Mein sibirisches Abenteuer und ich

Ein Jahr ist seit meinem letzten Abenteuer vergangen. Ich bin noch immer etwas durcheinander und weiß nach wie vor nicht so recht, wie mir damals geschah. Der Verlust meiner Freunde auf der Insel Yamatai hat tiefe Wunden an mir hinterlassen und alles Erlebte hat mir gezeigt, dass es in dieser Welt Dinge gibt, die man einfach nicht begreifen kann. Übernatürliches. Nicht erklärbare Phänomene. Aber so wirr es auch klingen mag: genau das hat es mir nun angetan. Ich muss herausfinden, was es noch alles zu entdecken gibt und wie es der Zufall so will hat mir mein Vater ein noch ungelöstes Abenteuer hinterlassen. Etwas, das danach schreit, gefunden zu werden: die unsterbliche Seele.

Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass es schon wieder vorbei ist. Man weiß anfangs nie, wo man schlussendlich reinkommt und auch mein neuestes Abenteuer hatte es wieder in sich. Nichts für kleine Mädchen! Aber lasst mich mal alles kurz Revue passieren.

Meine anfänglichen Kletterpassagen in Syrien, als auch später im sibirischen Hochgebirge waren einfach beeindruckend. Egal, wie schwerfällig der Aufstieg scheinen mag, alleine die Bildgewalt der Landschaften vor mir lässt mich immer wieder sprachlos daran zurückdenken. Der überwältigende Eindruck, der einen überkommt gibt Motivation und Kraft für den vor einem liegenden Weg. Aber da ich meine Wanderschuhe nicht zur Landschaftsbewunderung, sondern aufgrund der Suche nach der unsterblichen Seele angezogen habe, sei dies nur am Rande erwähnt.

Rise of the Tomb Raider

Mir blieb nie wirklich Zeit für faules Rumhängen

Seit meinem letzten Abenteuer hatte sich viel verändert. Ich habe nun gelernt, nicht mehr nur auf den Fund von Vorräten und Waffen zu hoffen, sondern mir diese selbst anzufertigen. In Sibirien gibt es alles, was man dazu benötigt: Baumäste zur Herstellung von Pfeilen; Pilze, die man zu einer giftigen Substanz vermischen kann, um toxische Pfeile zu verschießen; und auch Munition für diverse Waffen aller Art ließ sich ebenso einfach herstellen, als Utensilien für Wundheilung, sollte ich im Kampf mal etwas unvorsichtig gewesen sein. Das Gute daran: ich musste mich nicht mal ans Lagerfeuer setzen, sondern war so geschickt, dass ich es jederzeit unterwegs croften … äh, craften konnte. Kleiner Scherz meinerseits. 😉

Ich wollte es ja nicht verschreien, aber es kam so, wie es kommen musste. Man ist niemals alleine auf der Suche nach einem Schatz. So querte bereits sehr früh eine Gruppe namens ‘Trinity’ meinen Weg, stark bemannt und natürlich ausgestattet mit den feinsten Waffen. Die wollten definitiv nichts anbrennen lassen! Sie ließen mich jedoch am Leben, weil sie die Seele ja doch nicht auf eigene Faust finden konnten. Dazu waren sie einfach zu grün hinter den Ohren und auf meinen Fortschritt angewiesen. Immerhin brauchten wir Zugang zur Stadt ‘Kitesch’, die ich nur aus Erzählungen meines Vaters kannte. Also bereitete ich mich darauf vor, ihnen früher oder später entgegentreten zu müssen. Dazu habe ich großen Wert auf meine Ausrüstung gelegt. Durch geschicktes Lesen der Schatzkarten konnte ich neue Orte entdecken, an denen alte Münzen, feinste Reliquien oder auch Waffenteile versteckt waren. Die Münzen konnte ich später gegen sonst nicht zu findende Ausrüstung eines Trinity-Überläufers kaufen, die Waffenteile dazu nutzen, mir Alternativen im Kampf zurecht zu legen.

