Quantum Break: Klappe – die zweite!

Bereits vor einigen Tagen erschien unser Review zu Quantum Break für Microsofts Xbox One, in dem wir klärten, ob das Spiel das Zeug zu einem Systemseller hat. Nun sind unsere Augen auf die PC-Version gerichtet, die ebenfalls in aller Munde ist – nicht nur aufgrund der hohen Systemanforderungen.

Das Spiel selbst wurde von Kollege Amon bereits ausführlich in seinem Review beleuchtet. Ein zweiter Test zur PC-Version macht hier also nur wenig Sinn, zumal es ja das selbe Spiel ist. Daher beschränke ich mich auf die technischen Details, welche für PC-Spieler interessant sind, die mit einem Kauf des vermeintlichen Frühjahrsknüllers liebäugeln.

Die grafischen Effekte sind aufwändig gestaltet und bringen auch euren PC ins Schwitzen.

Die grafischen Effekte sind aufwändig gestaltet und bringen auch euren PC ins Schwitzen.

Zum einen muss man sagen, dass Remedy mit der Xbox One Version einen guten Job gemacht hat. Das Spiel läuft flüssig und ohne Probleme auf Microsofts dedizierter Heimkonsole. Für viele Spieler auch die erste Wahl, da es schier unglaubliche Anforderungen an das eigene PC-Setup verlangt, sollte man die Wahl zwischen beiden Systemen haben. In nachfolgender Tabelle seht ihr die offiziellen Voraussetzungen, um Quantum Break zum Laufen zu bekommen:

MINIMUM RECOMMENDED ULTRA
OS Windows 10 (64-bit) Windows 10 (64-bit) Windows 10 (64-bit)
DirectX DirectX 12 DirectX 12 DirectX 12
CPU Intel Core i5-4460, 2.70GHz or AMD FX-6300 Intel Core i5 4690, 3.9GHz or AMD equivalent Intel Core i7 4790, 4GHz or AMD equivalent
GPU NVIDIA GeForce GTX 760 or AMD Radeon R7 260x NVIDIA GeForce GTX 970 or AMD Radeon R9 390 NVIDIA GeForce GTX 980 Ti or AMD Radeon R9 Fury X
VRAM 2 GB 4 GB 6 GB
RAM 8 GB 16 GB 16 GB
Die grafische Darstellung bietet oftmals einen sehr interessanten Anblick, nicht immer vorteilhaft, wohlgemerkt.

Die grafische Darstellung bietet oftmals einen sehr interessanten Anblick, nicht immer vorteilhaft, wohlgemerkt.

Nun stellt sich mir die Frage, wieso die Xbox One Version keine Probleme macht, obwohl diese viel leistungsschwächer ist, als in den Ultra Settings für PC verlangt wird. Nun, ein grafischer Vergleich der beiden Versionen zeigt keine Unterschiede, daran kann es mal nicht liegen. Wirklich interessant zu sehen, da man erwarten mag, dass der PC die Xbox One in der Pfeife rauchen müsste. Es könnte hingegen aber auch für die Xbox One sprechen, die eine bis ins kleinste Details optimierte Fassung erhalten hat. Nun, beides kann ich nicht unterschreiben. Einerseits muss man so ehrlich sein und sagen, dass das Spiel optisch zwar einiges hermacht, aber in den meisten Situationen nicht wirklich umwerfend aussieht. Ein ständiger Noise-Filter kaschiert hier das Meiste, immer wieder gibt es unschöne Texturen, die Belichtung macht manchmal ihr eigenes Ding oder die geworfenen Schatten zucken unaufhörlich.

Manche Szenen ohne Noise-Filter sehen wiederum blendend aus.

Manche Szenen ohne Noise-Filter sehen wiederum blendend aus.

Wenn man dann wiederum in eine Zwischensequenz wechselt, die wohlgemerkt nicht gerendert ist, dann sieht man, was wirklich möglich ist. Kein Filter der stört, klare Sicht auf das Ereignis und Gesichter, sowie Animationen, die zum Verwechseln echt aussehen. Da bekam ich es das ein oder andere Mal mit einer Gänsehaut zu tun. Gänsehaut im negativen Sinne bekam ich dann aber beim ersten Live-Action Video. Man mag streiten, ob es eine gute Idee ist, computergenerierte Grafik mit echten Aufnahmen zu mischen, gerade wenn das Spiel nicht eine grafische Meisterleistung vollführt, aber ich finde es dennoch eine gute Idee. Außerdem werden einige Entscheidungen die zu sehenden Sequenzen beeinflussen, was Remedy dazu zwingt, die mehr als 40 verschiedenen Videos nicht auf der Disc zu speichern oder im Download zu inkludieren, sondern von ihren Servern streamen zu lassen. Und das funktionierte vielleicht in der Review-Phase, wo sich eine Handvoll Presseleute am Server rumgetrieben haben, aber nachdem das Spiel nun raus ist, gibt es offenbar ein riesiges Problem mit dem Streamen der Videos. Selbst bei meinem Internetanschluss mit 75Mbit/s gelang es mir nicht, ein ruckelfreies Video zu sehen. Der Ton war perfekt, aber das Video hatte gefühlte 10fps. Selbst ein Neustart von Modem, Router, Spiel und PC half nicht. Ergo sind die 20-minütigen Videos unschaubar.

