Good old days: Unlockables in Videogames

Könnt ihr euch noch erinnern, wie es damals war? Lange bevor Pay2Win Videospiele zerstört hat? Kein Internet, Offline-Koop Modus, Cheat Codes und … freischaltbarer Content im Spiel durch erbrachte Leistung! Wie ich auf das komme? Nun, Nintendo ist schuld! Würde ich im Moment nicht an Super Smash Bros. und The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D hängen, hätte ich dieses Relikt aus alten Tagen wohl schon vergessen.

Videospiele haben sich die letzten Jahre hinweg durch die Anpassung an moderne Medien, wie Internet und Smartphones, stark verändert. Sieht man sich den Bereich Multiplayer an, so werden die Grenzen des eigenen Wohnzimmers gesprengt und man kann im Internet völlig unbekannte Jugendliche mit zu viel Zeit in einer Partie FIFA herausfordern. Am Ende gewinnt zwar immer der Spieler mit weißen Handschuhen und blauer Afro-Frisur, aber egal! Man hat das Gefühl, als wäre man Teil von etwas ganz Großem. Wenn dann aber mal Freunde zu Besuch kommen und man nach der zehnten Session mit dem runden Weißen nach etwas anderem dürstet, schielt man meist durch die Finger. Offline-Koop ist out!

Der Anblick des Grauens: 14-jährige Kids, die einen online mit blauem Afro-Look zermalmen. #Ragequit

Der Anblick des Grauens: 14-jährige Kids, die einen online mit blauem Afro-Look zermalmen. #Ragequit

Leider betrifft diese Entwicklung auch andere Bereiche, wie beispielsweise freischaltbare Boni im Spiel. Und ich rede hier nicht von DLC oder Pay2Win, sondern von Inhalten, die man im Verlauf des Spiel freischalten konnte. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: In Majora’s Mask liegt ein großer Fokus auf dem Sammeln von Masken. Um das Spiel zu beenden, muss man nicht zwangsläufig alle davon finden. Kämpft man sich jedoch durch unzählige Sidequests und kann am Ende doch alle Masken sein Eigen nennen, erhält man das Gesicht der grimmigen Gottheit, welche einen enormen Vorteil im Endkampf bietet.

Gesicht der grimmigen Gottheit

Nachdem man alle Masken in Majora’s Mask gesammelt hat, erhält man das Gesicht der grimmigen Gottheit.

Ein weiteres Paradebeispiel sind die Super Smash Bros. Titel. Abhängig davon, auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr verschiedene Modi durchspielt erhaltet ihr Items für euren Kämpfer, schaltet Trophäen oder auch neue Charaktere frei, mit denen ihr im Smash-Turnier antreten könnt. Und davon gibt es eine Menge! Zusätzliche Kämpfer erscheinen heutzutage aber meist als kostenpflichtiger DLC oder in Super Hyper Turbo Neuauflagen in Form von Vollpreistiteln.

In den Super Smash Bros. Spielen gibt es unzählige Charaktere freizuspielen.

In den Super Smash Bros. Spielen gibt es unzählige Charaktere freizuspielen.

Anderes Szenario: In der Metroid Prime-Trilogy konnte ich noch Bildergalerien mit Artworks freischalten, wenn ich meine Logbuch mit Scans von Umgebung und Gegnern gefüllt hatte. Gleichzeitig habe ich so auch noch mehr über das Metroid Universum erfahren und dann hart erarbeitete Konzept-Artworks am TV betrachen können. Freischaltbare Artworks nennen sich heutzutage jedoch Artbook und sind in jedem gut sortierten Online-Store um eine stolze Summe Echtgeld zu erstehen.

Scant man Umgebung und Lebewesen in den Metroid Prime Spielen, schaltet man Galerien mit Artworks frei.

Scant man Umgebung und Lebewesen in den Metroid Prime Spielen, schaltet man Galerien mit Artworks frei.

Letzter Einwurf: Hyrule Warriors. Wenn ich meine Skillz that killz in Schlachten so geschickt einsetze, dass ich nebenbei auch noch alle goldenen Skulltulas in den Missionen einsammeln kann, erhält meine Schmiedewerkstatt ein Upgrade. Ich kann dann meine Kämpfer mit Fähigkeiten erweitern und auch stärkere Tränke brauen, die mir wiederum die Chance auf bessere und seltenere Waffen gewähren. Nintendos neue amiibo Figuren helfen mir dabei, Items und Waffen auch ohne einen Kampf zu bekommen, sind jedoch völlig optional. Hingegen setzt Activision’s Skylanders voll und ganz auf den Sammelwahn der Figuren. Jedoch ist dieser Sammelwahn ein ganz anderer: nämlich jener, der den Eltern im Geldbörsel brennt. Ohne neuen Figuren auch keine neuen Level im Spiel.

Findet man Skulltulas in den einzelnen Missionen, wird euch das mit Upgrades eurer Schmiedewerkstatt gedankt.

Findet man Skulltulas in den einzelnen Missionen, wird euch das mit Upgrades eurer Schmiedewerkstatt gedankt.

Wenn ich selbst so über die letzten Zeilen lese, fällt mir eines auf: es handelt sich ausschließlich um Nintendo Spiele, die mir im Sinn geblieben sind. Nun muss ich schon lange grübeln, bis mir ein Titel einfällt, welcher mich auf einer anderen Konsole in einen Sammelwahn geführt hat. Aber dann fällt er mir doch ein: Assassin’s Creed. Der erste Teil der Saga hatte 100 Flaggen über die Gebiete und Städte verteilt und ich war einer der wenigen Wahnsinnigen, der diese auch gesammelt hat. Am Ende konnte ich mich über ein Achievement auf der Xbox 360 und satte 25 Gamerscore Punkte freuen. Nun, das ist immerhin ein Trost, denn hätte ich das auf der PlayStation 3 gesammelt, wäre ich leer ausgegangen, da es das Trophy-System zu diesem Zeitpunkt auf der PS3 noch gar nicht gab.

Assassin's Creed King Richard Flags

Die Flaggen von König Richard im ersten Teil von Assassin’s Creed. Stunden an Spielzeit für lediglich 25 Gamerscore Punkte.

Was ist also passiert, mit all den altmodischen Sammel-Goodies? Mussten diese den neuen Vermarktungsmethoden weichen oder war das jahrelange Sammeln ohnehin für die meisten Spieler uninteressant? Welchen Ansporn habt ihr noch, um ein Spiel zu komplettieren: Achievements, Trophies oder einfach nur das Gefühl, die 100% eingesackt zu haben? Oder ist es euch ohnehin egal, Hauptsache durch?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

   

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at

  • „Monetization“ ist passiert.
    Ein paar schlaue Wirtschaftler haben gesehn, dass sich mit Games ne Menge Kohle verdienen lässt – sie waren ne Weile lang zu frieden, dann kamen DLCs und Co. – sind nur ne logische Schlussfolgerung, wie man noch mehr Kohle rauskitzeln kann.. Leider..

    • Jep, schade drum. Ich denke gerne an die Zeiten zurück, wo ich wochenlang versucht hab, alle Ghost-Rekorde in Diddy Kong Racing zu schlagen, nur damit ich mit T.T. spielen kann und dann besser in den Time Trials bin. Danach war ich richtig stolz drauf! Heut kostet mich sowas nur ein paar müde Euronen. Meh.