Major Tom lässt grüßen: Gravity Rush landet auf der PS4

Immer wieder fragt man sich, ob es einen wirklichen Mehrwert aus Spielen gibt, die remastered werden oder sich als HD- oder Ultimate-Edition verkaufen lassen. Im Fall von Gravity Rush Remastered würde ich sagen, dass man definitiv ein Auge zudrücken darf. Immerhin steht ja schon der Nachfolger in den Startlöchern.

Die Geschichte beginnt mit einem Apfel, der auf Reisen geht. Nach unten. Schnell wird klar, dass die Anspielung auf Newton nicht nur ein kleiner Scherz, sondern auch der Beginn eines großen Abenteuers ist. Das rote Fallobst kommt schlussendlich bei einem jungen Mädchen zum Stillstand, welches gerade aus ihrem Delirium erwacht. Nichtwissend wo und – vor allem – wer sie ist, entdeckt sie ein kleines Kätzchen neben sich, welches nicht von ihrer Seite weicht. Doch es steckt mehr in den beiden, als der erste Schein zeigen mag. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt um sie herum, erscheinen plötzlich Nevi, seltsame Monster, die auf nichts Gutes aus sind. Nun zeigt sich, zumindest teilweise, was es mit der mysteriösen Katze auf sich hat: Dusty, wie ihr sie liebevoll genannt habt, verleiht euch die Fähigkeit, die Gravitation beeinflussen zu können. Glücklicherweise nur in eurem Umkreis, sodass der Rest der Welt nicht davon betroffen ist und ausschließlich ihr den Gesetzen der Natur trotzen könnt. Geil? Geil!

Ihr selbst bestimmt über die Gesetze der Schwerkraft. Isaac Newton wäre stolz auf euch!

Ihr selbst bestimmt über die Gesetze der Schwerkraft. Isaac Newton wäre stolz auf euch!

Die Stadt, in der ihr erwacht seid heißt Hekseville und schwebt in ungeahnten Höhen. Nach euren ersten Heldentaten lernt ihr nicht nur die Stadt selbst, sondern auch einige Charaktere kennen, die im Laufe der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen werden. Einer davon gibt euch, aufgrund eurer Katzenbegleiterin, kurzerhand den Spitznamen „Kat“, welchen ihr fortan tragt. Schnell findet ihr heraus, dass einige Teile der Stadt komplett verschwunden sind und ihr macht es euch zur Aufgabe, eure Kräfte nicht nur zum Beschützen der Einwohner vor den Nevi, sondern auch zum Auffinden dieser verschwundenen Stadtteile einzusetzen.

Euer treuer Begleiter ist ein kleines Kätzchen. Zumindest scheint sie das zu sein.

Euer treuer Begleiter ist ein kleines Kätzchen. Zumindest scheint sie das zu sein.

Gravity Rush war ursprünglich für die PlayStation Vita erschienen, da sich – laut Entwickler –, das Spiel auf Sony’s Handheld „besser“ anfühlte. Vielleicht aber auch nur, weil die Vita dringend Spiele brauchte, ehe sie mittlerweile von Sony selbst verstoßen wird. Jedenfalls ging somit ein kleiner Geheimtipp an den meisten Spielern vorbei. Ein Hauptproblem war jedoch die Steuerung. Die ist auf der Vita nur suboptimal gelungen. Die Remastered Version (exklusiv für PS4) setzt dagegen voll auf die klassische Controller-Steuerung, ohne Touchscreen und Kipp-Firlefanz. Als einziges Problem bleibt aber weiterhin die Übersichtlichkeit bestehen. Da ihr wie wild in alle Richtungen schwebt, werdet ihr sicherlich mehrmals die Orientierung verlieren. Es sind zwar am Bildschirmrand immer wieder Richtungspfeile zu sehen, die auch den Weg zum nächsten Wegpunkt oder Gegner weisen, aber irgendwann kommt bei jedem mal der Drehwurm rein. Abgesehen davon lässt sich das Spiel aber nach kurzer Eingewöhnungsphase ausgezeichnet steuern.

Kann Kat es schaffen, die Stadt wieder zu flicken?

Kann Kat es schaffen, die Stadt wieder zu flicken?

Fazit

Ich bin froh, dass Gravity Rush Remastered als aufgepeppte HD-Version auf der PS4 gelandet ist. Der düstere Stil im Cel-Shading-Look gefällt mir ausgesprochen gut und insgesamt haben mir die Missionen ausreichend Spaß gemacht, um das Spiel in zwei Sessions durchzuspielen. Auf der PS Vita kam ich damals gerade mal bis Kapitel 2. Ich konnte mich auch gut zurecht finden, bezweifle jedoch, dass das jedem Spieler gelingen wird. Es kann ausgesprochen frustrierend sein, wenn man die Orientierung verliert, sich mitten in einem Kampf befindet und dann auch noch schön eine nach der anderen eingeschenkt bekommt, ehe man den Game Over Screen sieht. Abgesehen von kleinen Kinderkrankheiten ist Gravity Rush Remastered ein Geheimtipp für jene, die mal „was anderes“ Spielen wollen. Außerdem erscheint dieses Jahr noch eine Fortsetzung, welche ich bereits gespannt erwarte.

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Sony für die Bereitstellung eines Testmusters.


Wer uns unterstützen möchte, kann über unseren Amazon-Partnerlink oder direkt über folgende Auswahl einkaufen. Der Preis bleibt unverändert; uns kommt jedoch ein kleiner Betrag zugute, über den wir uns natürlich freuen würden 🙂


Twitch

Wir haben das Spiel in voller Länge auf unserem Twitch-Kanal durchgespielt. Ihr könnt euch somit auch bewegte Impressionen dazu aus einem der folgenden Videos holen:

Gravity Rush RemasteredGravity Rush RemasteredGravity Rush Remastered

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at