit das Finden dieser Utensilien etwas einfacher wird, bekommt ihr nach jedem (auch mehrmaligen) Meistern der Level immer wieder neue Fundstücke. Oder ihr könnt euch am Basar in der Stadt bedienen. Gegen ein geringes Entgelt, versteht sich.

Fazit

Tri Force Heroes spaltet mich. Einerseits möchte ich den Ableger alleine spielen, um mich voll und ganz auf das Abenteuer einlassen zu können. Und das dann auch wann und wo ich will. Andererseits ist es mit Freunden, die sich in einem Raum mit mir befinden, unglaublich unterhaltsam und lustig. Den Online-Modus bevorzuge ich weniger, auch wenn er ausgezeichnet funktioniert. Das Hauptspiel hat knackige Rätsel, die einen lange unterhalten und die darauf folgenden Challenges fressen nochmals einen großen Teil eurer Zeit. Leider sind diese alleine fast nicht zu bewerkstelligen. Insgesamt betrachtet bietet Tri Force Heroes ein solides Abenteuer voller Rätsel, die zu dritt mehr Spaß machen, als solo. Auch wenn es kein vollwertiges Zelda-Abenteuer mit packender Story ist, ist es doch perfekt für eine Knobelei zwischendurch. Am Ende des Tages kommt der Spaß nicht zu kurz und das ist ja das Wichtigste!

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂


So wird offline gespielt:

  • Alleine, ihr steuert alle drei Links
  • Gemeinsam mit zwei Freunden über den lokalen Empfang mit mehreren Modulen
  • Gemeinsam mit zwei Freunden über den lokalen Empfang per Download-Game

So wird online gespielt:

  • Alleine mit bis zu zwei Freunden in eurer 3DS Freundesliste (habt ihr nur einen Freund, wird der zweite Platz mit einem willkürlich ausgewählten Mitspieler aufgefüllt)
  • Alleine mit zwei willkürlich ausgewählten Mitspielern

Ihr könnt jedoch keinen dieser Modi miteinander mischen, wie beispielsweise offline mit einem Freund per Download-Spiel und einem willkürlichen Gegner online. Dann gibt’s den Zonk!


GEWINNSPIEL

Wir verlosen 1x The Legend of Zelda: Tri Force Heroes für den Nintendo 3DS. Schreibt uns einfach in die Kommentare, welches Zelda Spiel euer liebstes ist.

Teilnahmeschluss ist der 6.11.2015, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird schriftlich verständigt. Gerne könnt ihr diesen Beitrag auch teilen. Barablöse ausgeschlossen. Viel Glück!

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

  • David

    Klingt ja nicht so besonders. Hab das auf das Game City mit zwei kleinen Kindern gespielt, das war echt chaotisch, so stell ich mir das online auch vor… Spielen würde ich es aber schon gern mal. Mein Lieblingsteil ist ALBW, bin nicht so der Zeldafan, aber den Teil hab ich durchgespielt.

    • Ich hatte gestern mit zwei Freunden ganze acht Stunden am Stück gespielt. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß an einem Spiel! Aber wir sind alle langjährige Zelda Fans und wissen, wie der Hase läuft. Online kann man natürlich nie wissen, wen man zugeteil bekommt. Das ist aber kein Problem von Zelda, sondern generell von allen Spielen. Deshalb habe ich ja auch schon vor langer Zeit aufgehört, online mit Unbekannten zu spielen. //mp

  • Dan Allgood

    Derweil durft ich zwar noch nicht meine Hände an eine Demo oder dergleichen legen aber ich stells mir super witzig vor. Eben gerade durch das Chaos dass z.B. bei Random-Mitspielern Online zustanden kommen kann! Meine Freundin hatte schon das Glück das zu spielen und fand es nice. Als Zelda-Fan gibt’s wohl eh keinen weg drum rum, vielleicht spart mir der Gewinn versuch etwas knete. 🙂
    Mein Lieblings-Teil war lange Ocarina of Time aaaaaber Twilight Princess hat ihm den Rang abgenommen.^^

  • Thomas Lukasser

    Twilight Princess. vielleicht, weil es mein erstes war.

  • Sonja

    Twilight Princess mein Töchterlein liebt es

  • Δ∏GΣLΘ

    Mein Lieblingsspiel von The Legend of Zelda ist Majoras Mask. Weil es anders war als alle teile davor. Die Mission waren alle schwerer und die Endbosse sahen besser und gefährlicher aus. Und es gab Masken, Masken sind cool! Also kauft euch Zelda Majoras Mask auf N64 oder auf N3DS

  • Mario

    Bei mir ist es A Link To The Past auf dem SNES. Ich verbinde damit sehr viele Erinnerungen an meine Kindheit und es war neben dem Game Boy Abenteuer einfach größer, schöner und spannender.

  • Vielen Dank an alle, die bei unserem Zelda Gewinnspiel mitgemacht haben! Wir haben eine glückliche Gewinnerin! PN ist raus! Viel Spaß 🙂

  • Δ∏GΣLΘ

    Ich hab keine PN bekommen :p

    • Haha, diesmal hat das Glückslos jemand anderen getroffen. Aber es war sicherlich nicht das letzte Gewinnspiel 😉