Ghost Recon Wildlands: Wo die wilden Kerle schießen

Offene Welt. Koop. Vehikel- und Schießeisen-Action. Story. Geil, wird bei Ubisoft das neue GTA gebastelt?

Geschrieben von Alex Schuh, der aktuell aus dem Urlaub mit einer nur schwachen Internetleitung tippt. 

Wir schreiben das Jahr 2012: Die Consol-Redaktion ist vollgestopft mit Redakteuren, Grafikern und „Menschenmaterial“, auch bekannt als Praktikanten. Wenn ich mich recht entsinne, waren wir vier Praktis, die sich ihre Sporen in der Gaming- und Verlags-Welt verdienen wollten und dementsprechend viel und lange arbeiteten (Anm. der Chefred.: „Arbeiten“). An einem besonders langen Abend galt es, ein Event im Wiener Headquarter von Microsoft zu besuchen: Ubisoft hatte sich (und ein sogar für Vegetarier brauchbares Buffet) dort eingemietet, um Ghost Recon: Advanced Warfighter zu präsentieren (Anm. der Chefred.: „Arbeiten“). Nach dem Abend brannten wir Praktis: Kehlkopf-Mikros wollten wir uns kaufen, um möglichst stilecht im Koop kommunizieren zu können. Wöchentlich treffen wollten wir uns, entweder online oder möglichst im realen Leben, um gemeinsam der taktischen Terroristenjagd zu frönen.

Ein paar Jahre später, nämlich 2015, Consol ist schon längst Geschichte, überrascht uns Ubisoft mit einem neuen Ableger der Serie: Ghost Recon: Wildlands soll das Erbe des Taktik-Shooters antreten. Und ich muss zugeben – der Trailer hat mich aus den Socken gehauen.

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Quelle, alle Bilder: Ubisoft

Call of Bolivia

Sehen wir einmal von der wunderschönen Grafik ab, in der uns das Gameplay-Material in der E3-Pressekonferenz von Ubisoft präsentiert wurde. Dieses war nämlich Pre-Alpha, und wie wir aus leidvoller Erfahrung vom Witcher 3 wissen, kann sich zwischen dem und der Release-Version noch einiges ändern. Das zählt aber auch nicht unbedingt viel, denn schon alleine die gezeigten Umgebungen lassen mich als alten Wanders- und Reisemann schon dahinschmelzen. Dichte, saftig-grüne Dschungel, schroffe und abweisende Berglandschaften, endlose Salzwüsten und abgelegene Dörfer: Die Entwickler wissen, wie sie die diversen Gesichter Boliviens zeigen. Das ist insofern toll, weil man von Südamerika in Spielen – abgesehen von Brasilien vielleicht – nur selten etwas zu Gesicht bekommt. Hier gibt es gleich das volle Paket, was für positive Stimmung in meinem Hirn sorgt.

Meet interesting people. And kill them.

Der zweite große Bereich des Spiels, der mich fast aus den Socken gekippt hat, erinnert in mehrerlei Hinsicht an das große GTA V; genauer gesagt an die Heists genannten Koop-Missionen. Das im Spiel dargestellte Bolivien ist nämlich (wahrscheinlich auf einer entsprechenden Skala, aber trotzdem) in seiner Gänze designed und komplett frei begehbar. Aufträge, welche die Story vorantreiben – ein Drogenkartell will ausgehoben werden, natürlich von einem speziell ausgebildeten Spezialeinsatzkommando mit sehr speziellen Leuten –, gibt es quer über die ganze Karte zu finden. Hier eine Sabotage-Aktion, dort eine Entführung eines Kartell-Funktionärs, da eine Geiselrettung; die Reihenfolge soll relativ egal sein. Kombiniert man das mit der angeblich komplett freien Art und Weise, in der man die Missionen erledigen kann, kommt man auf eine absurd hohe Anzahl von Möglichkeiten. Der Gameplay-Trailer zeigte unter anderem Fallschirmabsprünge mit dem Scharfschützengewehr ins Gebirge (inklusive Weitschuss ins Ziel), Jeep- und Motorradaction, schleichende Soldaten mit entführten Zielen sowie offene Feuergefechte inklusive explosivem Abschluss. Sagte ich Jeep und Motorrad? Ja, denn anscheinend gehört auch ein kompletter Fuhrpark, der auch Hubschrauber mit einschließt, zum Spiel dazu.

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Ha A Doppelemm E Er

Ganz ehrlich – wenn sich Ubisoft mit der schieren Größe des Unterfangens, das Wildlands darstellt, nicht übernimmt, steht uns 2016 etwas ganz Großes (ich werfe 5 € in die Wortspielkasse) ins Haus. Ich gebe zu, ich habe ein Faible für offene Welten, aber die können auch ganz schnell ganz schief gehen. Wenn Ubi das abliefert, was sie gezeigt haben, werde ich mich aber hochzufrieden und mit voller Gewalt in den Kampf gegen die Drogen werfen. Hauptsache, ich darf mit dem Fallschirm über den Bergen abspringen.

Hätte ich übrigens den Trailer nicht erst zwei Tage nach der E3 gesehen, sondern direkt am Tag des Events, dann wäre dieses Spiel definitiv auf meiner Top 3 gelandet. Aber auch so stehen da tolle Spiele drauf, und man kann den Artikel immer noch lesen.

Geworden ist aus den eingangs erwähnten GR:AW-Partien übrigens nie etwas. Das fertige Spiel erfüllte nicht ganz unsere hohen Erwartungen, freundschaftliche Beziehungen waren dann zum Teil abseits von der Arbeit nicht ganz so fest wie gedacht, und Zeit hatte man sowieso nie. Schade. Aber mit der Continue-Crew und Wildlands wird das diesmal hoffentlich anders werden (Anm. der Chefred.: Gern, nach der Arbeit ;).

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.