Review: Animal Crossing: Happy Home Designer

Als ich meine Wohnung vor einigen Jahren bezog und die ersten Gäste geladen waren, kamen immer wieder Aussagen, wie: „Oh schön, hast du das selbst eingerichtet?“, oder, „Wow, sehr schick und freundlich gestaltet“. Offenbar dürfte ich ein Händchen für Einrichtungen haben und so ist es für mich auch wenig verwunderlich, dass mich der neueste Ableger der Animal Crossing Franchise gerade so fesselt. Oder sollte ich sagen: mir meine Zeit wieder mal heimtückisch stiehlt? Ahhhh!

Ein neuer Tag beginnt, die Arbeitskollegen bei ImmoNook begrüßen einen aufs herzlichste und die nächsten Kunden warten schon gespannt auf mich. Gut gelaunt gehen wir gemeinsam Wünsche und Vorlieben durch, ehe das Einrichtungs-Abenteuer beginnt. Animal Crossing: Happy Home Designer ist der Traum eines jeden Jung-Einrichters und beschränkt sich im Gegensatz zu anderen Animal Crossing Spielen der Reihe ausschließlich auf das Einrichten von Häusern und Grundstücken. Ihr erfreut euch jeden Tag neuer Aufgaben, die es zu bewältigen gilt: Einmal soll es ganz in rosa und gemütlich eingerichtet sein, ein anderes Mal ausschließlich geprägt mit Schwarztönen und modern. Oder wie wäre es auch mal mit einem kinderfreundlichen Haus mit riesigem Garten zum Spielen? Die mehr als 300 Aufgaben sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern auch jeder Menge investierter Zeit!

In Animal Crossing: Happy Home Designer müsst ihr auf die Wünsche eurer Kunden eingehen

In Animal Crossing: Happy Home Designer müsst ihr auf die Wünsche eurer Kunden eingehen

Damit das Einrichten leicht von der Hand geht, hat Nintendo die Steuerung komplett überarbeitet. Man verwirklicht seine Ideen nun ausschließlich über den Touchscreen und kann durch das Drücken von diversen Buttons das Vorhaben noch effizienter gestalten, wie beispielsweise Objekte einfach kopieren. Es gibt verschiedene Kategorien, aus denen sich Einrichtungsgegenstände auswählen lassen. Zum einen wäre da das Fundament für jede freundliche Wohnung: Boden und Wände. Nimmt man einen Parkett oder doch einen Betonboden? Tapete oder weiße Wände? Weiter geht’s mit den Basics, wie Couch, Bett oder Küche; der Möglichkeit, mit Bildern und Uhren die Wände zu schmücken; Teppiche passend zur Kinderspielecke zu verlegen oder auch K.K. Slider Alben an die Wand zu knallen. Die Auswahl erweitert sich mit jeder neuen Aufgabe, die euch zuteil wird.

Per Drag & Drop zieht ihr Objekte am Touchscreen über einen Raster. Tippt ihr das Objekt an, könnt ihr es passend rotieren. Manche Gegenstände lassen sich auch aufeinander stapeln, wie beispielsweise Bilder oder Radios. Ihr könnt euch jederzeit frei bewegen und die Kamera drehen, um nicht den Überblick zu verlieren und euer Werk besser zu beurteilen. Jeder Kunde hat neben der generellen Themenvorgabe noch ein paar Gegenstände, die er unbedingt eingerichtet haben möchte. Anhand der Reaktion des Charakters könnt ihr sehen, ob dieser vom ausgewählten Objekt begeistert oder eher entsetzt ist. Ihr solltet immer ein Auge darauf haben, wollt ihr es zum Stardesigner schaffen! Seid ihr dann zufrieden, könnt ihr das Haus vom Kunden inspizieren lassen und erhaltet dann seine Beurteilung. Habt ihr euch an die Vorgaben gehalten, sollte euch eine überwältigende Freude sicher sein.

Die Steuerung ist einfach und selbsterklärend. Die Bedienung mittels Drag&Drop ist gegenüber dem letzten Teil der Serie stark verbessert worden.

Die Steuerung ist einfach und selbsterklärend. Die Bedienung mittels Drag&Drop ist gegenüber dem letzten Teil der Serie stark verbessert worden.

