Playboy anno 1976

Vor zwei Wochen habe ich gemeinsam mit Freunden die Comix besucht, Wiens berühmteste Comic-Messe. Zwischen all den Star Wars Figuren und Superman Comics habe ich eine Playboy Ausgabe aus dem Jahre 1976 erspäht, die ich mir auch gekauft habe. Wegen der Artikel, versteht sich.

Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Männer (und vielleicht auch Frauen) sich schon mindestens einmal im Leben einen Playboy gekauft haben. Auch ich, wie ich gerne zugebe. Verstohlen, zwischen drei Auto- und zwei Videospielzeitschriften versteckt, wobei ich die Automagazine natürlich nie gelesen habe. Dann kommt auch der berühmte Moment in dem man feststellt, dass da eigentlich gar nicht so viel nackte Haut zu sehen ist, sondern der Schwerpunkt tatsächlich auf den Artikeln liegt, die sich oft auch gut lesen. Ich kann mich an ein altes Interview mit Stefan Effenberg erinnern – war gut und ist lange her.

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Von einem Hochglanzmagazin hat mein neu erstandenes Heft aus dem Jahr 1976 nicht mehr viel, aber der Glanz strahlt zumindest innen noch. 236 Seiten halte ich in der Hand, auf dessen Cover die Mädels des Monats in sexy Baseball-Klamotten zu sehen sind. Als alter Printfan zähle ich auch ungläubig die Anzeigen, die tatsächlich den Hauptbestandteil des Magazins ausmachen. Alleine 34 Seiten sind Zigaretten- oder Alkoholwerbung gewidmet. Benson & Hedges 100’s, J&B Rare Scotch, Heineken – you name it. Aber gut, zu dieser Zeit hieß ein Wiener Fußballverein auch noch Austria Memphis und in der Formel 1 waren die Zigaretten-Banner die auffälligsten. Ansonsten viele „Technik-Schaltungen“. Eine Hi-Fi Anlage von Panasonic, unzählige Fotokamera-Anzeigen und ein Plattenspieler von Sony. Fancy!

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Auf der Kino-Seite beschwert sich der Kollege über Remakes und Sequels, zählt Filme wie Jaws II (Der weiße Hai), Airport 1977 und Exorcist II auf. Zumindest keine Comic-Verfilmungen, mag man heute ergänzen. In der TV-Sparte wird auf eine neue Serie namens „Love Boat“ hingewiesen. Ach, hab ich die damals gern gesehen. Looooooooove Boat, dadada …

Aber auch aufwühlende Artikel finden sich, etwa jener von Peter Ognibene, der die schwierige Zusammenarbeit zwischen Politikern und Journalisten hinterfragt, oder ein Exzerpt aus dem berührenden Buch „Roots“. Es ist wirklich ein buntes Potpourri an Themen, Bildern und Anzeigen, das von vorne bis hinten mehrere Nachmittage füllen kann.

The fellow’s blind date proved to be superbly built, pretty, intelligent and personable, and they hit it off well together. Later that evening, he got up the courage to say „Brenda, dear, I’ve fallen for you so hard that I want to give you an old-fashioned first-date kiss!“
„At a time like this,“ muttered Brenda, „you’re asking me to change positions?“

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Noch ein Wort zu unserem Girl des Monats Oktober. Hope Olson ist ein echtes Country-Girl, liebt den Film Jeremiah Johnson und findet Sonnenlicht erotisch. Ihr perfekter Partner sollte stark und ambitioniert sein – anpacken können. Es wäre interessant zu erfahren, ob Hope diesen Mann gefunden hat.

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Zum Abschluss noch ein paar Sätze zur Comix, die das letzte Mal im MGC Wien stattgefunden hat und im Oktober in die neue Marx-Halle ziehen wird. Der Umzug ist überfällig, am Samstag war die Hütte echt gerammelt voll und man konnte in den schmalen Gängen nur schwer stehen bleiben, um sich durch die Comics und alten Konsolen zu wühlen. Stimmungstechnisch war das Event aber in jedem Fall ein Erfolg. Unzählige Cosplayer haben am Wettbewerb teilgenommen und auf der Messe tummelten sich auch viele altbekannte Gesichter, darunter diverse Ex-consol-Leute wie Michael Furtenbach und Fatih Olcaydu. Ich bin gespannt auf Oktober. Da kauf ich mir dann vielleicht einen aktuellen Playboy – nur um zu vergleichen, versteht sich.

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.