Guild Wars 2: Heart of Thorns enthüllt

Auf der PAX South enthüllte ArenaNet unter dem Titel Heart of Thorns die erste Erweiterung für Guild Wars 2. PVE-Spieler zieht es in die Tiefen des Maguuma-Dschungels, PVP-Spieler dürfen sich mit Festung auf eine Neuauflage des GVG-Modus freuen.

Mike O’Brien, CEO von ArenaNet, sprach das langersehnte Wort aus, das Spieler seit langem gefordert haben: Guild Wars 2 bekommt mit Heart of Thorns endlich eine Erweiterung spendiert. Nach dem Ankündigungstrailer zur kommenden Erweiterung ging Game Director Colin Johanson näher auf die größten Features ein.

Die Story von Guild Wars 2 nimmt in den Tiefen des Maguuma-Dschungels wieder an Fahrt auf. Das Gebiet soll vertikal aufgebaut und in drei große Zonen unterteilt sein. Die im Trailer gezeigten Spielszenen reichten von traumhaften Panoramen bis hin zu düsteren von Flammen durchzogenen Waldgebieten. Eine gute Nachricht an alle Spieler: Guild Wars bleibt sich seiner Linie treu und verzichtet weiterhin auf eine Item- oder Levelspirale. Das Höchstlevel bleibt bei 80, eure bisherigen Waffen werden nicht nutzlos, bestehende Gebiete bleiben weiterhin attraktiv.

Die Charakerentwicklung wird durch das mit mit HoT eingeführte Beherrschungssystem vorangetrieben. Innerhalb des Maguuma-Dschungels sammeln Spieler für abgeschlossene Quests, einfaches Erkunden oder getötete Monster Beherrschungspunkte, die in neue Fähigkeiten investiert werden können. Diese Skills werden Spielern dabei helfen einfacher in der Erweiterung voranzukommen und spornen durch ihre Neuheit zusätzlich an. Doch nicht nur für Kämpfe können die Punkte eingesetzt werden, ferner lassen sich neue Skills wie etwa Drachenfliegen einsetzen, um die Gebiete leichter zu erkunden oder mithilfe weiterer Skills die Hintergründe der Geschichte zu erforschen.

Mit HoT werden auch Jäger und Sammler auf ihre Kosten kommen: Neue Berufsspezialisierungen, Pre-Cursors und Legendaries finden Einzug ins Spiel. Um Spieler schneller zur exklusivsten Waffenart im Spiel zu verhelfen, winken Pre-Cursor nun als Quest-Belohnung.

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Rytlock Brimstone im neuen Gewand des Wiedergängers // Quelle: guildwars2.com

Das Gameplay wird auch innerhalb der Klassen merkbar verändert werden: Als Beispiel nannte Johansen Waldläufer, die sich in den neuen Gebieten in Druiden verwandeln können, welche dann mit Stäben und einer komplett anderen Skillung unterwegs sind. Außerdem wird die Erweiterung eine neue Klasse ins Spiel bringen: Der Wiedergänger bedient sich der Mächte aus dem Jenseits, hier dürfen wir uns auf viele nostalgische Momente aus dem Vorgänger freuen. Schwer gepanzert wird sich die Klasse vermehrt an der Front auf Gegner stürzen und mit dem seit der zweiten Living World-Staffel vermissten Rytlock Brimstone zugleich einen interessanten Charakter als Wiedergänger zurück empfangen.

Abseits des PVE werden sich nun auch die PVP-Spieler die Hände reiben dürfen: Die Erweiterung spendiert dem WvW eine überarbeite Karte der Grenzlande, die nun den Fokus auf die Verteidigung eingenommener Gebäude legt. Ein neuer PVP-Modus namens Festung wird für Veteranen der Reihe nach GVG klingen: In erstellen Gildenteams geht es mit NPCs dem gegnerischen Gilden-Herrn an den Kragen, der jedoch gut behütet in der Festung Schutz gefunden hat. Und auch ein weiteres Feature vom Vorgänger findet seinen Weg ins Spiel: Gilden dürfen sich in eigenen Gildenhallen treffen, diese ausbauen und zusammen Abenteuer bestreiten.

ArenaNet blieb uns Spielern leider einen Erscheinungstermin schuldig, erwähnte während der Präsentation jedoch mehrmals, dass sie mit weiteren Videos und Informationen nicht geizen werden. Auf der Website zu Heart of Thorns stehen euch weitere Infos, Videos und Bildmaterial bereits zur Verfügung!

Continue-Fazit: Die Features hören sich soweit gut an, wie es letzten Endes umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Der Maguuma-Dschungel sieht schon jetzt fantastisch aus und das Konzept des Beherrschungssystems klingt fair für alle Spielertypen, Gear-Gegrinde bleibt uns demnach hoffentlich erspart. Die Änderungen am Gameplay durch zusätzliche Spezialisierungen könnten einiges an Spielfrische bieten und die neue Wiedergänger-Klasse reizt uns schon jetzt. Wann und zu welchem Preis Heart of Thorns erscheint , hat ArenaNet leider noch nicht verraten. Dass wird uns jetzt aber wieder schleunigst ins Hauptspiel einloggen, haben die Entwickler allerdings schon geschafft.