Nach und nach wird auch die Stadtverwaltung auf euch aufmerksam und ihr könnt öffentliche Gebäude, wie beispielsweise Schulen oder Restaurants, einrichten. Später werden Kunden auch an ganzen Grundstücken interessiert sein. Gleich wie bei der Inneneinrichtung gibt es Vorzüge bei der Lage des neu erworbenen Eigentums. Nahe am Meer, eher im Wald oder kinderfreundliche Umgebung mit Nähe zur Schule. Hier eröffnet sich euch dann auch die Möglichkeit, Fassade und Typ des Gebäudes zu gestalten. Soll es einem Einfamilienhaus oder doch eher einem Samurai-Schloss ähneln? Eine kleine Rutsche im Garten für den Nachwuchs und Obstbäume für die gesunde Ernährung? Die Möglichkeiten scheinen schier unendlich. Und hier macht sich auch ein kleines Problem breit: es fängt mit Anzahl der verfügbaren Objekte auch an, unübersichtlich zu werden. Zwar sind alle Gegenstände in Kategorien unterteilt und man kann auch nach verschiedenen Kriterien suchen, aber auch ein dicker Katalog bleibt nun mal ein dicker Katalog. Somit wird jeder neue Auftrag mehr Zeit in Anspruch nehmen, die richtige Einrichtung zu gestalten.

Wer gut im Job sein möchte, benötigt manchmal auch Weiterbildung. Tom Nook, seines Zeichens erfolgreicher Geschäftsinhaber von ImmoNook, schickt euch gegen ein kleines Entgelt in Form von Spielmünzen, die ihr mit eurem Nintendo 3DS sammeln könnt, auch auf verschiedene Kurse. Habt ihr diese dann abgeschlossen, schaltet ihr neue Features und Gegenstände frei. Dem Spiel liegt auch eine amiibo-Sammelkarte bei, die ihr, wie alle anderen Karten nutzen könnt, um Kunden zu akquirieren. Anstatt auf diese zu warten oder am Marktplatz mit ihnen zu sprechen, könnt ihr mittels amiibo-Fon auch zu Hörer greifen und ganz bequem anrufen. Dazu scannt ihr die Karte mit dem New Nintendo 3DS oder dem separat erhältlichen Adapter für ältere Geräte einfach ein und könnt den Auftrag des jeweiligen Charakters entgegennehmen. amiibo-Sammelkarten gibt es in guter alter Panini-Manier zu erstehen und im ersten Schwung 100 Karten zu sammeln. Zwingend notwendig sind diese nicht, aber sie stellen auch ein schönes Sammelobjekt dar und lassen sich natürlich auch mit Freunden tauschen. (Siehe mehr dazu nach dem Review)

Auch öffentliche Gebäude werden von euch eingerichtet werden

Auch öffentliche Gebäude werden von euch eingerichtet werden

Fazit

Animal Crossing: Happy Home Designer ist perfekt für Zwischendurch. Die Konsole aufgeklappt, ein bis zwei Aufträge erledigt und später wieder weitergespielt. Egal ob zuhause oder in der U-Bahn: müsst ihr mal Zeit überbrücken, war Animal Crossing immer schon die richtige Wahl. Das Spinoff der Serie hat genau denselben Charme, wie die Hauptteile, kann jedoch nicht mit dem Umfang dieser glänzen. Das Thema ist Einrichtung und dabei bleibt es auch. Durch das interne Netzwerk der schönen Häuser kann man sich auch die Kreationen von Spielern aus dem Freundeskreis oder gleich der ganzen Welt ansehen, bewerten und sich inspirieren lassen. Natürlich kann man auch seine eigenen Werke hochladen und Fotos schießen, um diese auf diversen Social-Media Plattformen zu teilen. Die Auswahl ist riesig, die Möglichkeiten unendlich. Wer jedoch extravagante Ideen umsetzen möchte, kann durchaus auf Limite stoßen. Ist Happy Home Designer ein schlechtes Spiel? Keineswegs! Kann es aus der Serie hervorstechen? Leider nicht ganz. Würde ich es empfehlen? Absolut! Aber nur jenen, die sich auch bewusst sind, was sie erwartet – ein kleines, aber feines Designer-Spiel.

