It’s Time. For Adventure Games.

2Games made in Austria: chronerion entertainment ist ein kleines österreichisches Entwicklerstudio mit dem Fokus, einzigartige und zeitlose Adventure-Spiele zu entwickeln. Wir haben uns mit Christian Haumer, dem Mann hinter chronerion entertainment zusammengesetzt und mit ihm hinter die Kulissen seiner Spieleschmiede geschaut.

Hallo Christian! Wir beide kennen uns nun doch bereits etwas länger, stell dich doch bitte kurz unseren Lesern vor, damit auch diese im Bilde sind, mit wem wir heute unser Interview führen.

Servus Michi! Wir kennen uns noch aus den guten alten consol.AT Tagen, wo ich unter dem Pseudonymen „huma“ und „humaldo“ relativ aktiv in der Community unterwegs war. Ich habe eigentlich Medientechnik studiert und einige Zeit lang Musikproduktionen gemacht, doch irgendwann hat es mich dann in die Spieleentwicklung verschlagen.

Wir beide teilen eine sehr ähnliche Geschichte: aus einem Traum wurde Wirklichkeit – vom Spieler zum Entwickler. Wie kam es schlussendlich bei dir dazu?

Videospiele faszinieren mich schon seit meiner Kindheit. Irgendwann, vor vier oder fünf Jahren, habe ich dann begonnen, mich auch für die Herstellung von Videospielen zu interessieren. Ich habe begonnen mich in die Materie einzulesen und alles darüber gelesen was ich finden konnte. Und irgendwann war es für mich klar: Ich möchte auch selber Spiele machen.

Der Mann hinter chronerion entertainment: Christian Haumer

Der Mann hinter chronerion entertainment: Christian Haumer

Du hast deine Spieleschmiede „chronerion entertainment“ getauft. Was steckt hinter dem Namen und auf welche Art von Spielen konzentriert ihr euch?

Ich habe vor allem nach einem Namen gesucht, den es noch nicht gab. Er sollte völlig unbefleckt sein. Nach zweijähriger Suche hatte ich dann plötzlich „chronerion“ im Kopf. Als die Google Suche keine Treffer zeigte habe ich sofort die Website Domain registriert und die Sache war offiziell. Zu deiner Frage was hinter dem Namen steckt: Ich kann hier nicht zu viel verraten, aber ich bin vom Faktor Zeit in Spielen fasziniert. Daher das „Chronos“ in „chronerion“. Ich habe mich von Anfang an das Adventure Genre fokussiert, obwohl dieses Genre regelmäßig totgesagt wird sehe ich nach wie vor großes Potenzial darin, das ich gerne ausschöpfen möchte.

Was macht für dich ein gutes Adventure aus?

Ein gutes Adventure muss in erster Linie eine gute Geschichte rüberbringen. Es muss diese Geschichte intelligent dazu verwenden, Herausforderungen und Rätsel darin einzubetten, die nicht aus dem Zusammenhang gerissen sind. Wenn in einem Adventure plötzlich Schiebepuzzles oder sonstige Logikknobeleien auftauchen ist das für mich ein Grund sofort mit dem Spiel aufzuhören. Wenn ich sowas spielen will, dann spiele ich ein Puzzle Game wie Prof. Layton oder lade ich mir gleich eine Schiebepuzzle-App aufs Smartphone.

Euer erstes Spiel „A Fragment of Her“ habt ihr für das Point & Click Jam 2014 programmiert. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe mich die ersten Jahre hauptsächlich auf eine Art Pre-Pre-Production für ein paar mögliche Spielprojekte konzentriert und gleichzeitig nach Mitstreiter für chronerion entertainment gesucht. Ich bin selbst kein Programmierer, deshalb war es für mich schwierig, mit einem Projekt anzufangen. Ich hatte dann das Glück mit dem wirklich talentierten Artist und Designer Stefan „leafthief“ Srb zusammenzuarbeiten, der ein riesiger Game Jam Fan ist und mit seinem Spiel für den Ludum Dare Game Jam „The Lion’s Song“ sogar einen Preis beim Content Award 2014 abgeräumt hat. Stefan kannte sich mit dem „Adventure Game Studio“ recht gut aus, einer kostenlosen Engine, mit der man relativ einfach eigene Adventures machen kann. Und mit dieser Engine haben wir dann auch gemeinsam „A Fragment of Her“ für den Point & Click Jam 2014 gemacht.

