Götterfaschiertes für die PS4

In der Sauna ist ein Aufguss nichts Schlechtes. Es wird nochmal richtig heiß und man kann sagen, dass man fast alles gesehen hat im Leben. In Sachen Games sind Aufgüsse leider selten aromatisch, sondern haben meist eher den Beigeschmack des Wiederverwerteten. Auch im Falle von God of War III Remastered?

Wer war unser Anti-Held Kratos nochmal? Wir blicken kurz zurück ins Jahr 2005. Die Santa Monica Studios entwickeln für die PS2 ein Action-Spiel, bei dem man in die Rolle des Spartaners Kratos schlüpft, der im Blutrausch und dank einer List von Kriegsgott Ares seine eigene Familie tötet. Daraufhin schwört er Rache und wird zum Spielball der Götter. Die folgenden Jahre darf der Spieler in der Haut von Kratos erleben, die berühmten Chaos-Klingen schwingen und Götter jagen. Die Serie, insgesamt erscheinen 7 Teile (auch für PSP und Smartphone), wird zu einer der Hauptmarken für die PlayStation und verkauft sich x-Millionen Mal. Für die PS4 gab es bis heute noch keinen Teil, da die Entwickler daran angeblich noch immer arbeiten. Als Trost kommt jetzt ein Titel namens Remastered für die neueste Sony-Konsole.

Als Uninformierter könnte man hoffen, dass God of War Remastered eine Collection der bisherigen „Hauptteile“ ist – wie im Falle von Uncharted, welches uns bald beglücken wird bzw. gab es für die PS3 ja diverse Collections zu kaufen. Leider ist dem nicht so, und so findet sich in der Packung lediglich Teil 3, der ein wenig nachpoliert nun für die PS4 erschienen ist.

Die Buzzwords sind immer die gleichen. 1080p und 60fps. Als würde das automatisch den Spielspaß erhöhen, liest man diese Zahlen mittlerweile in fast jeder Pressemitteilung. Aber es sind andere Dinge, die God of War III auch fünf Jahre nach seinem Ersterscheinen zu einem guten Spiel machen. Noch immer ist die Serie eine der spielerisch unterhaltsamsten und visuell eindrucksvollsten in ihrem Genre. Bildschirmfüllende Bossgegner, verrückte Kamerafahrten und das smoothe Gameplay suchen auch 2015 plattformübergreifend ihresgleichen. Feature-technisch warten keine Überraschungen, außer ein Fotomodus. Immerhin.

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Obwohl das Spielkonzept bereits 10 Jahre auf dem Buckel hat und in zahlreichen anderen Games aufgegriffen und adaptiert wurde, wirkt es auch heute noch frisch und kurzweilig. Verschiedene Gegner erwarten unterschiedliche Taktiken und Schlagkombos. Eine kurze Reaktionszeit wird nicht nur in den zahlreichen Quicktime-Events gefordert, und auch die gelegentlichen Schalter-Rätsel sorgen für gute Tempowechsel im Spielablauf. Einzig die Story wirkt in Teil 3 konstruierter als in den Vorgängern und am Ende des Tages geht es nur darum, welcher Gott als nächstes sterben muss, um Kratos‘ Blutdurst zu stillen.

Fazit

Es würde mich überraschen, wenn Fans der Reihe das Spiel noch nicht im Regal stehen hätten und bis zum Launch der PS4-Version gewartet hätten. So gesehen gibt es wohl nur eine kleine Zielgruppe, die die stolze Summe von 35 (online) bis zu 50 (Handel) Euro zum aktuellen Zeitpunkt für das Spiel hinblättern wollen. Neulinge könnten aufgrund des Fehlens der Vorgeschichte auch lieber zu z.B. The Last of Us greifen, um nicht von dem Story-Intro in God of War III erschlagen zu werden. Wer „nur“ auf der Suche nach einem sehr guten Action-Game ist und keine Angst hat, dass ihm die rund 50 Euro im dichten Weihnachtsgeschäft fehlen werden, dem sei das letzte Abenteuer (Ascension war ja ein Prequel) von Kratos ans Herz gelegt.

Wertung: 8/10

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Sony CE Österreich für das Zusenden eines Testmusters!

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.