Recently Watched: Die Eiskönigin – völlig unverfroren

Märchen von Hans Christian Andersen haben zwar meist eine humorvolle Note, der Grundtenor ist jedoch ein ernster und tragischer. Da kommt es lebenslustigen Kinogängern nur zupass, dass Disney sich hin und wieder seiner Märchen annimmt und sie mit einer positiveren Grundstimmung versieht.

Arielle die kleine Meerjungfrau bekam am Ende den Prinzen und wurde nicht zu einer Ewigkeit als Gischt verdammt und auch die Schneekönigin wurde jüngst solchermaßen „disneyfiziert“. Aus der Märchen-Gerda, die ihren Spielgefährten sucht, wurde kurzerhand Anna, die ihre Schwester Elsa zur Raison bringen will. Die selbst ist nämlich mit den magischen Eisfähigkeiten ausgestattet quasi die eisige Adelige und flüchtet, nachdem die Öffentlichkeit von ihrer „Gabe“ Kenntnis erlangte, in die Berge. Weil im Zuge dessen das gesamte Königreich unter einer Schneedecke begraben wurde, steht Anna eine spannende, aber auch lustige Reise bevor, um das Eis im Land und beim Publikum zum Schmelzen zu bringen. Die literarische Vorlage wurde zwar auf das Wesentlichste reduziert, jedoch wurde neben der quirligen Anna (im Original gesprochen von „Veronica Mars“ Kirsten Bell) eine Handvoll neuer Figuren eingeführt, die für witzige Momente sorgen; der sympathische Rentier-Reiter Kristoff etwa oder der auf Deutsch vom „Kaiser“ Robert Palfrader gesprochene Herzog von Pitzbühl. Einzig der quirlige, in seiner Präsenz an Jar Jar Bings gemahnende lebendige Schneemann Olaf (Hape Kerkeling) könnte die Geister scheiden. Dafür hat der plappernde, naive Schneeklumpen ein herzerwärmendes Liedchen parat – und gesungen wird wieder viel. Die Songs sind allesamt hochwertig und dank der Musical-Sängerin Indina Menzel, die die kühle Elsa im Original gibt, stehen Ohrwürmer in feinster Broadway-Art bevor. Und auch für die Augen wird viel geboten: Egal, ob man sich das Werk in tollem 3D anschaut oder mit der 2D- Fassung vorliebnimmt – das nordische Setting inmitten von Bergen und Fjorden mitsamt stimmungsvoller Polarlichter wurde von den Künstlern an den Mäusen toll visualisiert. Obwohl der Film ursprünglich als mit der Hand gezeichnet geplant war, wurde er schlussendlich doch mithilfe des Computers umgesetzt. Dessen ungeachtet herrscht vielmehr das Feeling der ans Herz gehenden Disney-Zeichentrick-Klassiker denn jenes der auf Comedy ausgelegten Pixar-Werke. Coole Charaktere, schwungvolle Songs und eine herzerwärmende Handlung – „Die Eiskönigin“ ist der ideale Film für die kalte Jahreszeit.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at