No Man’s Sky

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter …

Es klingt wie ein wunderbares Konzept, beinahe schon unglaublich, nicht nur eine einzige prozedural generierte Welt zu bespielen, sondern gleich ein ganzes Universum. Genau das lässt sich in No Man’s Sky nun aber machen.

Ihr startet auf einem der (laut Entwickler Happy Games angegebenen) 18 Trillionen zufällig generierten Planeten mit einem Raumschiff und nichts weiter, als eurem Raumanzug sowie einer Waffe, die euch beim Abbau von Materialien hilft. Euer treues Gefährt, welches euch fortan von Planet zu Planet bringen soll, ist jedoch beschädigt und benötigt erst mal eine Reparatur und Treibstoff. Ohne Tutorial oder irgendwelchen Hinweisen geht es also los – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Leider auch beim Ausprobieren elementarer Dinge, die man erst selbst herausfinden muss, um das Spiel so richtig genießen zu können. So kann der Einstieg schon mal etwas holprig und frustrierend verlaufen – vor allem dann, wenn man gerade erst herausgefunden hat, wie man Materialen abbaut und plötzlich eine Wächterdrohne, welche die Planeten von No Man’s Sky überwachen, auf Angriff schaltet.

Jeder Planet birgt neue Überraschungen

Jeder Planet birgt neue Überraschungen

Hat man sich aber ein wenig durch die Controller-Belegung und andere hilfreiche Tipps gelesen oder seinen Weg durch das Trial-and-Error gefunden, nimmt der Zyklus seinen Lauf: Sammeln – Basteln – Aufrüsten. Wie bereits erwähnt ist es euer Ziel Ressourcen zu sammeln, um neue Gegenstände zu bauen oder euch über Wasser zu halten. Eure Lebenszeit hängt nämlich auch davon ab, wie vorsichtig ihr beim Erkunden der vielen verschiedenen Planeten seid. Auf jedem einzelnen findet ihr ein ganz eigenes Erlebnis mit den unterschiedlichsten Pflanzen und Lebensformen, aber auch Gefahren. Dabei werdet ihr generell von zwei Schilden geschützt: einem für das Lebenserhaltungssystem und einem für die äußerlichen Einflüsse, wie beispielsweise einer toxischen Atmosphäre, Kälte oder Hitze. Sinken diese Schutzschilde auf Null, nehmt ihr nach und nach tödlichen Schaden. Aber durch gewisse Materialien könnt ihr diese wieder aufladen und so dem Garaus entgehen.

Selbiges gilt auch für euer Raumschiff. Habt ihr dieses repariert, könnt ihr nicht nur zwischen Planeten, sondern auch Galaxien oder gar schwarzen Löchern reisen. Dafür werden jedoch neue Techniken und Treibstoffe benötigt, die ebenfalls durch geschickten Abbau und dem Auffinden von Plänen für die Entwicklung neuer Antriebsarten erhalten werden können. Schließlich ist es das Ziel des Spiels, bis zur Mitte des Universums zu reisen. Bis dahin sollen laut Entwickler zirka 40 Spielstunden vergehen.

Im Weltraum findet ihr Raumstationen und auch oft feindlich gesinnte Flotten

Im Weltraum findet ihr Raumstationen und auch oft feindlich gesinnte Flotten

Auf eurer Reise begegnet ihr auch verschiedenen Alienrassen in Handelsstationen oder kleinen Forschungsgebäuden, die eine für euch nicht verständliche Sprache sprechen. Nach und nach könnt ihr diese aber durch Monolithen oder dem direkten Austausch mit eben diesen Lebensformen erlernen. Ihr werdet immer wieder auch zum Handeln aufgefordert und könnt so neue Pläne, Materialien oder anderes Gut für euch gewinnen.