Das Erstlingswerk: A Fragment of Her

Das Erstlingswerk: A Fragment of Her

Ein Adventure Game in so kurzer Zeit verwirklichen ist eine beachtliche Leistung. Seid ihr während der Entwicklung auf Schwierigkeiten gestoßen?

Wir sind gleich mal in den Kardinalfehler der Spieleentwicklung gelaufen: Wir haben uns zu viel vorgenommen. Obwohl wir dachten, unser Spiel wäre eh recht kurz, konnten wir dann während den zwei Wochen des Jams nur 1/3 des geplanten Designs umsetzen. Nachdem der Jam vorbei war, habe ich mich dann in das Adventure Game Studio eingearbeitet und mir zusätzlich die Basics für die Unity 3D Engine beigebracht, um die restlichen 2/3 von „A Fragment of Her“ selbst fertig zu machen. Das hat dann weitere 3 Monate gedauert.

Doppelt hält besser! Auch der Nachfolger „Being Her Darkest Friend“ wurde währen eines Jams entwickelt. Ist es euch mit der erlangten Erfahrung beim zweiten Mal leichter gefallen?

Während wir bei „A Fragment of Her“ eigentlich blind darauf los gearbeitet haben, haben wir bei „Being Her Darkest Friend“ schon im Vorfeld ganz genau die Aufgaben eingeteilt. Außerdem haben wir hier einige Kniffe angewendet: Da das Spiel (Spoiler!) in einem Albtraum der Protagonistin Selina spielt, konnten wir alle Grafiken aus „A Fragment of Her“ wiederverwenden und hatten Design-mäßig extrem freie Hand. In einem (Alb)Traum sind ja schließlich Logik und Naturgesetze außer Kraft gesetzt. Das hat das Design der Rätsel enorm erleichtert. Ein Spiel, das in der realen Welt angesiedelt ist, hätten wir in so kurzer Zeit wahrscheinlich nicht in so hoher Qualität realisieren können.

Der Nachfolger: Being Her Darkest Friend

Der Nachfolger: Being Her Darkest Friend

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Ein weiterer Jam oder doch ein stressfreier(er) Entwicklungsprozess?

Wir hatten für „A Fragment of Her“ einiges an Kritik erhalten. Es war zu wenig „Spiel“ im Spiel, es gab extrem viel zu lesen und die Rätsel bestanden eigentlich nur aus „Klicke-alles-an-dann-geht- es-weiter“. Wir wollten den Spielern, und auch uns selbst, aber zeigen, dass wir mehr drauf haben. Der Adventure Jam im April 2015 kam einfach zu einem perfekten Zeitpunkt. Zukünftige Titel möchten wir aber dann eher außerhalb von Jams entwickeln um uns dafür einfach mehr Zeit nehmen zu können.

Willst du unseren Lesern noch etwas mitteilen?

Bis Mitte Mai 2015 läuft auf gamejolt.com noch das AdventureJam Voting, wo man für „Being Her Darkest Friend“ abstimmen kann! Es würde uns extrem freuen wenn der ein oder andere von euch dort seine Stimme abgeben könnte. Ansonsten möchte ich mich im Namen vom ganzen Team für euer Interesse an unseren kleinen Spielen bedanken. Das bedeutet uns extrem viel!

Vielen Dank, Christian! Wir wünschen dir alles Gute für deine Projekte und hoffen, bald wieder von euch zu hören!

Vielen Dank, ebenfalls!

 

chronerion entertainment findet ihr im Web, sowie auf Facebook & Twitter.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

  • Christian

    Vielen Dank für das Interview! Leider ist die Voting Page auf Gamejolt
    gerade kaputt. Wir haben den Support schon kontaktiert. Sobald man
    wieder für „Being Her Darkest Friend“ voten kann, melde ich mich hier!
    Sorry für die Umstände 🙁