Rise of the Tomb Raider

Mein neuestes Abenteuer war sehr imposant und bildgewaltig

Hin und wieder stolperte ich auch über eine verborgene Krypta oder ein verstecktes Herausforderungsgrab, worin ich nach erfolgreicher Erkundung historische Fähigkeiten erlernen konnte. So war es mir möglich, zu lernen, wie man beispielsweise zwei aufeinanderfolgende Pfeile verschießen kann, ohne neu zielen zu müssen. Hatte sich also ausgezahlt, auch abseits meines Abenteuers nach Herausforderungen Ausschau zu halten. Abgesehen davon hatten auch noch Freunde der Trinity-Gegner angeboten, mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere. Ich konnte ihnen unter die Arme greifen und erhielt dafür ebenfalls neue Ausrüstung und Hilfsmittel, die es sonst sicherlich nicht in mein Inventar geschafft hätten. Auch das hätte ich nicht machen müssen, aber hey! Hat sich doch gelohnt. 🙂

Apropos Trinity-Gegner: die sind mir alle sehr ans Herz gewachsen und wir waren uns gegenseitig eine große Hilfe. Ich habe auch eine gute Freundschaft mit Sofia schließen können. Sie erinnert mich irgendwie an Ygritte aus Game of Thrones. Was? Auch Abenteurerinnen haben sich mal eine Auszeit vor dem TV verdient! 😉

Rise of the Tomb Raider

Ich konnte auch wieder unzählige, verborgene Reliquien entdecken

Auf meiner Suche nach Materialien wie Holz, Federn, Fellen oder auch Magnesiterz für explosives Zeug, konnte ich auch meine Sprachkenntnisse etwas auffrischen. Durch verschiedene Unterlagen oder auch Propaganda-Tafeln bin ich nun in Mongolisch, Griechisch und Russisch beinahe fließend unterwegs. Sicherlich für weitere Abenteuer brauchbar, man weiß ja nie, wo es einen als nächstes hin verschlägt. Bei meinem Abenteuer durch Sibirien war es mir besonders nützlich, da ich so viele Verstecke ausmachen konnte. Ohne die übersetzten Anweisungen hätte ich mich wohl ständig nur im Kreis gedreht.

Da sich ein Abenteuer natürlich auch auf meine Ausdauer und Kraft auswirkt, habe ich auch diesmal wieder an Lagerfeuern Platz genommen und mir neue Fähigkeiten angelernt. So konnte ich schnell geschickter im Kampf, als auch eifriger im Jagen werden. Die unterwegs gesammelten Ressourcen steckte ich größtenteils in Upgrade meiner Ausrüstung oder Waffen, die ich im Laufe meines Vorhabens entweder selbst fand oder mir auch von Verbündeten überreicht wurden. Die Vielfalt war schier grenzenlos, so lernte ich auch endlich Tauchen. Das stand ja schon länger auf meiner Todo-Liste. Ich hoffe nur, ich verlerne das alles bis zum nächsten Abenteuer nicht wieder. 🙂

Rise of the Tomb Raider

Manchmal musste ich auch über meine Grenzen gehen. Die Action kam dabei definitiv nie zu kurz.

Ohne viel vorgreifen zu wollen, bin ich froh, das Abenteuer überstanden zu haben. Den Wagemut, der in mir hochkam, brachte mich oft an den Rand des Versagens. Ein falscher Sprung oder eine Unachtsamkeit und schwups, wäre ich einen Abhang runtergefallen oder einer Falle ins offene Messer gelaufen, im wahrsten Sinne des Wortes. Explosionen und in sich zusammenfallende Gebilde könnten mir zwar erspart bleiben, aber man kann es sich nun mal nicht aussuchen. Jedenfalls gab es davon reichlich. Ich sollte mir meine Abenteuerauswahl vielleicht mal überdenken und etwas ruhigeres aussuchen. Aber dann könnte ich gleich mit Teatime zuhause im Bett meine Serien ansehen. Nein, wenn ich es mir recht überlege, passt das schon so. Ich würde das sicherlich vermissen.

Fazit

Wenn ich mein Abenteuer jemandem kurz und knackig erläutern müsste, würde ich sagen, dass es nicht nur sehr umfangreich, sondern auch angenehm herausfordernd war. Es gab keinerlei Frustmomente, die ein schlechtes Licht darauf fallen lassen würden. Die Bildgewalt der Landschaften war beeindruckend, sowas durfte ich auf meinen Reisen noch nie erleben. Die Vielfalt der Rätsel war gut und das Gefühl der Belohnung noch besser. Es ist immer schön, wenn man sich selbst mit dem Meistern von Kopfnüssen belohnen kann. Herauszuheben ist auch, dass es nicht endlose Scharen an Widersachern gibt, die verborgene Gegenden heimsuchen. Man hört ja immer wieder davon. Mein Kollege Drake schimpft ja immer darüber. 😉
Aber ich schweife schon wieder ab. Lasst es mich einfach so zusammenfassen: Es war das beste Abenteuer meines Lebens.

WERTUNG: 10/10

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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at