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Animal Crossing amiibo-Sammelkarten

Nintendo hat einen neuen Weg gefunden, Geld zu drucken. amiibo Figuren sind rund um den Globus begehrte Sammelobjekte und auch für Nachschub ist in Zukunft gesorgt. So gibt es erstmals amiibo-Sammelkarten, von denen es im ersten Anlauf 100 verschiedene zu Sammeln gilt. Hierzulande gibt es seit 2. Oktober Kartenpäckchen mit jeweils drei Karten zu kaufen. Eine davon ist garantiert eine Spezialkarte, die anderen beiden sind normal. Die insgesamt 17 verschiedenen Spezialkarten sind mit einem Symbol gekennzeichnet und glitzern, im Gegensatz zu den üblichen Karten, die Würfelsymbole tragen und sich nicht als Lametta tarnen. Die UVP der Packs liegt bei rund 5 Euro, ist jedoch auch z.B. bei Amazon auch um EUR 7,49 zu sehen. Der Preis pro Karte liegt somit weit über 1 Euro pro Stück. Selbiges gilt auch für japanische Nintendofans.

Sieht man hier kurz über den Tellerrand Richtung USA, dann wird man merken, dass dort Packs mit jeweils sechs Karten verkauft werden, die eine Spezialkarte und fünf normale enthalten. Nach dem Aufschrei der Fans kam schnell das Argument, dass es ohnehin doppelt so teuer und somit alles im grünen Bereich wäre. Hier möchte ich kurz klares Licht drauf werfen.

Die Packs in den USA haben eine UVP von rund 6 US-Dollar, was den Preis pro Karte auf zirka einen Dollar pro Stück senkt. Weiters–und jetzt kommt der Clou–ist das Verhältnis der Spezialkarten zu den normalen ein ganz anderes! Hat man in den USA ein Verhältnis von 1:5, sind es in anderen Regionen 1:2. Da es insgesamt nur 17 Spezialkarten und 83 normale Karten gibt, schafft man es in den USA rechnerisch im besten Fall mit lediglich 17 Packs die Sammlung zu komplettieren. Denn damit würde man 17 Spezialkarten und 17×5 normale Karten erhalten, also 85.

In Europa und Japan hingegen hat man aufgrund des schlechteren Verhältnisses nicht annähernd die Möglichkeit, dies zu schaffen. Würde man die gleiche Menge an Packs hierzulande kaufen, hätte man am Ende zwar im rechnerisch besten Falle ebenfalls die 17 Spezialkarten, jedoch nur 17×2 normale Karten in der Sammlung, also 34. Somit müsste man zu sage und schreibe 42 Packs greifen, damit sich die Sammlung komplettieren lässt, was einen dann mit 42 Spezialkarten und 84 normalen Karten alleine lassen würde.

Die Kostenrechnung für den rechnerisch besten Fall würde demnach wie folgt aussehen:

USA:
Preis pro Pack: USD 6,00
Karten pro Pack: 1 Spezial, 5 normal; insgesamt 6
Preis pro Karte: USD 1,00
Benötigte Packs zur Komplettierung im rechnerisch besten Fall: 17
Kosten zur Komplettierung im rechnerisch besten Fall: USD 102,00

EUR/JAP:
Preis pro Pack = EUR 5,00-7,50
Karten pro Pack: 1 Spezial, 2 normal; insgesamt 3
Preis pro Karte: ca. EUR 2,00
Benötigte Packs zur Komplettierung im rechnerisch besten Fall: 42
Kosten zur Komplettierung im rechnerisch besten Fall: EUR 210,00-315,00

Beim derzeitigen EUR-USD Kurs von 0,870977716 (Stand: 15.10.2015) würde sich für die USA ein Preis zur Komplettierung von ca. EUR 89,00 ergeben. Ergo bedeutet das, dass man außerhalb der USA das 2,5- bis 3,5-fache aufbringen muss, um rein rechnerisch das selbe Ergebnis zu erzielen.

Dass man dieses Glück nicht hat, ist wohl allen bewusst, aber selbst ohne dieses ist die Wahrscheinlichkeit, eine Karte zu bekommen, die man noch nicht besitzt, in einem 6er Pack höher, als in einem 3er Pack.

Wir wissen nicht, was die Motivation von Nintendo hinter dem Ganzen ist, aber wir haben eine ganz klare Meinung dazu:

Joaquin Phoenix

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at