Mit Pokémon auf Höhlenkunde

So GUT! Gott, freue ich mich schon auf Pokémon Sonne und Mond. Pokémon sammeln, trainieren, irgendwelchen unbekannten Trainern den Tag ruinieren und schlussendlich gefeierter Meister werden. Zu schade, dass diese Karriere noch ein geschätztes halbes Jahr auf mich warten muss. Nun steht Zeit schinden auf dem Programm und anstatt meditierend an einer Küste den Stimmen der Natur zu lauschen, betreibe ich Seelenforschung in der Pokémon-Welt selbst. Was kann dabei also besser dienlich sein, als selbst ein Pokémon zu werden? Nein, ich werde nicht die nächste Jocelyn Wildenstein. Ich spiele Pokémon Super Mystery Dungeon.

Der Ersteindruck

Um Genörgel über Vergleiche zu Vorgängern gleich einmal vorzubeugen, sollte ich erwähnen, dass dies mein Erstkontakt mit dem Merchandise-Lückenfüller war und meine Erwartungen eher auf Browsergame-Ebene herumschwirrten. Ich rechnete mit einem süßen, überschaubaren Rollenspiel für Kinder, das nicht weit über das klassische Leveln und Erlernen von Attacken der Pokémon hinausgehen würde. Diese Vorurteile musste ich im Laufe des Tutorials, das sich über Stunden streckt, bereits ablegen.

Pokémon Super Mystery Dungeon startet mit einem kleinen Fragebogen, der euch aus einer überschaubaren Gruppe aus unterschiedlichsten Pokémon einen zu euch passenden Protagonisten und Vertreter bestimmt. Ihr seid nämlich in ein solches verwandelt worden und findet euch selbst alleine in einem Wald, umgeben von mies gelaunten Megalons wieder. Ihr werdet von einem Blanas gerettet, das euch ins nahegelegene Dorf bringt und bei ihm wohnen lässt. Nun gilt es herauszufinden, warum ihr zum Pokémon wurdet und warum die Megalons so überhaupt nicht gut auf euch zu sprechen waren. Zeitgleich scheint sich eine ungewöhnliche Macht zu nähern und als ob das nicht genug wäre, müsst ihr euch mit dem hiesigen Schulalltag herumplagen.

Diesmal schlüpft ihr nicht nur in die Rolle von Pikachu – ihr seid Pikachu!

Diesmal schlüpft ihr nicht nur in die Rolle eines Pokémon – ihr seid das Pokémon!

Im Laufe der ersten Stunden macht das Spiel nun seinem Namen alle Ehre und führt euch in unterschiedliche Dungeons. Hier kann man Items finden, die den Protagonisten und seine Begleiter am Leben halten und die Kämpfe gegen zahlreiche andere Pokémon vereinfachen. Hier bietet Pokémon Super Mystery Dungeon eine Vielzahl an Gegenständen, die schnell in Kombination mit dem viel zu begrenzten Inventarplatz den Schwierigkeitsgrad nach oben schrauben. Zusätzlich bekommt ihr noch sogenannte Ringel. Armbänder in die sich unterschiedliche Steine, oder auch Sipale einsetzen lassen, die euren Pokémon zusätzliche Passiva verleihen.

Zusätzlich zu den auf Gegenständen beruhenden Modifikationen, könnt ihr für euer Team noch spezielle Strategien bestimmen. Egal, ob sie alle zeitgleich mit ausgewählten Attacken, nach der Reihe oder gar nicht angreifen, um Teammitglieder zu buffen: ihr habt tatsächlich viele Möglichkeiten einen Dungeon zu meistern.

Gemeinsam mit anderen Pokémon begebt ihr euch auf Abenteuerjagd

Gemeinsam mit anderen Pokémon begebt ihr euch auf Abenteuerjagd

Änderungen und Zielgruppe

In Pokémon Super Mystery Dungeon sind nun erstmals Feen-Typ Pokémon und Megaentwicklungen anzutreffen. Außerdem kommen nun, falls man doch bisher immer mit einem zu leeren Inventar zu kämpfen hatte, Zweige zum Einsatz, die die Zustände der Gegner verändern oder dem Team auf andere Weise helfen können.

Umso länger ich mich nun mit dem Spiel auseinandersetzte, desto schwerer tat ich mir mit der Einschätzung der Zielgruppe. Der Spieler wird schlicht mit Text erschlagen und muss sich durch viele Dialoge wühlen, um wieder zur Action zurückkehren zu können. Sogar mein Daumen ruhte ab einem gewissen Punkt auf der A-Taste und zwang mich diverse kindliche Unterhaltungen zu überspringen. Das ist nämlich genau der Part, der mir hier zu schaffen machte: So viel Text und zusätzliche Komplexität könnte bis zu zehn Jahre alte Kinder durchaus abschrecken und langweilig wirken. Der Inhalt des Geschriebenen schreit aber hingegen oft nach Volksschule.

Eure Reise führt euch durch unterschiedlichste Gebiete

Eure Reise führt euch durch unterschiedlichste Gebiete

Fazit

Pokémon Super Mystery Dungeon war für mich durchaus eine Überraschung und stellte sich mir als netten jugendlichen Einstieg in die Welt der Rollenspiele vor. Das Spiel ist sehr umfangreich, was man schon am Aufbau des Tutorials merkt, das einen in großen Abständen neue Möglichkeiten vorstellt. Es war witzig in die Welt der Pokémon einzutauchen, deren Attacken kennen zu lernen und sie beinahe menschlich zu erleben. Bei der Zielgruppe des Titels bin ich mir jedoch wirklich nicht sicher. Einfach mal reinschauen!

WERTUNG: 7/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Corina Sprung

Luftschlossbauarbeiterin Es ist keine einfache Kindheit, wenn deine Mama gelernte, aber nur an dir praktizierende Frisörin und dein Papa Sozialarbeiter mit esoterischen Lebensabschnittspartnerinnen ist. Schulkollegen oder generell Kinder können so grausam sein und darum war es gar nicht verwunderlich, dass mein bester Freund meine PlayStation war. Die war immer lieb zu mir und mit dem Erhalt eines Standcomputers wurde beinahe ein Freundeskreis daraus. Weil ich aber erstens von den hust gebrannten Konsolenspielen eines Freundes lebte und zweitens in der finsteren stinkenden Seitengasse des technischen Standards unterwegs war, hatte ich lediglich Zugang zu Spielen, die so beliebt waren wie ich. Tetris kennt jeder. Habt ihr aber schon mal Tomba, Skull Monkeys oder Runaway gespielt? Jetzt bin ich eben die, die Videospiele aus purer Dankbarkeit liebt, Point 'n Click als Lieblingsgenre bezeichnet und Geld hat, um zu einem richtigen Frisör zu gehen. Alles gut! Fanpost bitte an sprung@continue-magazin.at. Beschwerden ins Tagebuch.