Ursprünglicher Artikel vom 23. Januar 2014:

Ein Ausblick auf Guild Wars 2: Heart of Thorns

Endlich eine große Erweiterung oder zum dritten Mal Story im Serienformat? Nach fast zweieinhalb Jahren seit dem Release von Guild Wars 2 könnte ArenaNet am morgigen Samstag auf der PAX ein Addon namens Heart of Thorns ankündigen. Doch kommen neue Inhalte nicht viel zu spät?

Seit NCsoft vor zehn Tagen eine Marke namens „Heart of Thorns“ hat schützen lassen, brodelt nicht mehr nur durch die verbliebenen Alt-Drachen der Boden Tyrias, auch eingefleischte Zocker – mich eingeschlossen – bekommen schwitzige Hände. Ist es endlich die erhoffte große Erweiterung, die neben vielen(!) neuen erforschbaren Gebieten, einen zweiten Alt-Drachen als Gegner auferstehen lässt und damit die Story wieder richtig voranbringt? Alles Fragen, die ArenaNet hoffentlich bei der Ankündigung am Samstag klärt. Aber ist es nicht schon viel zu spät, um die Leute, die Guild Wars 2 seit Monaten oder gar Jahren nicht mehr angefasst haben, wieder zu überzeugen?

Als Guild Wars-Veteran der ersten Stunde sog ich nicht nur die ganze Story rund um das Werk ArenaNets auf, sondern fand schnell und andauernden Gefallen an den Gildenkämpfen und den Schlachten im Aufstieg der Helden. Tausende in-game-Stunden verbrachte ich farmend im Riss des Kummers, wiederholte mit acht Charakteren sämtliche Story-Missionen, um deren Belohnungen einzustauben und farmte in entlegenen Gebieten nach Elitefähigkeiten, um meine treuen Gefährten entsprechend zu stärken. Die unerreichte Krönung bilden aber auch weiterhin die PVP-Modi, welche einen noch länger anhaltenden Kick bieten konnten, als es Counter-Strike mit all seinen Ablegern jemals gelang. Als eingespielte Gilde mit größtenteils Reallife-Freunden machten wir uns unter dem Namen unknown Playaz nicht zuletzt wegen des beinahe perfektionierten Eurospike-Builds einen Namen in der Szene.

Der Release

Dann kündigte sich Guild Wars 2 an. Die Spannung auf das neue Spiel im schicken und fast künstlerischen Gewand machte sich breit. Im Vorfeld durch zwei Bücher und eine längere Betaphase angefeuert, wurde das Spiel gildenintern gut aufgenommen – zumindest größtenteils. Denn das riesige Reich aus Guild Wars, das sich mit drei Erweiterungen auf zwei zusätzliche Kontinente ausdehnte, war im Nachfolger sehr überschaubar: Mit Tyria erhielten Spieler den bekannten Startkontinent der Reihe, dieser war aber unvollständig und bis heute sind viele bereits aus dem Vorgänger bekannte Gebiete weiterhin vom Nebel umhüllt. Und auch der Storypart bereitete mir Zähneknirschen. Nach einmaligen Durchspielen war die Luft raus; ein Zusammenspielen im Team war aufgrund der vielen rassebedingten Twists und getätigten Entscheidungen kaum möglich, auf richtige Story-Missionen verzichtete ArenaNet.

Nach drei hochgelevelten Charakteren kam schnell die Frage auf: Was jetzt? Wenn man kein Freund vom Achievement-Gegrinde ist, dann bleiben im PVE höchstens die Dungeons übrig, um an edle Waffen und Rüstungen zu kommen. Großflächige Farmareale wie beim Vorgänger vermisse ich schmerzlich. Doch was noch viel mehr ins Herz eines Guild Wars-Liebhabers sticht, ist der Wegfall der namensgebende Gildenkriege. Die PVP-Modi zündeten nicht bei mir, auch bedingt durch die fehlende Motivation innerhalb der Gilde, größtenteils aber vom fehlenden Teamgefühl des Spiels an sich. Zwar bildet man auch weiterhin eine Gruppe, jedoch fühlt es sich weiterhin isoliert an. Einzig dem Welt gegen Welt-Modus konnte ich einige Zeit etwas abgewinnen, das ständige Aufbauen der Festungen, nachdem in der Nacht wieder alles zerstört wurde, gestaltete aber auch diese Spielvariation schnell als reizlos dar.

