Review: The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D

Nach Ocarina of Time 3D legt Nintendo den zweiten Klassiker für den 3DS neu auf. Ob Majora’s Mask 3D auch noch nach 15 Jahren mit Zeitreisen, Masken und einem herabstürzenden Mond beeindrucken kann, klärt unser Test.

Termina. Die meisten Spieler werden sich in der Welt von The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D bereits auskennen, einige – uns eingeschlossen – werden sie zum ersten Mal erkunden. Denn obwohl wir die Zelda-Reihe lieben und schätzen, blieb dieser Teil auf der Strecke – unverschämt, wissen wir. Dank Nintendos Neuauflage für den 3DS dürfen wir das Rollenspielhighlight aus dem Jahr 2000 allerdings in aufpolierter Optik samt kleinen Neuerungen genießen. Dann mal los!

Link steht vor einem riesigen Problem und wenn wir schon ein solches Adjektiv verwenden, steckt da auch etwas hinter: Der Mond ist gemeint und dieser wird binnen 72 Stunden auf die Welt von Termina krachen – genau das Richtige für unerschrockene Helden! Hinter all dem steckt die geklaute und namensgebende Majoras Maske, diese hat sich das Horror-Kid zu Eigen gemacht und kurzerhand den Mond beschwört. Link, leider zur falschen Zeit am falschen Ort, wird in die Geschichte verwickelt und vom Maskenhändler gebeten, ihm die Maske wieder zu beschaffen.

Die Zeit rennt…

Ungleich anderer Zelda-Spiele setzt uns Majora’s Mask 3D durch die verbleibenden 72 Stunden ein Zeitlimit. So können wir nicht nach Lust und Laune erforschen ohne die Zeit zu beachten. Das fühlt sich in den ersten Spielminuten etwas unbehaglich an, denn wir wollen jede Vase zerscheppern und jeden Winkel von Unruh-Stadt und seiner Pracht erkunden. Doch der junge Link hat etwas im Gepäck mit dem wir zum Herr über die Zeit werden: Durch seine Okarina reisen wir beliebig oft zum ersten Tag der Zeitschleife, verlangsamen die Zeit und verschaffen uns somit ein größeres Polster für längere Quests oder drehen die Uhrzeiger eigenständig voran. Letzteres zählt neben dem überarbeiteten Speicher- und Hinweissystem zu den wichtigsten Neuerungen des Spiels. Die Welt ist an vielen Stellen, ober- und unterhalb, mit Eulen- und Federstatuen bestückt, an denen wir den Spielstand jederzeit sichern können. Wissen wir einmal nicht weiter, wenden wir uns an die Shiekah Steine, welche uns mit kurzen Videos auf die Sprünge helfen.

Kopfsache: In Dungeons müsst ihr fleißig kombinieren, Masken aufsetzen und das Schwert schwingen. Quelle: Nintendo

Kopfsache: In Dungeons müsst ihr fleißig kombinieren, Masken aufsetzen und das Schwert schwingen. Quelle: Nintendo

Zeitreisender Alltag

Ein typischer Tag in Termina, nachdem wir uns im Spiel eingelebt haben: Wir springen dank Okarina an den ersten Tag zurück, heben etwas Geld ab, da jede rückwärtige Zeitreise verbrauchbare Items und Geld verschwinden lässt, „mähen“ im Umland das Gras für Deku-Nüsse und Bomben und machen uns zu einem von vier großen Dungeons auf. Um das Vertrauen der dort lebenden Völker zu bekommen, setzen wir unterschiedliche Masken auf. Diese verändern nicht nur unser Aussehen, sondern statten Link mit zusätzlichen Features aus. Als kleiner Deku verschießen wir Blasen auf Gegner oder fliegen mit Blümchenpower über große Abgründe. Das Repertoire an Masken ist groß und unterscheidet sich stark. So gibt es etwa kleinere Masken im Spiel, die uns schneller rennen oder Tiere anlocken lassen.

Nach den ersten Stunden in Termina, den bereisten Völkern und abwechslungsreichen Settings sind wir in dieses Spiel hoffnungslos verliebt. Auch das Zeitmanagement, was anfänglich für innere Unruhe sorgte, haben wir längst gemeistert und finden Gefallen an dem dadurch gesteigerten Schwierigkeitsgrad. Es funkt ähnlich stark wie beim vorigen Remake Ocarina of Time 3D und zeigt uns eindrucksvoll, dass Klassiker auch noch nach über zehn Jahren faszinieren. Besonders, wenn sie so liebevoll verspielt und zeitgleich düster und fordernd sind.

Mithilfe der Deko-Schale fliegen wir über große Abgründe hinweg. // Quelle: Nintendo

Mithilfe der Deko-Schale fliegen wir über große Abgründe hinweg. // Quelle: Nintendo

Trotz der zeitgleichen Veröffentlichung des Spiels und dem New 3DS am 13. Februar lässt Nintendo bisherige 3DS-Besitzer nicht hängen: Majora’s Mask 3D hinkt Ocarina of Time 3D weder in Sachen Grafik, 3D-Effekt oder Steuerung hinterher. Auch von der betagten Rechenpower des Handhelds ist kaum etwas zu spüren. In hitzigen Kämpfen fiel die Framerate ab und an, dann aber nur leicht und höchstens für ein Sekündchen. Die restliche Zeit bewegt sich Link butterweich durch die Welt von Termina und springt – 3D sei Dank – in unsere Wohnzimmer. Weitere Mängel, bis auf zwei Übersetzungsfehler, sind uns nicht vor’s Auge gekommen. Dafür können wir ein weiteres Lob aussprechen: Das Circle Pad Pro dürft ihr für MM3D anstecken, das Umschauen fällt damit noch leichter.

Continue-Fazit: The Legend of Zelda Majora’s Mask 3D knüpft durch erstklassige technische Umsetzung an die Qualitäten des 2011 erschienenen Ocarina of Time 3D an. Als Neueinsteiger in das „Zeitschleifen-Rollenspiel“ konnten wir den Handheld nach längerer Abstinenz gar nicht mehr aus der Hand legen. Zu groß der Erkundungsdrang, zu interessant die Questgestaltung. Vermutlich wird es auch alten Hasen so ergehen, allein für den aufpolierten Look solltet ihr einen Blick auf diesen Schatz werfen! Und abermals wurden wir belehrt: Zehn Minuten eines Zelda-Quests erfordern mehr Köpfchen, als mehrere Stunden mit anderen weichgespülten Genrevertretern der Neuzeit.

Written by: Christoph Liedtke

Luftpolsterzerdrücker Vor über 20 Jahren entstand die Liebe zu Videospielen – SNES sei Dank. Es dauerte einige Zeit, bis ich auch der Hardware verfallen war. Nach Jahren der nerdigen Bildung mit diversen Spiele- und Technikmagazinen, entschloss ich mich 2012 erstmals über meine Passion zu schreiben. Es folgte ein Blog, ein Volontariat bei consol.AT sowie Gamers.at und derzeit schreibe ich als freier Redakteur für E-MEDIA. Um die Zeit neben Artikeln, Studium, Freundin und Hündin noch weiter zu dezimieren, entstand parallel unser Projekt namens CONTINUE, denn Videospiele und Technik dürfen niemals zu kurz kommen! Fragen, Anregungen, Feedback oder harsche Kritik bitte an: liedtke@continue-magazin.at Danke für’s Lesen und auf bald.