Review: Captain Toad: Treasure Tracker

Achtung: Dieser Pilz ist zwar nicht giftig, aber hochgradig süß, ein Zuckerschock die Folge und selbst hartgesottene Shooter-Spieler werden vom tollpatschigem Captain weichgespült. 

Gut gelaunt winkt er uns mit einer lächerlich proportionierten Stirnlampe an und scheut nicht einmal den Blickkontakt. Clevere Trickserei, aber deinen Plan kannst du nicht verheimlichen: Schon ein Blick auf’s Cover oder die CD reicht aus, um die Machenschaften von Captain Toad zu enttarnen. Liebe Leser, dieser kleine Knirps will uns weich machen, er will uns mit seiner charmant süßen Art zu Tränen rühren. Und genau das gelingt ihm auch noch – alles vor der ersten Spielminute!

Ein Plan geht auf

Direkt nach dem Spielstart macht Captain Toad: Treasure Tracker dort weiter, wo er angefangen hat: Durch eine niedliche Animation und einen Einsteiger werden wir in seinen Bann gezogen. Seine Freundin Toadette wird entführt, natürlich helfen wir ihm bei der Suche. Was für ein Unmensch wären wir, wenn wir dem knuffigen Kerlchen nicht auf seiner Reise beistehen würden? Also rein in die kubischen Level voller Farben und Gefahren, lasst die Schatzsuche beginnen!

Der lahme Toad muss auch einiges an Geschicklichkeit beweisen. // Quelle: Nintendo

Der lahme Toad muss auch einiges an Geschicklichkeit beweisen. // Quelle: Nintendo

Trotz größter Sorgen um Toadette geht Toad mutig voran, immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Dieses entlockt er uns Spielern auch jedes Mal, wenn er gemütlich durch die Gegend stampft, dabei Staubwolken aufwirbelt, an Blumen zieht, Gegner abwirft oder panisch vor ihnen wegrennt, Schalter betätigt oder an Rädern dreht. Obwohl ein langer Weg vor ihm liegt, kommt doch immer wieder der Entdecker in ihm durch: Drei Kristalle will er zusätzlich zum goldenen Stern bergen und natürlich sackt er jede Münze ein, die ihm vor die rotgepunktete Kappe kommt – lumpen lässt der sich nicht! Auch Abseits des Spiels bringt uns Toad zum Schmunzeln: Er hat seinen Rucksack hoffnungslos überfüllt, das macht er uns mit liebevollen Animationen weiß, sobald wir ein paar Momente das Gamepad aus der Hand legen. Sollten wir länger weg sein, legt er gar ein Schläfchen ein – herrlich süß.

Voll ausgetrickst

Zwar haben wir schon längst seinen Plan durchschaut, aber wussten wir leider nicht, dass auch Toadette da mit drinsteckt. So finden wir uns in einem Rosa-Menü wieder und ziehen fortan durch weitere Level mit dem weiblichen Pilzkopf und ihren zwei geflochtenen Zöpfen. Hätte uns jemand ein solches Szenario beschrieben, wir hätten vermutlich die Finger davon gelassen und es in die Kategorie „Mädchenspielehoch10“ verfrachtet. Doch einmal vom Pilz probiert, gibt es kein zurück aus der klebrig-süßen Verlockung.

Ein rosa Pilz mit Zöpfen. Komischer Rausch, den wir hier haben..  // Quelle: Nintendo

Ein rosa Pilz mit Zöpfen. Komischer Rausch, den wir hier haben.. // Quelle: Nintendo

Die über 70 Level bedienen sich sämtlichen Mario-Welten. Das reicht von Grasebenen, über Wüsten und Spukschlössern bis hin zu Röhrenrutschereien. Zwar zieht der Schwierigkeitsgrad erst nach einigen Leveln an, überfordert werdet ihr hingegen niemals. Doch genau dieses Gleichgewicht bringt die große Freude beim Treasure Tracker. Weder verzweifeln wir häufig an Leveln, noch ist die Suche nach den Kristallen all zu leicht. Das Wii U-Gamepad wird mit Ausnahme des Gyrosensors für die Steuerung (benutzt besser die Sticks) gut genutzt. Ansonsten pusten wir Plattformen rauf, drehen auf dem Touchscreen die Räder für Toad  und feuern Geschosse zielsicher in einigen Passagen auf unsere Gegner.

Je nach Erkundungswillen und eurer Motivation für zusätzliche Aufgaben und erneute Leveleinstiege schwankt die Spielzeit stark. Für einen Durchgang ohne Extras brauchten wir etwa sechs Stunden. Besitzer von Super Mario 3D World dürfen sich doppelt geherzt fühlen: Auf euch warten Bonus-Level!

Continue-Fazit: Captain Toad: Treasure Tracker ist ein süßes, gar bezauberndes Spiel. Durch die Kürze der Levels ideal für zwischendurch und mit Blick auf den glücklicherweise angenehmen Preis von etwa 40 Euro eine Kaufempfehlung für alle Jump’n’Run-Fans, die auf Sprünge verzichten können. Denn die machen weder Toad noch Toadette, dem Gameplay schadet es aber nicht.

Written by: Christoph Liedtke

Luftpolsterzerdrücker Vor über 20 Jahren entstand die Liebe zu Videospielen – SNES sei Dank. Es dauerte einige Zeit, bis ich auch der Hardware verfallen war. Nach Jahren der nerdigen Bildung mit diversen Spiele- und Technikmagazinen, entschloss ich mich 2012 erstmals über meine Passion zu schreiben. Es folgte ein Blog, ein Volontariat bei consol.AT sowie Gamers.at und derzeit schreibe ich als freier Redakteur für E-MEDIA. Um die Zeit neben Artikeln, Studium, Freundin und Hündin noch weiter zu dezimieren, entstand parallel unser Projekt namens CONTINUE, denn Videospiele und Technik dürfen niemals zu kurz kommen! Fragen, Anregungen, Feedback oder harsche Kritik bitte an: liedtke@continue-magazin.at Danke für’s Lesen und auf bald.