Story-Häppchen

Da ArenaNet von schnellen Story- und Contenterweiterungen wie bei Teil 1 absah, ging es von einem zum anderen Event, bis schließlich die Living World Anfang 2013 veröffentlicht wurde. Kleine, stetige Updates versuchten ein großes Ganzes samt fortlaufender Geschichte zu schaffen. Jedes Mal war die Freude über das neue Update groß, der Content aber in maximal zwei Stunden durchgespielt und das Spiel bis zum nächsten Update wieder in Vergessenheit geraten. Auch die schneller veröffentlichten Episoden der zweiten Living World-Staffel, die mehr Content und eine bessere Geschichte boten, konnten das erloschene Feuer nicht wieder entfachen. Tyria war für mich zum Brachland verkommen, der Lore-Fan in mir tot traurig. Zumindest bis zur letzten Woche, da veröffentlichte ArenaNet mit „Point of No Return“ die derzeit letzte Episode, welche am Ende mit einem kurzen Video die wohlmöglich kommende Erweiterung Heart of Thorns anspoilert.

Heart Of Thorns wird es schwer haben

Die Ankündigung zur Ankündigung ist ein tolles Zeichen, aber Heart of Thorns hat einen mehr als steinigen Weg vor sich. Nur eine weitere Living World schließe ich aus, da es so groß beworben wurde und Guild Wars 2 ein Contentproblem hat: Der Vorgänger bekam nach dem Release im Jahr 2005 gleich zwei Addons im Jahr darauf, ein weiteres 2007. Nach dem ersten Kontinent Tyria, ging es ins asiatisch angehauchte Cantha und in die afrikanisch anmutenden Welt von Elona. Mit so viel Content wurden Spieler von Guild Wars 2 nicht ansatzweise verwöhnt, beide neuen Kontinente wurden bislang nur am Rande erwähnt, mit Heart of Thorns wird sich das sehr wahrscheinlich auch nicht ändern. Die Story wird von den fünf verbliebenden Alt-Drachen aufgehalten. Nachdem die Schlacht gegen Zhaitan im Hauptspiel erfolgreich abgeschlossen wurde, wird Mordremoth als Anwärter des Überbösewichts in HoT gehandelt. Doch was dann? Wieder Jahre warten und einen neuen Drachen bekämpfen? So kann es nicht weitergehen.

Damit wir Spieler Guild Wars 2 nochmal eine Chance geben, muss ArenaNet schon mehr bieten, als einen aus seinem Loch kriechenden Alt-Drachen oder einer Handvoll neuer Gebiete. Hinsichtlich der Story und dessen Wiederspielwert im Team muss geschraubt werden, eine Orientierung an die bekannten Missionen aus dem Vorgänger wäre nicht verkehrt. Weitere große Baustellen betreffen das Teamspiel und den gesamten PVP-Bereich: Eine Zusammengehörigkeit sehe ich zwar durch Statusbalken meiner Teammitglieder, doch so zusammengeschweißt wie im ersten Teil habe ich nie agiert. Und wo soll ich eigentlich meine Zeit im Spiel lassen? Was ist mit den Gildenkämpfen? Machen die aufgrund des umgestellten Skill- und Teamsystems keinen Spaß mehr? Egal, ich will es ausprobieren! Und wo bleiben weitere Farmgebiete für das PVE? Wenn ich in meinem Leben nochmal grinde, dann aber mit einer gehörigen Portion Spaß in weitläufigen Gegenden und nicht beengten Dungeons.

ArenaNet wird vermutlich nicht all meine Fragen beantworten wollen (oder können), sehr wahrscheinlich aber am Samstag viel preisgeben. Wenn ihr genauso gespannt darauf seid, dann bucht noch zügig einen Flug um vor Ort die Enthüllung auf der PAX South zu verfolgen. Alle anderen sollten am Samstag um 17:30 Uhr den offiziellen Kanal von Guild Wars 2 bei Twitch anschmeißen.

Eine Bitte habe ich aber noch: Liebe Entwickler, weckt den Zauber von Guild Wars wieder zum Leben. Dieses Universum ist immer noch so unausgeschöpft und bietet unzählige Szenarien und Möglichkeiten, ihr müsst sie uns nur zeigen, damit wir uns wie in alten Zeiten darauf stürzen können!

Written by: Christoph Liedtke

Luftpolsterzerdrücker Vor über 20 Jahren entstand die Liebe zu Videospielen – SNES sei Dank. Es dauerte einige Zeit, bis ich auch der Hardware verfallen war. Nach Jahren der nerdigen Bildung mit diversen Spiele- und Technikmagazinen, entschloss ich mich 2012 erstmals über meine Passion zu schreiben. Es folgte ein Blog, ein Volontariat bei consol.AT sowie Gamers.at und derzeit schreibe ich als freier Redakteur für E-MEDIA. Um die Zeit neben Artikeln, Studium, Freundin und Hündin noch weiter zu dezimieren, entstand parallel unser Projekt namens CONTINUE, denn Videospiele und Technik dürfen niemals zu kurz kommen! Fragen, Anregungen, Feedback oder harsche Kritik bitte an: liedtke@continue-magazin.at Danke für’s Lesen und auf bald.