Mc Pölzl’s good old times: Spyro the Dragon

Lange ist sie her, die Zeit der Kindheit, an die ich mich immer wieder gerne zurück erinnere. Die Zeit, die noch von mittelmäßigen Kreationen geprägt war und monatlich nicht von unzähligen Spielen überflutet wurde. Da freute man sich umso mehr auf Weihnachten, wenn unter dem schön geschmückten Baum mal ein Spiel zu finden war. Anno 1998 übertraf sich das Christkind dann selbst, als unter den Geschenken eine heiß umworbene PlayStation hervorblitzte. Mit dabei war nicht nur ein zweiter Controller, um mit meinem Bruder rasante Splitscreen-Action zu erleben, sondern auch ein Spiel, das mir bis heute in guter Erinnerung geblieben ist: Spyro the Dragon.

Kampf dem bösen Gnasti Gnorg

Eigentlich ist alles ziemlich ruhig in der Welt der Drachen, jeder der fünf Drachenfamilien lebt in seligem Frieden und vergnügt sich an den sonnigen Tagen. Doch Gnasty Gnorg, der Bösewicht des Spiels, macht sich eines Tages am Schatz der Drachen zu schaffen, indem er sich deren Edelsteine unter den Nagel reißt und diese in Krieger für seine Armee verwandelt. Als dann noch böse Worte in einem Interview, geführt mit einem der Fabelwesen, fallen, wird es Gnasty Gnorg zu bunt und verwandelt alle Bewohner von „Artisant“ und den anderen vier riesigen Gebieten in steinerne Statuen. Klingt verrückt? Ist es auch!

Spyro, unser kleiner lila Held, konnte dem Zauber glücklicherweise entkommen und macht sich mit den Worten „Sieht aus, als wartet Arbeit auf mich“ ans Werk, seine Mitgenossen wieder zu befreien und den Schatz zurückzuholen.

Kurz nachdem ihr den Start-Bildschirm passiert habt, werdet ihr sofort von der fröhlich-bunten 3D-Grafik eingenommen, die für damalige Verhältnisse einen kleinen Meilenstein darstellte. Spyro the Dragon war eines der ersten Spiele, das die „Level of Detail“ Technologie einsetzte. Diese ermöglichte es einen ausgesprochen schönen Detailgrad in die virtuelle Realität zu zaubern. Die Introsequenz ist knapp und kurz erzählt, daher ist euer Ziel klar: Edelsteine sammeln, Drachen befreien und Gnasty Gnorg bezwingen!

Wenn wir schon bei Schätzen sind: diese findet ihr überall im Level verstreut. Sei es in normalen Schatztruhen, verschlossene Kisten, die einen Schlüssel benötigen oder auch Behältern, die ihr zuerst erhitzen müsst. Noch dazu könnt ihr Edelsteine von Gegnern erhalten, wenn ihr ihnen Feuer unterm Hinter macht oder mit einem gekonnten Kopfstoß durch die Lüfte schleudert. Dem nicht genug haben sich auch kleine Kreaturen zwölf eurer Dracheneier gemopst, die es ebenfalls zu holen gilt, welche aber etwas flinker durch die Gegend huschen, als die üblichen Gnorcs.

Dass sich das ganze nicht allzu leicht gestaltet, dafür sorgen abwechslungsreiche Welten zwischen denen ihr hin- und herreist und die auch im Schwierigkeitsgrad kontinuierlich ansteigen. Egal ob in einer Wüstenlandschaft oder in einer monumentalen Festung, das Spiel bietet enorme Abwechslung und beugt einem Auftreten von Langeweile somit vor. Anfangs ist eure abenteuerliche Reise noch ein wenig eingeschränkt, habt ihr jedoch genug Drachen befreit, bringt euch ein Ballonfahrer in neue Gebiete, die weitere Geheimnisse und Schätze parat haben. Die Oberwelten, die ihr bereist, bieten nicht nur Zugang zu den einzelnen Abschnitten, sondern beherbergen auch immer ein gut verstecktes Bonuslevel, in denen ihr Spyro’s Flugfähigkeit nutzt, um Tore zu durchfliegen oder Gnorcs in Flugzeugen mit eurem Feueratem einzuheizen, um weitere Edelsteine zu sammeln.

Die Steuerung von Spyro the Dragon handhabt sich erstaunlich gut und fühlt sich keineswegs störend an. Lediglich die Kamera bereitet hier ein kleines Problem, da diese sich nicht automatisch hinter der Spielfigur positioniert und ihr somit immer manuell nachbessern müsst. Abgesehen von diesem kleinen Manko kann Spyro aber in allen Belangen punkten, vor allem in den Animationen der verschiedenen Charaktere und Gegner. Apropos Gegner, jeder große Abschnitt beherbergt zusätzlich noch einen optionalen Endgegner – ja, richtig gelesen, optional!

Flieg Libelle, flieg!

Der ständige Begleiter auf eurer Reise ist die Libelle Sparx, die euch nicht nur den Status eurer Gesundheit anzeigt und dementsprechend ihre Farbe ändert, sondern auch bei der Beschaffung von Edelsteinen behilflich ist. Eure Reise ist lang, ein Begleiter kann daher nie schaden.

Spyro the Dragon wird euch viele Stunden vor dem Bildschirm fesseln, wie es auch bei mir der Fall war. Wenn ich an eine Retro-Perle aus vergangenen Tagen denken muss, dann fällt mir unweigerlich der kleine Drache in seinem ersten Auftritt ein. Die fantasiereich gestaltete Welt, die witzigen Charaktere oder auch der Soundtrack, welcher übrigens vom ehemaligen Drummer Stewart Copeland der Rock Band „The Police“ komponiert wurde, lassen Spyro the Dragon zu einem unterhaltsamen Erlebnis werden, das unvergessen bleibt.

RETRO-WERTUNG: 8/10

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at