Retro Review: Amplitude

Eine Amplitude ist nicht nur der größte Ausschlag einer Schwingung, zum Beispiel bei einem Pendel, sondern auch die Fortsetzung des Musiktitels Frequency.

Not garbage

Zunächst wählt ihr einen der vorhandenen FreQs, das Bildschirm Ego des Spielers, oder baut euch einen eigenen. Für Selbstdarsteller: Die zunächst geringe Anzahl an Gesichtern und Körpern wird im Laufe des Spiels noch erweitert. Nach dem in deutscher Sprachausgabe gehaltenen Tutorial geht es in den ersten Kurs. Drei Bands buhlen um euer musikalisches Gespür. Nachdem ihr euch für Garbage, P.O.D oder Quarashi entschieden habt, eigentlich egal, da ihr alle nach der Reihe absolvieren müsst, geht es auf eine F-Zero ähnliche Bahn, die in sechs Teile geteilt ist. Der bunte Bildschirm mit den vielen blinkenden Lichtern wirkt zunächst ein wenig abschreckend, aber durchhalten lohnt sich. Die Bahnen stehen für die unterschiedlichen Spuren, also zum Beispiel Gitarre Drums, Bass oder Gesang. Diese Spuren kommen abwechselnd auf euch zu und müssen durch rhythmisches Drücken der drei Buttons (L1, R1, R2) „eingespielt“ werden. Ihr gebt ein paar Takte an und dann läuft die Spur eine Zeit lang automatisch weiter. So seid ihr je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger im Stress, vor allem wenn ihr euch mehrmals verdrückt, da die Spuren nur verschwinden, wenn ihr eine gewisse Anzahl an Anschlägen richtig erwischt habt. Vier Schwierigkeitsgrade sorgen dafür dass auch Profis auf längere Sicht gefordert sind. Alternativ könnt ihr im Remix-Modus auch eigene Titel basteln, was vor allem Leute mit Musikerfahrung reizen dürfte.

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Als Belohnung für eure Leistungen gibt es insgesamt fünf unterschiedlich aussehende Arenen und 20 Songs, samt eingespielten Videos und Bildern der Künstler. Unter den bekannteren Gesichtern finden sich David Bowie, Pink und Slipknot. Das sollte eindrucksvoll zeigen, dass wohl so ziemlich für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Kann man über den Langzeitspaß im Single-Player Modus streiten, in ein paar Stunden habt ihr alles gesehen, entfaltet das Spiel erst im Multiplayer und Online seinen vollen Reiz. Verschiedene Modi mit bis zu vier Spielern, ein Chat, eine Highscore Rangliste und das Remix Archiv, indem ihr eure selbst kreierten Stücke den anderen Spielern zugänglich machen könnt sorgen für wochenlangen Reaktions- und Kreativspaß. Die grafische Darstellung ist Genre üblich nicht der Überhammer und erinnert an Las Vegas bei Nacht. Viel Zeit zum in die Gegend schauen ist aber sowieso nicht, da ihr alle Daumen und Ohren voll zu tun habt.

Fazit

Ein wenig Rhythmusgefühl und einen breiten Musikgeschmack vorausgesetzt, werdet ihr euch bei diesen Schwingungen wohl fühlen. Drei Knöpfe und der Storybesessene Action-Adventure Fan mutiert zu einem kleinen DJ Bobo, der nur noch den Takt des Joypads und der Musik fühlen will. Allein wird der Spaß trotzdem schnell eintönig und so freuen sich Leute über spaßige Multiplayer-Duelle und Online-Modus. (aa)

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Genre: Musik
System: PS2
Entwickler: Harmonix
Vertrieb: SCEE
Spieler: 1-4 Spieler
Alter: ohne Beschränkung
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 60 Euro

(Geschrieben am 9. August 2003)

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.