Euer Leben interessiert mich nicht

Wenn es nach FB, Twitter und Instagram geht, müsste es allen Leuten, die diese Plattformen nutzen, immer gut gehen. Tolles Essen, geile Reisen, super Freunde und Kinder, die dankbar dafür sind, täglich abgelichtet und ins Internet gestellt zu werden. Mich macht das depressiv.

Ich habe als Jugendlicher gerne Donald Duck Comics gelesen, weil es mir geholfen hat mein eigenes Leben nicht so übel zu finden. Ich wurde gehänselt und top war ich in der Schule auch nicht. First world problems, würde man heute sagen, aber ich hatte halt so meine Tiefs. Zu sehen, dass es der Ente mit der schicken Mütze aber auch nicht so gut ging, er aber das Beste daraus versucht hatte zu machen, half mir irgendwie.

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Heute ist das schwieriger. Wenn ich ins Internet schaue, dann sehe ich nur glückliche und erfolgreiche Menschen. Keiner bildet seine Depression oder einen misslungenen Nachtisch ab, alle schweben regelmäßig auf Wolke 7 und lassen alle anderen blöd dastehen, wenn heute mal kein so guter Tag war oder die Verdauung nicht das macht, was sie soll. Irgendwie hat man das Gefühl jeder macht mehr Sport, verdient mehr Geld und hat die schöneren Töchter. Dass das nicht unbedingt stimmt steht leider nirgends. Was also tun?

Am besten Social Media Time outs nehmen. Die hübschen Freunde aus der Friends-list kicken und sich ein paar Schwachmaten anlachen, die gar nix im Leben haben. Alternativ kann man die Leute aber gern auch mal persönlich treffen und meist erfährt man dann diese kleinen Nuancen zwischen den Zeilen, dass auch in so manch anderem Leben nicht immer alles eitel Sonne ist. Im Idealfall kann man dann sogar einen guten Tip geben und helfen – zumindest bis das nächste Steak auf der Pinnwand auftaucht und man endgültig beginnt seine Friendslist neu zu sortieren. #alleswirdgut

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Written by: Alexander Amon

Motivator Ich bin seit ca. 12 Jahren redaktionell mit Videospielen verbunden und war zuletzt Chefredakteur des Fachmagazins für Computer- und Videospiele consol.AT und ihren deutsch-schweizerischen Ableger consolPLUS. Aktuell bin ich PR Manager beim Spieleentwickler Sproing, gebe auf dieser Website allerdings nur meinen privaten Senf zur allgemeinen Situation ab. CONTINUE betreue ich redaktionell und emotional, diene in vielen Punkten als Ansprechpartner und Koordinator. Bei Fragen und/oder Anmerkungen schreiben Sie mir doch einfach an amon@continue-magazin.at. Besten Dank und bis bald.

  • Bernhard R.

    Heutzutage getraut sich niemand mehr, sich Fehler oder mangelnde Perfektion einzugestehen. Da postet man lieber nur die positiven Momente seines Lebens um alles Negative unter einem Mantel des Schweigens verschwinden zu lassen. Geht ja auch leicht, wenn man sich quasi nur virtuell kennt.

    Einfach mal rausgehen und mit (echten) Freunden gemeinsam Zeit verbringen – ohne Twitter und Co. Baut auf 😉

  • Michael Ferstl

    Bei facebook und Co gehts leider wirklich immer nur darum wie toll man nicht ist und was man nicht gerade alles macht.
    Und diese Jahr lauf ich wenige4 als letztes Jahr.