Gears of War: Emotionale Zeitreise

2006 hatten Gears of War Erfinder Cliff Blezinski und ich noch andere Arbeitgeber. Nicht nur deshalb fühle ich mich mit der Gears-Serie mehr als verbunden – fast Blutsbrüder, die jetzt ein ultimatives Klassentreffen feiern dürfen.

Gears of War war wohl eine der Marken, die die Xbox 360 zu einer der coolsten Action-Konsolen aller Zeiten hat werden lassen. Grafisch bis zuletzt am oberen Limit, konnte die Serie auch immer mit gut funktionierendem Gameplay und den aufgeblasenen, aber dennoch glaubwürdigen Hauptfiguren punkten. Ich war und bin Fan der Serie, auch wenn mir gegen Ende (Teil 3, Judgment) ein wenig die guten neuen Ideen gefehlt haben. Aber hey, 4er Koop-Modus! Allein deshalb hat es sich gelohnt die Kettensägen auszupacken.

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Apropos Kettensägen. Ohne den für die Serie so typischen Waffen, die Serienvater Cliffy B. auch regelmäßig für Promofotos verwendete, wäre das Spiel überspitzt gesagt wohl nur eines von vielen gewesen. Aber genau dieser Wechsel zwischen gut gebalanceden Distanzwaffen und der Möglichkeit Gegner im Nahkampf spektakulär auseinanderzunehmen, hat den 1980er-Actionfan in mir immer begeistert. Schade, dass die eigentlich spannende Handlung rund um den raubeinigen Soldaten Marcus Fenix und die bedrohlichen Locust immer ein wenig stiefmütterlich erzählt wurde. Nicht, dass ich ein selbstablaufendes Game wie Metal Gear Solid verlange, aber ein wenig das „Warum“ zu erklären, wie das in Teil 3 schon ganz gut funktioniert hat, hätte ich mich auch schon bei den früheren Teilen gewünscht.

Oh, eigentlich geht es heute primär um den ersten Teil, der in der Gears of War Ultimate Edition neu aufgelegt und mit aktueller Technik (Rework, 1080p, 60fps) und den Inhalten des damaligen PC-Ports (2 neue Multiplayer-Modi, 5 zusätzliche Chapter) aufgepeppt wurde. Das Konzept funktioniert auch nach neun Jahren noch wunderbar. Ich habe ca. 5 Minuten gebraucht, bis ich die Steuerung wieder verinnerlicht hatte und geschickt hinter Deckungen gehechtet bin und die zahlreichen Feinde mit Granaten pulverisiert habe. Alles beim Alten. Das Game sieht auch heute noch schick aus und muss sich ehrlich gesagt aktuell vor wenigen Spielen verstecken. Mir fällt gerade keines ein, aber es gibt sicher eines. Noch ein Wort zum Multiplayer. Auch der macht auf den 20 Maps noch immer Spaß, speziell wenn man mit Freunden gemeinsam antritt.

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Aufgehübscht wurde das knapp 10 Jahre alte Spiel übrigens von The Coalition, dem kanadischen Studio, das auch für den kommenden vierten Teil verantwortlich ist. Die anderen Spiele der Serie wurden übrigens aus Zeitgründen nicht an die Möglichkeiten der Xbox One angepasst. Rund anderthalb Jahre hat The Coalition schon mit dem ersten Teil verbracht und dabei immerhin viel über die Serie gelernt. Als Bonus für den Spieler ermöglicht der Kauf des Spiels die Eintrittskarte für die Beta von Teil 4, der 2016 erscheinen soll. Anfang 2016 sollen zudem Gears of War 2 + 3 in der Xbox One Bibliothek auftauchen und dann für Ultimate Edition Besitzer gratis herunterladbar sein.

Am Ende also eine lohnende Anschaffung, für den UVP von rund 40 Euro, auch wenn eine komplette Sammlung, ähnlich wie bei God of War 3 für PS4 (auch GoW als Abkürzung, hihi) richtig schön gewesen wäre. Egal, Anfang 2016 dann.

Cliffy B. hat übrigens genau wie ich ein neues zuhause gefunden. Er arbeitet jetzt in seinem neuen Studio Boss Key Productions an einem neuen Spiel, genannt LawBreakers. Good luck!

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Der damals für Aufsehen sorgende Trailer zum ersten Teil:

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.