Live-Action in einem Videospiel? Noch dazu nicht ruckelfrei? Hm.

Live-Action in einem Videospiel? Noch dazu nicht ruckelfrei? Hm.

Apropos: Ich habe mir die PC-Version zu Gemüte geführt, da ich mir kürzlich ein wahrliches Biest zugelegt habe. Die Ultra-Settings liefen lange Zeit hervorragend, nur in ausgewählten Bereichen mit einer Menge Action fing es ebenfalls an zu ruckeln. Ich habe dann mit einigen Grafikeinstellungen gespielt und selbst mit der minimalen Einstellung bekomme ich das Spiel nicht zu hundert Prozent ruckelfrei. Das Spiel verbreitet leider den üblen Beigeschmack, dass es sich hier um eine schlampige Portierung der Xbox One Version handelt, welche in keinster Weise optimiert ist, was sowohl die hohen Anforderungen, als auch die grafische Repräsentation erklären würde. Gut, das Spiel ist am PC auch in 4K spielbar, aber wenn es schon auf 1080p ruckelt und den PC zum Glühen bringt, möchte ich nicht wissen, wie es dann aussieht. Ach, ein weiteres Indiz für die Portierung ist auch die fehlende Möglichkeit, das Spiel zu beenden. Nach einem Menüeintrag hierzu sucht man vergebens und muss das Spiel schlussendlich mit dem Taskmanager oder dem klassichen <Alt>+<F4> abwürgen.

Das Spiel mischt auch virtuelle mit realen Elementen. Geschmackssache.

Das Spiel mischt auch virtuelle mit realen Elementen. Geschmackssache.

Ein weiterer Kritikpunkt, der mir sauer auftößt, ist, dass man das Spiel exklusiv über den Windows-Store herunterladen muss. Wie auch schon bei der Gears of War: Ultimate Edition hatte ich ein Problem mit meiner Festplatte. Meine Konfiguration sieht vor, dass ich auf meiner primären 120GB SSD nur das Betriebssystem und einige Programme installiert habe. Spiele, die über Steam & Co. kommen, platziere ich auf meiner sekundären 500GB SSD oder meiner 3TB HDD. Das ist über den Windows Store nicht möglich, da man keinen Installationspfad angeben kann. Außer man krebst in der Registry rum und ändert diesen per Hand, was ich versucht habe, mir aber nicht gelungen ist, da Windows mir als Administrator mitgeteilt hat, dass meine Rechte nicht ausreichen. Nach drei verschwendeten Stunden habe ich dann aufgegeben.

Ach und wer sich fragt, ob es in der PC-Version keine Achievements gibt: die gibt es! Nur poppen die leider nicht auf, wenn man welche freischaltet. Im Xbox Account werden diese aber dennoch erkannt. Hm.

Fazit

Ich mache es kurz und knackig: ernüchternd. Das Spiel selbst mag das Internet spalten. Den einen gefällt es ausgesprochen gut, den anderen weniger. Für mich stellt es nicht wirklich etwas Neues dar, da die Elemente, die Quantum Break als Killer-Feature verkaufen möchte, mir bereits aus TimeShift bekannt sind, welches 2009 erschienen war. Spaß macht es irgendwie trotzdem und auch die Story ist gut erzählt. Wenn ich jetzt aber gefragt werde, welche Version man sich von dem Spiel kaufen sollte, dann ist meine Empfehlung ganz klar die Xbox One Fassung. Hier muss man sich nicht mit Anforderungen, Rucklern oder sonstigen Problemen rumschlagen. Disc ins Laufwerk, fertig. (Passend dazu haben wir auch gleich ein Gewinnspiel für euch. Einfach noch ein wenig runter scrollen.)

Wir bedanken uns bei Xbox Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂


GEWINNSPIEL

Wir verlosen 1x Quantum Break für die Xbox One. Schreibt uns einfach in die Kommentare oder schickt uns ein E-Mail an gewinnspiel@continue-magazin.at, welchen Film oder Spiel mit dem Thema Zeitreise ihr am besten findet und warum.

Teilnahmeschluss ist der 21.04.2016, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird schriftlich verständigt. Gerne könnt ihr diesen Beitrag auch teilen. Barablöse ausgeschlossen. Viel Glück!

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

  • Viktor

    Mein Lieblingsfilm zum Thema Zeitreisen ist die Filmreihe „Zurück in die Zukunft“, da es genau in meine Kindheit (90er) fiel und ich mir die drei Teile immer wieder ansehen kann ohne das sie langweilig werden. Noch heute hängt in meinem Zimmer das Orginalfilmplakat mit Michael J Fox und dem Delorian mit Feuerspur drauf. Bei Rocket League fahr ich sogar mit dem Delorian herum. Die Musik zum Film ist sowieso Kult. Der Test von Alex hat mir Lust auf das Spiel gemacht, wäre eine tolle Sache den Xbox One Exklusivtitel bei euch zu gewinnen.

  • midoro

    ‚Terminator‘ und ‚Ocarina of Time‘ sind meine liebsten Zeitreisefilm bzw. -spiel.

    Schade, dass die angesagte PC-Offensive mit Microsoft-First-Party-Titeln nicht ganz so glatt, wie – für PC-Spieler – erhofft, läuft.