iOS Tipp: The Nightjar

Man liegt nachts im Bett, hört merkwürdige Geräusche und bereitet sich geistig schon mal darauf vor, mit welchem Jackie-Chan-Move man das Monster, das jeden Moment unterm Bett hervorkommen müsste, am besten erledigt. Genau auf diesem Gefühl baut das Space-Survival-Abenteuer The Nightjar.

Schwarzer Bildschirm. Hektische Geräusche. Irgendwie erahnt man durch panisch gerufene Sätze verschiedener Personen, dass man sich auf einem Raumschiff befindet. Sekunden später sind alle Stimmen verschwunden. Man wurde offenbar alleine zurückgelassen. Zumindest bis einem die beruhigende Stimme seines fortan einzigen Verbündeten verspricht, er würde einen vor dem sicheren Tod auf dem Alien-verseuchten Raumschiff bewahren, solange man nur seine Befehle befolge. Der hilfreiche Floh im Ohr wird übrigens von niemand Geringerem als Benedict Cumberbatch gesprochen. Das ist der BBC-Sherlock-Holmes und der Typ aus dem neuen „Star Trek“-Film. (Laut anonymen Quellen nennen sich die zahlreichen weiblichen Fans des jungen Herren übrigens „Cumberbitches“. Verrückt!)

Sehen mit den Ohren, anfangs ungewohnt, später faszinierend

Sehen mit den Ohren: anfangs ungewohnt, später faszinierend

Während des gesamten Spielgeschehens gibt es kein Licht an Bord der Nightjar; der Bildschirm bleibt also dunkel. Man erblickt lediglich zwei Pedale für die Kontrolle der Beine des Raumanzugs und eine Art Kreis, um die Blickrichtung festzulegen. In den zwölf kurzen Missionen gilt es also, mit seinem Gehör zu „sehen“ und zu überleben (Stereo-Kopfhörer sind Pflicht!). Anfangs spürt man anhand von Pieptönen Türen auf und ehe man es sich versieht, navigiert man sich geschickt an schlafenden Aliens vorbei, flambiert außerirdische Eier oder sprintet vor Biestern davon.

Atmosphärisch ist The Nightjar aufgrund des „See with your ears“-Spielprinzips und Cumberbatchs herausragender stimmlicher Leistung ein Gänsehaut-Garant. Wenn man plötzlich laut in eine Wasserlacke tritt, daraufhin ein Alien-Schmatzen in der Nähe wahrnimmt, die Stimme aus dem Off „Run dammit, run!“ ruft und man panisch versucht, bei der Flucht nicht zu stolpern, bietet das kleine Spiel wahres Blockbuster-Feeling.

The Nightjar mag für seinen Preis kurz sein, bietet dafür aber echten Qualitätsinhalt und eine unglaublich dichte Atmosphäre. Wer sich gerne einen guten Grusler gönnt, sollte sich auf diesen innovativen Horrortrip wagen. Großes Kino, auch ohne Bilder!

WERTUNG: 8/10

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at