Need for Unterhaltung

Das neue Need for Speed soll ein Reboot der Rennspielserie sein. Ich hatte während der Zeit mit dem Spiel vor allem den „Need“ nach guter Unterhaltung und Lachgas. Beides Dinge, die wenig mit der Neuauflage zu tun haben. Leider.

Man muss dieser Tage ja fast dankbar sein, wenn sich nicht jedes Spiel als Topknaller entpuppt (Tomb Raider, Fallout, StarCraft, usw.) und dahingehend erfüllt Need for Speed viele Wünsche. Es ist weder besonders gut inszeniert, noch in irgendeiner Form kreativ oder herausragend. Es ist einfach da. Zugegebenermaßen sieht es schick aus, auch wenn die Dauerdunkelheit und der kaum vorhandene Verkehr wenig Abwechslung und Leben bieten, und das Fahrgefühl ist gar nicht mal schlecht. Gut, es gibt keine Cockpitperspektive, aber ich fahr‘ die meiste Zeit ohnehin mit der Kamera hinter dem Auto. Ja, ich bin einer von denen. Schließlich will ich ja sehen, was ich für eine geile Karre fahre. Hier spart das Game leider mit Quantität, dafür nicht mit Qualität. Bis ihr die schönen und teilweise sehr seltenen Modelle jedoch in euren Fuhrpark aufnehmen könnt, benötigt es schon einiges an Spielzeit, speziell wenn dann auch den eigenen Wünschen entsprechend gepimpt werden soll – visuell und „inhaltlich“.

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Ich würde jetzt auch gern mehr über mein Leben in Need for Speed erzählen, aber mir fallen nur die schlechten Schausp… Darsteller ein, die kläglich daran scheitern, eine Story zu erzählen, oder auch das ständige Klingeln meines virtuellen Telefons, wo mich irgendwelche Leute mit ihren Geschichten langweilen. „Komm mal da her, wir fahren ein Rennen.“ ist da noch der kreativste Anmachspruch. Das Klingeln ist mittlerweile in meiner Wahrnehmung zwischen Kindergeschrei und meinem Wecker in meinem Hirn gespeichert. Mein linkes Auge zuckt noch immer, wenn ich daran denke.

Ansonsten fällt mir die Bezeichnung „eh nett“ für das Spiel ein. Man düst auf der Map rum, fährt Rennen, gewinnt Punkte und pimpt die eigene Kiste – mehrere Kisten, denn z.B. Drifts erfordern ein anderes Setup als klassische Rennen. Das hat man alles schon dutzende Male gesehen und meist abwechslungsreicher, umfangreicher oder auch interessanter inszeniert – Stichwort: Forza. Klar, die Pimp-Geschichte zusammen mit dem Nacht-Setting lässt Underground-Fans wieder an das Gute in der Spieleentwicklung glauben, aber für alle anderen ist das leider nicht der große Knall, den der „Reboot“ einer so großen Serie bringen hätte können. Außerdem ist das Rubberband-System (ihr könnt Gegner nicht wirklich abhängen) so 1990.  Ich möchte ja nicht wieder zu sudern anfangen und ein neues Burnout verlangen, aber lasst es mich so formulieren: Bringt doch Burnout zurück.

Fazit

Hat mir nicht gefallen. Aber das haben manche von euch vielleicht schon aus dem Text rauslesen können.

 

Einige Tipps hab‘ ich aber noch, wenn ihr euch das Spiel trotz meiner schlechten Laune anschauen wollt:

  • Das Spiel orientiert sich sehr am Stil des (z.B. ersten) Fast and Furious-Films. Zieht euch die 96 Minuten rein und das Spiel macht euch auf Anhieb mehr Spaß.
  • Ihr hattet gerade eine Augen-OP und dürft nicht ins helle Licht schauen? Das ist euer Spiel! Für die gelegentlichen Neonlichter könnt ihr sicherheitshalber eine Sonnenbrille tragen.
  • Nicht GTA spielen, sonst merkt ihr, wie lebendig eine Stadt wirken könnte.

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Wir bedanken uns bei EA für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.