Da wir immer vom Sammeln diverser Gegenstände reden: euer Platz im Inventar ist begrenzt. Zwar könnt ihr sowohl euren Exo-Suit als auch das Raumschiff als Lager verwenden (und auch Gegenstände jederzeit an dieses schicken), dennoch ist es ratsam sich erst Mal um mehr Platz zu kümmern. Ihr findet immer wieder sogenannte „Drop-Pods“ auf den Planeten verstreut, welche es euch erlauben, einen zusätzlichen Slot zu eurem Exo-Suit hinzuzufügen – für das gewisse Kleingeld versteht sich. Der Preis steigt jedoch bei jedem Upgrade und so solltet ihr auch auf der Suche nach seltenen Handelsgegenständen oder Materialien sein, die ihr im Intergalaktischen Handelsplatz für Bares verkaufen könnt. Das Raumschiff könnt ihr dafür jedoch nicht aufrüsten, sondern müsst ein ganz neues kaufen, um in den Genuss des großen Depots zu kommen. Glücklicherweise kann ein Raumschiff aber von jedem Alien der euren Weg kreuzt und eines bei sich hat abgekauft werden.

Wie gut, dass in No Man's Sky der Treibstoffpreis kein Thema ist

Wie gut, dass in No Man’s Sky der Treibstoffpreis kein Thema ist

Es gibt prinzipiell zwei Arten, wie man das Spiel erleben kann. Entweder man reduziert seinen Aufwand auf das Geringste, sammelt das Zeug, das man für die Reparatur oder Entwicklung neuer Technologie benötigt und reist weiter – oder aber man erforscht den Planeten bis in den letzten Winkel und scannt seine Umgebung, um Pflanzen, Steine oder auch Tiere in die Online-Datenbank hochzuladen. Seid ihr die ersten, die diese entdecken, könnt ihr auch jedem einzelnen Fund einen Namen geben und euch so im Spiel zu verewigen. Die Frage ist nur, ob bei mehr als 18 Trillionen Planeten jemals jemand über euren Fund stolpern wird.

Und was gibt es sonst noch zu entdecken? Natürlich die Story über Atlas, welche ich lieber euch überlasse, anstatt sie preiszugeben. Euch werden jedoch einige Optionen angeboten, die mehrere Wege eröffnen, was darauf schließen lässt, die Story sehr unterschiedlich erleben zu können. Habt ihr dann denn Mittelpunkt des Universums erreicht, stellt sich nur noch die Frage, ob sich die Reise für euch gelohnt hat. Aber wann kommt man schon mal bis dorthin?

Fazit

Eigentlich mag ich keine Sandbox-Spiele. No Man’s Sky hat mich aber auf spannende Art und Weise an der Leine gehalten. Das Erforschen von Planeten, die sich bei jedem individuellen Spielstand unterscheiden ist schon ein interessanter Gedanke. Selbst wenn alle meine Freunde das Spiel genießen würden, hätten wir uns immer etwas Neues darüber zu erzählen, da quasi kein Planet dem anderen gleicht. Leider gibt es aber auch Punkte, die nicht so prickelnd sind. Einerseits ist die Grafik zwar wirklich schön und der Art-Style sehr gelungen und ansprechend, aber durch den „Random-Faktor“ ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Auch die Performance lässt zu wünschen übrig und so sind Pop-Ups von Landschaftsobjekten keine Seltenheit und auch die Framerate bricht hin und wieder ein. Alles nicht so schlimm, würde die PS4 nicht des Öfteren einfrieren oder das Spiel abstürzen. Durch das ständige Erforschen und gleichzeitige Speichern, verliert man so zwar nicht sonderlich viel Fortschritt, ärgerlich ist es aber allemal. Und das eigentlich Wichtigste: Das Gameplay. Viel Abwechslung bietet es nicht, da sich der selbe Vorgang immer und immer wiederholt, sprich: es wird schnell langweilig, wenn man ein Problem mit einer solchen Art von Gameplay hat. Dennoch bleibt es immer wieder spannend, was der nächste Planet mit sich bringt und daher hat es auch mich motiviert gehalten, jemandem, der sich schnell bei wiederholenden Abschnitten angeödet fühlt. Alles in allem ist No Man’s Sky ein großartiges Spiel mit wohl unschlagbarem Preis/Leistungs-Verhältnis. Wer die Schwachpunkte kennt und damit Leben kann, ist hier genau richtig. Entschuldigt mich nun, der nächste Planet wartet auf mich!

WERTUNG: 7/10

Wir bedanken uns bei Sony für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at