Phänomen Rocket League

In jedem Bereich gibt es diesen Sager. „Es gibt schon alles. Was soll noch kommen?“ Und immer wieder passiert dann was, das keiner hat kommen sehen. World of Warcraft. League of Legends. Und jetzt: Rocket League.

Es ist natürlich mutig das Fußball-Turnier-Rennspiel mit den zwei erfolgreichsten Spiele der letzten 10 Jahre zu vergleichen, aber selten habe ich solch einen Hype um ein Spiel erlebt wie aktuell um Rocket League. Aber was sind die geheimen Zutaten? Warum gehe ich mit meinem Körper immer mit, wenn mein virtuelles Alter-Auto in die Luft springt? Wir brauchen Antworten!

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Um was geht’s eigentlich? Innerhalb von fünf Minuten muss man mehr Tore schießen als der Gegner. Gespielt wird im 1vs1, 2vs2, 3vs3 oder 4vs4. Die Feldspieler sind Autos, die fahren, einen Turbo zünden oder verschiedene Sprünge vollführen können. Gespielt wird in einer geschlossenen Arena, deren Begrenzungen man auch befahren kann. Das war’s eigentlich schon. Jetzt werden manche von euch sagen: „Das kenn ich doch. Autoball hat vor dem Raab doch schon der der olle Kappler 1933 erfunden. Oder diese Roboterturniere, wo sich Technikstudenten aus Österreich in den letzten Jahren immer wieder bewiesen haben.“ Richtig. Sogar ein Spiel gab es schon mit der Thematik – den Vorgänger Supersonic Acrobatic Rocket-Powered Battle Cars (2008).

Wie immer kommt es auf den richtigen Zeitpunkt und die richtige Plattform an (PS4 & PC). Kaum war das Spiel Anfang Juli erhältlich, stürzten sich zahlreiche Let’s Player auf den Titel – und auch Spieler, war es doch für PS Plus Kunden gratis herunterladbar (für PC 20 Euro). Das führte im ersten Monat zu 4 Millionen Downloads. Respektabel. Aber warum spielen dieses vergleichsweise simple Spiel so viele Menschen? Ich möchte diesen Artikel nicht zu einem Sammelsurium von weisen Sprüchen machen, aber bei Games funktioniert die Formel „Easy to learn, hard to master“ verhältnismäßig oft. JEDER kann Rocket League starten und sofort verstehen. Ball, Tore. Das ist in unseren Genen wie unser Fortpflanzungstrieb und unser Heißhunger auf Wiener Schnitzel. Nach ein paar Runden merkt man dann die ersten Kniffe, macht gezielt Doppelsprünge und wehrt erfolgreich Bälle auf der eigenen Torlinie ab. Da beginnt es zu k(l)icken, speziell wenn man online spielt.

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Neue Skins schaltet man automatisch frei, und so tummeln sich bald die unterschiedlichsten Vehikel auf der Strecke. Auch die Farbe des Boosts kann verändert werden. Das sind diese Kleinigkeiten, auf die wir Turnierspieler ein bisserl stehen. Optische Veränderungen, aber es bleibt fair. Jeder hat dieselben Voraussetzungen, egal, wie lang er dabei ist. Nur der Skill verändert sich. Wie bei Schach oder StarCraft.

Am meisten gewinnt das Spiel, wenn man gemeinsam mit Freunden in den Ring steigt. Absprachen, wer hält welche Position, gegenseitiges anbrüllen, wenn ein Teammitglied den Ball gerade mal wieder knapp verpasst hat und diese generelle Sportstimmung machen Rocket League zu dem, was es ist: Ein Fußballspiel mit Autos. Würde uns die eigene Freundin in regelmäßigen Abständen freiwillig mit Hotdogs und Bier  füttern, man könnte einen Film über dieses Setting drehen. Und ihr wisst, welche Art von Film ich meine.

Eine Komödie.

 

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.