Endloses Vergnügen in Dungeon of the Endless

Nur noch ein bisschen! Diesen einen Versuch noch, dann lass‘ ich’s gut sein! Stunden später…

Dungeon of the Endless ist Schuld an meinem Freizeitengpass. Seit der Alpha begleite ich das Spiel nun schon und ebenso lange fesselt es mich bereits vor dem Bildschirm. Das roguelike-like Spiel, welches seinen charmanten Retro-Look mit Elementen aus Rollenspielen und dem Tower-Defense Genre mischt, hat nur ein Ziel: Nach dem Absturz eurer Rettungskapsel müsst ihr überleben und aus dem endlos scheinenden, finsteren Dungeon entkommen, um wieder abreisen zu können. Das würde durch die Energiequelle, die sich bei euch befindet, ermöglicht werden. Zwischen euch und dem Entkommen aus dem düsteren Albtraum liegen lediglich zwölf prozedural generierte Ebenen, deren Ausgang es jeweils zu erhaschen gilt.

Jede neue Tür ist ein Nervenkitzel für sich.

Jede neue Tür ist ein Nervenkitzel für sich.

Aber das ist leichter gesagt, als getan. Denn ihr seid nicht alleine! Hinter jeder neuen Tür könnten unterschiedliche Monster lauern, die euch im Nu den Garaus machen, solltet ihr eines ungeachteten Moments die falsche Entscheidung treffen oder zu gierig agieren. Beim Voranschreiten von Raum zu Raum sammelt ihr Ressourcen ein, die euch stärker machen und überlebensnotwendig sind. Das wären zum einen „Dust“, welches benötigt wird, um Räume zu erleuchten. Ist dies geschehen, seid ihr vor Monstern sicher. Ihr könnt jedoch nur Räume aufhellen, die nacheinander folgen, damit keine Lücken entstehen. Weitere Ressourcen wären Nahrung, Forschungspunkte sowie Industrie. Diese werden eingesetzt, um beispielsweise eure Helden stärker werden zu lassen, Abwehrtürme zu errichten oder an Forschungsstationen neue Gebäude zu entwickeln. Apropos: Ihr steuert immer zwei Helden, zwischen denen ihr umschalten könnt. So könnt ihr verschiedene Eigenschaften der Charaktere kombinieren, um das Überleben zu erleichtern.

Die Map gibt euch Aufschluss über den perfekten Fluchtweg.

Die Map gibt euch Aufschluss über den perfekten Fluchtweg.

Habt ihr dann den Ausgang der Ebene gefunden, solltet ihr einen guten „Escape-Plan“ parat haben. Denn einerseits werden beim Lösen der Verbindung von Energiequelle zu Verankerung sämtliche Lichter ausgeknipst, wodurch umgehend Gegner aus zuvor nicht erleuchteten Räumen spawnen und andererseits ist euer Charakter, der die Energiequelle zum Ausgang transportieren muss, langsam wie eine Schnecke. Somit müsst ihr darauf achten, welche Räume dunkel bleiben und welche nicht, um bedrohliche Angriffe von vornherein zu umgehen. Der zweite Charakter sollte dann gemeinsam mit den errichteten Abwehrtürmen den Weg zum Ausgang sichern. Habt ihr das geschafft, wartet die nächste Ebene auf euch. Sterben alle eurer Helden, ist das Spiel vorbei und ihr müsst wieder ganz von vorne beginnen.

Das Build-Menu lässt euch u.a. neue Abwehrtürme bauen.

Das Build-Menu lässt euch u.a. neue Abwehrtürme bauen.

Damit das Spiel nicht eintönig wird, trefft ihr immer wieder auf neue Kumpanen, die sich im Tausch gegen Ressourcen eurer Gruppe anschließen. Überleben diese drei Stockwerke lang, könnt ihr sie beim nächsten Versuch auch von Anfang an für euer Vorhaben auswählen. Außerdem solltet ihr ständig einen Blick auf euer Inventar haben und eure Rüstung verbessern, damit ihr nicht Opfer der Monster werdet und ihr ebenfalls reichlich dagegen halten könnt. Schafft ihr es dann tatsächlich bis zum Ende der letzten Ebene schaltet ihr neue Landekapseln frei, die das Spiel etwas verändern. So kann man beispielsweise dann auch alleine auf Reisen gehen, wird nach dem Tod aber wiederbelebt oder ihr startet mit vier Helden, könnt jedoch keine Abwehrtürme errichten. Und für die ganz Hartgesottenen gibt es auch den Endlos-Modus, der euch auch jenseits von Ebene zwölf ins Verderben schickt.

Fazit

Dungeon of the Endless ist ein hervorragendes kleines Spielchen für Zwischendurch. Natürlich ist es theoretisch nach wenigen Stunden durchgespielt, sollte man das nötige Geschick dafür mitbringen, aber der Reiz dieser roguelike(-like) Spiele besteht ja darin, dass es jedes Mal ein anderes Spielerlebnis ist, da kein Level dem anderen gleicht. Somit ist auch für Langzeitmotivation gesorgt. Außerdem bietet das Spiel nicht nur schöne retro-angehauchte Pixelgrafik, sondern auch einen sehr stimmigen Soundtrack. Leider ist der Einstieg in das Spiel überhaupt nicht durchdacht und wirft einen mit spärlichen Erklärungen sofort ins kalte Wasser. Zudem sind auch die Menüs etwas kompliziert und mit viel zu kleiner Schrift gestaltet, sodass man manchmal eine Lupe benötigt, um das Geschriebene am Bildschirm entziffern zu können. Alles in allem ist es aber eine klare Empfehlung für Fans des Genres! Das Spiel ist für Xbox One, PC und Mac OS erhältlich.

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Amplitude Studios für die Bereitstellung eines Testmusters.

Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at