Gamescom15 – Das Team-Review

Es war wieder laut, es war wieder schön. Aber wie war die #gamescom15 wirklich – so knapp nach der E3? Neuankündigungen? Wenig. Ein paar neue Infos? Sehr wohl. Wir haben unser persönliches Fazit gezogen und wie könnte es anders sein, wir schreiben drüber!

Alex A.

Als einziges Team-Mitglied vor Ort beschränke ich mich kurz auf meine Hands-on-Geschichten. Wie seit Jahren versuche ich immer an PES ranzukommen, was mir auch dieses Jahr gelungen ist. Dreimal so viele Animationen, bessere Defense … ich bin begeistert. FIFA war im Vergleich zwar wieder hübsch anzusehen, aber in meinen Augen abgesehen von den Lizenzen keine Konkurrenz. Außer die Frauenmannschaften. Es mag lustig klingen, aber mal das andere Geschlecht über den Pitch zu dirigieren, mit ihren Zöpfen und leicht veränderten Animationen, hat sich sehr frisch gespielt. Zumindest für die zwei Partien, die ich Zeit hatte. Dieses Jahr ist zudem kein Monat zwischen den Releases, sondern nur eine Woche im September. Wird ein harter Fight. Choose wisely!

PES2

PES 2016, Quelle: Konami

Meinen Pflichtkauf dieses Jahr, Battlefront, wollte ich natürlich auch anspielen. Setup: Splitscreen und kein Ton. Naja, war ja nur der Wellenmodus. Gefällt mir gut und auch die Raumschlachten sollen ganz witzig sein. Vorbestellung nicht storniert. Die Pressekollegen, mit denen ich tratschen konnte, haben erneut VR hoch gelobt. Je nach Medium mal Oculus Rift und mal HTC Hive mehr. Ich bleibe skeptisch. a) weil mir schnell mal übel wird, b) weil ich für Kinect schon keinen Platz hatte und c) weil keines der Dinger in den nächsten drei Jahren leistbar sein wird. Zumindest nicht für eine breite Käuferschicht und wenn dann deshalb wenig Spiele kommen …

Geile Messe, viele Spiele. Die Kollegen haben vom Rest der Show sicher mehr mitbekommen, weshalb ich jetzt gerne das Wort weitergebe.


Christoph L.

Zwischen Arbeit und anhaltender Hitze konnte ich doch noch meine Gamescom-Highlights ausmachen, die mich einerseits faszinieren, andererseits aber noch missmutig stimmen.

Schon den Szenen im Schneegestöber auf der E3 war ich erlegen, jetzt zeigte Square Enix wieder Gameplayszenen zu Rise of the Tomb Raider. Lara noch schöner, die Landschaft abwechslungsreicher und endlich mit – Überraschung – vielen Tombs! Also wieder mehr in Richtung Entdecken, ganz wie früher. Ganz wie früher? Nein, leider nicht. Denn Lara tötet allem Anschein nach noch lieber als noch im Reboot von 2013. Skrupellos stürzt sich die junge Archäologin aus der Luft auf ihre Opfer, mordet auch gern aus dem Hinterhalt. Zwar gab’s auch einige Stealth-Abschnitte zu sehen, wo Spieler anscheinend viel Freiraum für alternative Herangehensweisen haben und den ein oder anderen Gegner verschonen dürfen, doch scheint man den shooterlastigen Weg fortzuführen.

Mafia III. Nach dem grandiosen Erstwerk und dem durchschnittlichem Nachfolger müssen Spielerherzen wieder gewonnen werden! Das Setting der 70er Jahre scheint zu taugen und auch der Plot klingt nach explosivem Actionstoff, obwohl es wenig mit klassischem Mafia-Flair zu tun hat. Auch das insgesamt arcadige Gameplay sowie die derzeitige Optik lassen mich etwas geistigen Abstand wahren. Und dennoch: Mafia is back und war bisher immer für seine genial inszenierten Missionen bekannt. Es braucht keine Open World à la GTA, einzig eine fesselnde Story ohne ausgedehnte Fahrpassagen und ich bin mehr als glücklich!

