Mit Paper Mario auf Farb-Jagd

Paper Mario ist wieder zurück, zusammen mit einem neuen Abenteuer im Gepäck!

Ein neues Paper Mario, ein neuer Versuch, wieder an die guten alten Zeiten anzuschließen. Fans des pappflachen Marios werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass die letzten Abenteuer allesamt nicht wirklich das Gelbe vom Ei waren. Das originale Paper Mario am Nintendo 64 sowie die erste Fortsetzung Paper Mario: Die Legende vom Äonentor waren erstklassige RPG-Abenteuer. Mit Super Paper Mario leitete man dann aber einen Richtungswechsel ein, der bis heute andauern sollte. Weg vom RPG, hin zum Action-Adventure mit vereinzelten RPG-Elementen. Prinzipiell kann man sogar so weit gehen und sagen, dass eigentlich nur mehr das Runden-basierte Kampfsystem übrig geblieben ist mit ein bisschen Leveln hier und da. Das soll aber keinesfalls schlecht sein, denn bekanntlich gibt es noch mehr als das Genre Rollenspiel da draußen und so dürfen sich weniger RPG-affine Spieler auf ein tolles und vor allem lustiges Abenteuer mit Mario & Co. freuen. Vor allem, weil man aus den letzten Teilen gelernt hat und Paper Mario: Color Splash wieder vieles richtig besser macht.

Paper Mario: Color Splash ist eine Augenweide

Paper Mario: Color Splash ist eine Augenweide

Die Story. Bowser entführt Peach. Fertig. Doch diesmal gibt es tatsächlich eine interessante Geschichte drum rum mit tiefgründigen Charakteren und Handlungen. Kurzum: Eine Armee an Shy Guy hat dem Land mit Strohhalmen die Farbe genommen und es ist an Mario, diese wieder zurückzuholen. Gut, es ist der übliche simple Plot, dennoch konnte man das alles in ein reizvolles Gesamtpaket schnüren. Es gibt nämlich jede Menge Mini-Stories und Probleme, die erkundet und gelöst werden wollen. Sei es, dass ihr Geistern in einem Spuk-Hotel helft oder mit ein paar Piraten in See stecht, nur um die Herrscher der Meere zu werden. Diese kleinen Details erstrecken sich über sämtliche Level, wodurch ihr immer etwas Neues und Witziges zu entdecken habt.

Wie schon erwähnt ist Paper Mario: Color Splash enorm witzig. Nicht nur die Darstellung und Präsentation des Spiels, sondern auch einzelne Nebencharaktere mit One-Linern im 80er Stil. Einer der wichtigsten und ulkigsten Charaktere ist beispielsweise der Farbeimer Farbian, welche auch gleichzeitig euer Sidekick im Spiel ist. Dieser hat immer einen Witz parat. Auch die unzähligen Referenzen zu früheren Mario-Spielen sind nicht zu übersehen und zaubern – vor allem älteren Generationen an Spielern – immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht.

Für reichlich Level und Spielzeit ist auch diesmal wieder gesorgt

Für reichlich Level und Spielzeit ist auch diesmal wieder gesorgt

Aber auch knallernste Szenen haben Platz im Spiel gefunden und werden durch einen grandiosen Soundtrack perfekt untermalt. Dieser ist ohnehin sehr durchgemischt und reicht vom Thema Western bis hin zu 8-bit Chiptunes. Zudem ist Paper Mario: Color Splash auch eines der bestaussehendsten Spiele für Wii U, wie man bereits den Screenshots entnehmen kann. Hier hat man zum Ende des Wii-U-Lebenszyklus nochmals alles aus der Konsole herausgeholt. Leider kommt es ab und an jedoch zu kleinen Slowdowns, was dem Spaß am Spiel jedoch keinesfalls einen Abbruch tut.

Euer Hauptziel im Spiel ist es, die sechs Farbsterne zu finden, um die Insel Prisma wieder in voller Farbpracht erstrahlen zu lassen. Diese sind quer über das ganze Land verteilt und ihr durchforstet Level für Level, um diese zu finden. Dabei wandert ihr über eine Karte, von der aus sich die einzelnen Abschnitte auswählen lassen. In denen sind Mini-Farbsterne versteckt, die ihr finden müsst, um am Ende dann den großen zu ergattern. Ausgestattet seid ihr mit eurem Farbhammer und Kampfkarten, damit euer Vorhaben ein Erfolg wird. Es wird auch interessanter Gebrauch vom Wii-U-Touchpad gemacht, auf dem ihr ganze Bereiche wegschneiden könnt, um an den gewünschten Ort zu gelangen.

Wie verrückt das Spiel wirklich ist, solltet ihr am besten selbst sehen

Wie verrückt das Spiel wirklich ist, solltet ihr am besten selbst sehen

Das Kampfgeschehen selbst ähnelt sehr dem aus den früheren Teilen. Ihr kämpft Runde für Runde gegen eure Widersacher und könnt dabei nicht nur bloße Attacken, sondern auch aufgesammelte Karten im Gefecht einsetzen. Diese müsst ihr vor einem Einsatz jedoch erst anmalen und das so richtig. Je mehr Farbe, desto stärker der Effekt im Kampf! Der Rest ist wie gehabt: never change a running system. Und so wird euch Paper Mario: Color Splash rund 30 Stunden unterhalten und die Weihnachtsfeiertage ausschmücken. In meinen Augen ein würdiger Abschied einer viel zu sehr unterschätzten Konsole. Oder sollte ich sagen: einer Konsole, deren Potential nicht mal annähernd ausgeschöpft wurde. Auch Color Splash tut dies nicht, aber das sollte euch nicht abhalten es dennoch zu spielen.

Fazit

Auch Paper Mario: Color Splash schafft es nicht, an die Beliebtheit der ersten beide Teile der Serie anzuschließen. Aber wenn man sich damit abgefunden hat, dass die Franchise einfach seit geraumer Zeit in eine andere Richtung schläft, dann wird man sich auch rasch mit dem Spiel anfreunden können. Es ist witzig, hat eine recht unterhaltsame und interessante Geschichte zu erzählen und schaut obendrein noch richtig gut aus. Was will man als Mario-Fan eigentlich mehr? Ich finde, dass Nintendo hier ein guter Abschluss ihrer eigenen aktuellen Konsolen-Generation gelungen ist, auch wenn es natürlich hier und da Kritikpunkte gibt. Für all jene, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen: ihr habt es gefunden!

WERTUNG: 8.5/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at