Review: Bound

Sometimes in order to move forward you have to take a step back.

Bound ist ein Spiel, welches nicht den konventionellen Richtlinien anderer Spiele heutzutage folgt. Es ist ein Stück Kunst, welches zum Nachdenken anregt und so sollte es auch gespielt werden.

Der Artstyle des Spiels ist einzigartig und überwältigend

Der Artstyle des Spiels ist einzigartig und überwältigend

Das Spiel teilt sich größtenteils in zwei Abschnitte auf, die abwechselnd in den Fokus gerückt werden. Zum einen findet ihr euch in der realen Welt als hochschwangere Frau wider, die an einem Strand entlang geht und ein Buch in der Hand hält. Habt ihr ein idyllisches Plätzchen zum Rasten gefunden, schlagt ihr dieses auf und findet euch kurzerhand in eine abstrakte Welt versetzt. Formen, Farben und Schleifen werden euch sofort ins Auge springen und auf den ersten Blick keinen wirklichen Sinn ergeben. Doch spätestens, wenn ihr die ersten frei erkundbaren „Standbilder“ der Geschichte im 3D-Raum erleben dürft, fügt sich euch ein Bild des Verstehens zusammen.

Die simple Optik spiegelt die abstrakte Story wider

Die simple Optik spiegelt die abstrakte Story wider

Das Thema „Trennung“ und das Durchleben dieser Emotionen spiegelt sich perfekt in der Spielwelt, als auch dem Soundtrack wider. So kann es schon öfters vorkommen, dass ihr einfach nur dasteht und den berieselnden Klängen lauscht. Sämtliche Bewegungen, welche euch von A nach B bringen, werden getanzt, denn das Tanzen macht einfach alles besser im Leben. So oder so ähnlich kann man das abstrakte Handeln zumindest interpretieren. Immer wieder trefft ihr auch auf Polygon-Tentakeln, die euch am weiterkommen hindern wollen. Mit einer kleinen Tanzeinlage haben diese jedoch keine Chance. Ebenso wenig, wie die großen Widersacher am Ende eines jeden Levels. Bound ist nicht mehr, aber auch nicht weniger und umfasst eine knapp zweistündige Spielerfahrung. Es ist schlichtweg Kunst und nicht für jedermann gemacht. Fans solcher Spiele oder all jene, die schon mal eine Trennung durchlebt haben, werden sich ziemlich schnell in diesem Spiel verlieren können.

Fazit

Bound hat mich anfangs verwirrt, dann aber zum Nachdenken gebracht. Die abstrakte Meta-Story ist definitiv nichts für Gamer, welche gerne auf Killcount oder sonstige Vergleiche spielen. Es ist für einen ruhigen Abend gemacht, den man auf der Couch zum Ausspannen und Reflektieren hernehmen möchte. Der Soundtrack sorgt für die nötige Stimmung und die Farbkulisse ist doch auch ein Gustostückerl fürs Auge. Einzig und allein die Steuerung macht manchmal Faxen. So kann es schon mal frustrierend sein, immer wieder von einer Plattform zu fallen, auf der man eigentlich hätte landen müssen.

WERTUNG: 8/10

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at