For Honor – mit der Huawai-Tochter auf Urlaub

Wenn dir die Huawei-Tochter Honor ein Smartphone borgt, dann nimmst du besser an. Aber was machen, wenn Futurezone und Co. die Tests schon lange online haben? Am besten kreativ sein, mit dem Gerät auf Urlaub fahren und schauen, ob aus dem Flirt die wahre Liebe wird.

9 Uhr morgens, die italienische Sonne strahlt bereits mit meinem Gesicht um die Wette. Beide sehen wir auf die Apartment-Landschaft, in die meine Freundin und ich eingeladen wurden. Der Grund ist die Hochzeit einer Cousine, die im Süden von Florenz ihr Ja-Wort geben möchte. Zahlreich sind Freunde und Familie angereist; die meisten, das habe ich gestern schon bemerkt, sind wie ich iPhone-Besitzer. Die perfekte Umgebung, um zu sehen, wie sich das Honor 6+ im Apple-Territorium schlagen wird.

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Als Hobby-Androidist (mein Business-Phone ist ein Sony Z3 Compact) fühle ich mich schnell mit der Bedienung des Honor 6+ zurecht. Das in Fachkreisen EMUI UI 3.0 genannte Interface schwingt optisch irgendwo zwischen Android 5 (installiert ist 4.4.2) und iOS 8 und macht den Einstieg aus beiden Glaubensrichtungen verhältnismäßig einfach. Ebenfalls ein Plus ist der Verzicht von Must-Have-Anwendungen, die uns andere Hersteller gerne mitliefern. Dafür gibt’s gewohnt praktische Standards wie die Swype-Geste im Lockscreen, die Zugriff auf diverse Quick-Settings ermöglicht, und Energiesparmodi, die auch einen langen Urlaubstag ohne passende Steckdose überstehen lassen. Überhaupt ist der Akku des Geräts eine der größten Stärken. Gut, aufgrund der noch immer unverschämten Roamingpreise war ich meist im W-LAN, habe in dieser Zeit aber viele Fotos gemacht, gespielt, Social Media Dienste mit meinen Gedanken versorgt und ein wenig Musik gehört. Hält der 3.600 mAh Akku durch. Respekt.

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Ich sitze entspannt am Pool und lese auf meinem Kindle – „Orks vs Zwerge“, aber das bleibt mein Geheimnis. Der Kollege, ich glaube er heißt auch Alex, setzt sich neben mich und raucht sich eine an. Das Honor liegt auf dem Tisch, so mittig, dass er eingreifen muss. „Darf ich?“, fragt er kurz. Ich nicke. Er wiegt das Telefon in der Hand, schaltet ein und legt es wieder auf den Tisch. „Welcher Hersteller?“ „Honor, Tochter von Huawei.“ Ich weiß noch immer nicht, ob ich „Huawei“ richtig ausspreche. „Kenn ich nicht – aber sieht gut aus.“ Denke ich mir auch. So eine Mischung aus iPhone 5 und Sony Z(füge eine Zahl zwischen 1 und 5 ein). 7,5mm dick und mit seinem sehr schönen 5.5 Zoll Display (401ppi) auch kein kleines Gerät, was sich in den 165g Gewicht widerspiegelt. So einfach in eine enge Anzugshose stecken hängt sich an. Ich empfehle die Sakko-Innentasche.

Das Gespräch verläuft sich schnell. Ich weiß tatsächlich nicht, was ich über das Phone erzählen soll. Weder Design noch Feature-Set sind einzigartig oder besonders erwähnenswert. Es ist halt einfach ein gutes Handy zu einem fairen Preis, das keinen Apfel auf der Rückseite hat. Dafür den schicken „Honor“-Schriftzug. Immerhin.

Am nächsten Tag führt ein 15-minütiger Weg, vorbei an unzähligen Weinreben, zum Frühstück. Ich mache ein paar Fotos, genau wie beim Abendessen. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, auch wenn gezoomte Bilder schnell verpixeln und am Abend besser mit ruhiger Hand fotografiert wird. Tagsüber sehen die Bilder, wie bei den meisten Handys mittlerweile, nahezu perfekt aus – sofern der Fotograf sich bemüht und die richtigen Motive vor der Linse hat. 

Die Woche vergeht schnell und ich bemerke, dass mir das iPhone nicht fehlt. Ich nutze Social Media, telefoniere und spiele Games, die es auch auf Android gibt. Der Akku, meiner Meinung nach noch immer einer der wichtigsten Faktoren für ein Smartphone, lässt mich nicht im Stich, und auch das Handling ist wunderbar flink. In Gespräche werde ich wegen dem Honor 6+ nicht mehr verwickelt, aber die Zeiten sind wohl auch vorbei. Es liegen halt Telefone am Tisch und die meisten sehen sehr ähnlich aus. Außer beim Samsung Edge fallen noch immer die gerundeten Kanten auf, die ich aber nicht zwangsweise als Vorteil sehen würde.

sdr

Bei schwachem Licht benötigt die Kamera eine ruhige Hand.

Fazit

Das Honor 6+ ist mir schnell ans Herz gewachsen und man glaubt gar nicht, wie schnell man sich an ein 5.5 Zoll großes Display gewöhnt. Das Handling gefällt und auch die Software überzeugt mich. Das größte Problem des Smartphones ist wohl, dass es nicht richtig aus der Masse herausstechen kann: Weder Design, Kamera oder auch Sonderfeatures (Fingerscanner findet man erst beim Honor 7) machen das Telefon einzigartig, dafür findet man einen guten Allrounder zu einem absolut fairen Preis vor.

Übersicht

– Design: Trotz der Kombination aus Glas und Plastik wirkt das Phone superschick, elegant und hochwertig.
– Screen: 5.5 Zoll, 1080p, tolle Farben, guter Kontrast.
– Chipset: selfmade. Hisilicon 925. Schnell genug, auch bei Spielen.
– Micro-SD-Cardslot: praktisch, außer ihr habt eine Mini-Sim, die den selben Slot benutzt.
– Speaker: Ok-ish. Nicht mehr.
– Akku: 3.600 mAh. Sehr gut.
– Dual-Kamera: spielt alle „Stückerl“, trotzdem nicht ganz auf iPhone 6-Niveau.
– Software: Softkeys. Man kann sogar den gelockten Screen mit Touch-Kommandos customizen.
– Preis: ca. 400 Euro (32 GB Version)

Honor 6 Plus

Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.

  • Battle Royale

    Bessere Alternativen: „Samsung Galaxy S5 „,“Sony Xperia Z3 compact“.
    Wenn man schon ein China-Handy kaufen möchte, sollte es besser ein „Siswoo“ sein: http://www.siswoo.com/de/