Review: Splatoon Mehrspielermodus + Video

Der Online-Shooter für Leute, die keine Online-Shooter mögen.

“Was soll denn das?”, wird man sich als Leser dieser Zeilen in fünf Minuten denken. “Das war ja ein total kurzer Artikel! Was für ein fauler Schreiberling”. Ja, liebe Leser, das Problem ist, dass ich zum Schreiben dieser Zeilen aufhören musste, Splatoon zu spielen. Und das ist richtig gut. Und wenn ich fertig bin mit dieser Schreiberei, dann werde ich weiter Splatoon spielen. Da freue ich mich schon richtig drauf, weswegen die Dauer und Qualität dieses Artikels darunter leiden wird. Dafür kann man sich aber auch unser Einzelspielermodus-Review zum Spiel durchlesen, oder unser schönes Video ansehen, das euch erklärt, was denn Splatoon überhaupt ist. Und wenn das nicht ordentlich Content ist, dann weiß ich auch nicht weiter.

Die Sache ist die: Ich hab’ schon seit einigen Jahren keine Online-Shooter mehr gespielt. Kein Black Ops, kein Battlefield, kein Halo – irgendwie konnte ich nie so richtig meinen Zugang dazu finden. Meine Online-Gaming-Eskapaden beschränkten sich auf kurze Runden Mario Kart oder lange Runden Civilization V, und da auch vor allem mit Freunden, denn einfach mit irgendwelchen Leuten zu spielen, gefällt mir schon gar nicht.

Splatoon hat das geändert.

Und obwohl ich nach dem Absolvieren des sehr guten Einzelspielermodus skeptisch war, inwiefern der Multiplayer das Richtige für mich sei, kann ich jetzt kaum das Wii-U-Gamepad aus der Hand legen. Nintendo war es offensichtlich besonders wichtig, die Illusion aufrecht zu erhalten, dass man in Splatoon tatsächlich gegen einen Haufen Inklinge antritt, die zwischen Matches cool am an Shibuya erinnernden Hauptplatz der Spielwelt herumhängen und nicht gegen echte Menschen, mit echten Jobs und echten Leben. Der Gedanke, dass man in Wirklichkeit gegen einen US-College-Studenten, eine Ärztin aus Leoben oder einen Continue-Magazin-Schreiber aus Wien spielt, kreuzt einen besonders selten – höchstens wenn Leute so langweilige Ingame-Namen wie “Brad” oder “Lance” haben. Vielleicht erklärt das auch Nintendos umstrittenes Exkludieren des Voice-Chats aus dem Spiel – mit dem Reduzieren der Online-Erfahrung aufs Wesentliche (wie schon in Journey, beispielsweise) wird ein sicherer Platz für Leute angeboten, die sich sonst gar nicht so an das Genre Online-Shooter herangetraut hätten. Leute wie ich.

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Tatsächlich ist es ja verrückt, wie viel Spaß Splatoon trotz seines doch durchaus limitierten Contents macht. Gerade mal fünf Maps gibt es, von denen immer nur zwei gleichzeitig verfügbar sind. Der einzige Spielmodus ist Turf War, in dem es einfach darum geht, so viel wie möglich von der Karte anzumalen. Und für Offline-Spieler ist das Angebot besonders eingeschränkt: zwei Spieler können gegeneinander auf Ballonjagd gehen, Vier-Spieler-Splitscreen gibt es nicht und mit einem zweiten Offline-Spieler gemeinsam online anzutreten schon gar nicht. Und trotzdem – sobald der Countdown zu einer neuen Runde Turf War beginnt, ist das alles egal, so gut ist das grundlegende Spielkonzept. In Tintenfisch-Form durch die eigene Farbe zu zischen, um dann den unachtsamen Gegner zu überraschen und auszuschalten, macht soviel Spaß wie kaum ein Titel der jüngeren Vergangenheit.

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FAZIT

Splatoon ist ein Spiel der wenigen Features, aber des großen Spielspaßes. Eine Neuerfindung des Genres, wie es Nintendo auch mit Mario Kart gelungen ist. Zahlreiche Unlockables, Kostümisierungsoptionen und Upgrades sorgen dabei jetzt schon für die notwendige Langzeitmotivation hinter dem Titel – noch vor dem großen Update, das im August neue Modi, Maps und mehr ins Spiel bringen soll. Und wenn der Tag gekommen ist, wird Splatoon nicht nur ein Top-Titel für die Wii U sein, sondern ein absoluter Kaufgrund für Nintendos Konsole. Und jetzt genug mit dieser Schreiberei, ich muss weiterspielen gehen.

Multiplayer-Wertung: 9/10

Alle Screenshots von: http://splatoonus.tumblr.com

Written by: Christoph Sepin

Space Cowboy Bei consol.AT habe ich früher immer versteckte Botschaften in meine Artikel eingebaut, aber das weiß außer mir niemand. Und seit es das nicht mehr gibt, braucht man ja irgendwas anderes zu tun. Für CONTINUE möchte ich mir die kleinen Dinge der Spielewelt ansehen, die manch einer vielleicht übersieht. Die Indies und Kickstarter-Kampagnen. Und ab und zu vielleicht eine positive Geschichte aus der Gamingumgebung. Weil geraunzt wird sowieso schon genug.