Eine Enttäuschung bescherte mir indes ArenaNet: Zwar zeigten die Guild Wars 2-Schöpfer das kommende Addon Heart of Thorns auf der Messe, boten Live-Streams an und starteten am Wochenende die erste Betaphase für Vorbesteller, blieben Spielern aber weiterhin Infos zum Content sowie einen genauen Releasetermin schuldig. So lässt sich der Umfang aufgrund des nun vertikalen Levelaufbaus nur schwer einschätzen. Ein genauer Blick auf das Beherschungssystem während des Beta Events zeigte jedoch, dass viele Millionen XP nötig sind, um die neuen Fähigkeiten vollständig auszubauen. Wann die breite Masse das Addon endlich kaufen kann, ist noch ungewiss. Man wolle Heart of Thorns noch 2015 veröffentlichen – das klingt schwer nach Weihnachtsgeschäft.


Alex S.

Während der Gamescom habe ich sehr viel Zeit auf dem Boden verbracht. Nein, nicht weil ich schon am Nachmittag dicht wie zehn Haubitzen war, sondern weil dort der Ventilator steht. Hin und wieder habe ich trotz gefährlicher Zusatzhitzeentwicklung den PC angeworfen und verfolgt, was denn die Messe dieses Jahr so hergibt. Die letzten Jahre war ich doch immer recht skeptisch, was die europäische Antwort auf die E3 angeht: Zu wenig Neues gab es meist, und zu viel Hype. Doch Überraschung: Dieses Jahr konnten mich gleich zwei Messeaussteller flashen.

Da wäre zum Einen (schon wieder) DICE mit ihrem wunderschönen Mirror’s Edge Catalyst. Ich hätte für die Gamescom ein bisschen verwackeltes Gameplay, abgegriffen von irgendeinem Blogger mit seinem Smartphone beim Anspielen an der Station erwartet. Stattdessen bolzt EA einen fünfminütigen Gameplay-Trailer raus, der schon einen sehr guten Eindruck davon geben sollte, wie das Spiel abläuft. Und HOLY CRAP, ist das alles schön! Die Farben, die mit ihren satten Kontrasten das Auge auf sich ziehen. Die Lichteffekte, die sich auf den postmodernen Glas- und Betonbauten spiegeln und brechen, während die Nacht die Stadt umhüllt. Die Bewegungsabläufe, von denen Faith seit dem letzten Trailer noch mal einige gelernt haben dürfte. Wenn sich das alles zum Release genau so smooth spielt, wie es aussieht, dann wird das jetzt schon mein Spiel des Jahres 2016.

Zum Anderen wäre da noch – und wie könnte es anders sein? – Dark Souls 3. Ich hatte ja schon früher ausführlich behandelt, dass Teil 2 für mich nicht der Höhepunkt der Serie war und vermutete, dass die Arbeit von Hidetaka Miyazaki an Bloodbourne DS2 an Spirit gekostet hatte. Alle Gameplay-Impressionen, die wir jetzt gesehen haben, scheinen diesen Gedanken zu bestätigen, denn mit der Rückkehr von Herrn Miyazaki an die Serie sieht man acuh wieder das, was Dark Souls so groß gemacht hat. Riesige, in sich stimmige Welten, unvergessliche Bossfights, das du-verdammtes-Stück-Kacke-ich-bezwinge-dich-doch-noch-Drecksspiel-Gefühl. Ach, und schon allein in diesem Thronsaal / Tempel / Wasauchimmer bei 1:06 möchte ich mich stundenlang umsehen und jeden Winkel erkunden. From Software, ihr habt mich offiziell wieder gehyped. Macht mir noch einen feinen PC-Port von dem Ding, und ich vergebe euch alle Unzulänglichkeiten, die Dark Souls 2 hatte, okay?

Lobend erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch noch Scalebound. Im 3rd-Person-Häcksler von Platinum Games (Bayonetta, The Wonderful 101) ist euer Begleiter ein unglaublich großer Drache, dem man in einem Nah-Zukunfts-Setting anscheinend auch Befehle geben kann, sodass er als zweiter Akteur funktioniert. Nachdem das Ding schon letztes Jahr auf der E3 vorgestellt wurde – exklusiv für Xbox One -, gab es auf der Gamescom erste Gameplay-Eindrücke zu sehen. Sieht lustig aus, und ich mag den Drachen als Begleiter – außerdem gibt es Bögen, die jedes Spiel sofort um 70% aufwerten. Da der Release aber mit „frühestens Ende 2016“ angegeben wird, ist es hier noch viel zu früh für richtige Begeisterung. Aber die Idee, ja die ist gut.

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.