Moon Hunters

Es mag Spiele geben, die sind kurz. Und dann gibt es Moon Hunters. Aber bevor ihr aufschreit und den PC aus dem Fenster werft: das ist auch gut so! Mit Moon Hunters erlebt ihr eure Geschichte nämlich immer wieder aufs Neue und ganz anders. Interessiert? Lest selbst!

Prinzipiell erfindet Moon Hunters das Rad nicht neu. Es ist ein kleines, aber feines roguelike RPG, bei dem ihr in die Charakterklasse eurer Wahl schlüpft, eure Lieblingsfarbe für das Outfit wählt und dem Helden oder der Heldin einen Namen gebt. Schwups, schon seid ihr mitten im Geschehen. Eine kurze Story-Einführung fliegt über den Bildschirm und der Kampf kann beginnen. Ihr findet euch in einem zufälligen Gebiet wieder, welches bereits vom ersten Augenblick an durch brillante Pixelgrafik begeistert. Die zufällig generierten Level bergen nicht nur gefährliche Monster, sondern auch Händler oder andere NPCs, die euch den Weg erleichtern möchten, solltet ihr ein wenig Kleingeld mit euch führen. Habt ihr das Gebiet gesäubert und den Ausgang gefunden oder wurdet von Gegnern verkloppt und seid aufgrund eines Ohnmachtsanfalls in Sicherheit gekrochen, findet ihr euch am Lagerplatz wieder. Dort macht ihr euch bereit für den nächsten Tag.

Egal ob alleine oder mit Freunden: das Abenteuer wartet auf euch!

Egal ob alleine oder mit Freunden: das Abenteuer wartet auf euch!

Die Möglichkeiten am Lagerplatz sind überschaubar, jedoch enorm wichtig für eure Reise. Ihr könnt aus verschiedenen Aktionen wählen, welche euch unterschiedliche Eigenschaften des Charakters boosten. Seid ihr auf den Geschmack eines Hobbykochs gekommen, könnt ihr euren Helden sogar noch gezielter stärken.

Der nächste Tag bricht an und ihr betretet das Dorf, wo man bereits über die Geschehnisse der Nacht munkelt. Der Mond fehlte dem mit Sternen gespickten Nachthimmel, was das Werk des Sonnenkults durch den Anführer König Mardokh zu sein scheint. Ihr habt drei verbleibende Tage, um euch auf den Kampf gegen den Allmächtigen vorzubereiten. Also stürmt ihr die Landkarte und wiederholt das bereits bekannte Prozedere: kämpfen, vorsichtig sein, Eigenschaften boosten, Tag beenden, ehe die letzte Morgendämmerung mit dem ultimativen Kampf gegen König Mardokh bevorsteht. Neben diesem gibt es aber auch noch viele weitere kleine Entscheidungen aus eurem Abenteuer, die eure Geschichte beeinflussen und als niedergeschriebene Erzählung am Ende des Spiels zu lesen ist.

Am Ende eines jeden Tages könnt ihr euch nochmals stärken.

Am Ende eines jeden Tages könnt ihr euch nochmals stärken.

Apropos kämpfen: das ist in Moon Hunters ziemlich einfach gehalten. Ihr habt zwei Kampftasten, wovon eine die Gegner paralysiert oder verlangsamt und die andere tatsächlich Schaden anrichtet. Eine dritte Taste lässt euch kurz Land gewinnen, um einem verheerenden K.O.-Schlag zu entgehen. Ab und an findet ihr Verbesserungen für euren Angriff oder könnt diese auch bei Händlern kaufen. Und falls ihr zu der Sorte Spielern gehört, die nicht gerne alleine kämpfen, gibt es gute Neuigkeiten: Das Spiel kann nicht nur im kooperativen Modus online, sondern auch lokal mit bis zu vier Spielern gespielt werden. Der Schwierigkeitsgrad passt sich dann natürlich dementsprechend an.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, was nach dem ersten Durchspielen noch übrig bleibt? Nun, bei jedem neuen Abenteuer schaltet ihr neue Möglichkeiten für das nächste Mal frei. Neue Kochrezepte, Gebiete oder Aufgaben. Somit machen die rund 30-60 Minuten Spielzeit pro Abenteuer plötzlich mehr Sinn. Die Geschichte wiederholt sich ja schließlich nicht, sie wird immer wieder aufs Neue geschrieben.

Entscheidungen beeinflussen eure Geschichte.

Entscheidungen beeinflussen eure Geschichte.

Fazit

Moon Hunters ist etwas, auf das man sich einlassen muss. Ist man anfangs vielleicht noch geschockt, weil man sich ein episches Abenteuer erwartet, welches sich über Stunden erstreckt, erkennt man schnell, dass die Würze tatsächlich in der Kürze liegt. Man kann so immer wieder neue Taktiken oder Klassen ausprobieren und völlig neue Gebiete erforschen. Selbst der Kampf gegen König Mardokh ändert sich immer wieder, was die Wiederspielbarkeit des Titels enorm erhöht! Abgesehen davon ist der Soundtrack wunderschön gehalten und erinnert ein wenig an die melancholischen Klänge aus Diablo 2. Auch wenn man sagen muss, dass Moon Hunters sicherlich nicht perfekt und auch definitiv nicht das beste roguelike Spiel aller Zeiten ist, macht es doch eine Menge Spaß, wenn man mal Zeit zu überbrücken oder Freunde bei sich zu Hause hat. Das Balancing ist zwar etwas unausgeglichen, kann aber im Multiplayer durch geschicktes Teamwork wieder wett gemacht werden. Worauf wartet ihr also noch?

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at