Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit Review

Das Kult-JRPG gibt’s jetzt in einer Neuauflage, denn es kann niemals zu spät dafür sein.

Wie fängt man ein Review an, das ein Spiel alter Tage behandelt? Böse Zungen behaupten ja, dass Remakes nur Abzocke und Geldmacherei sind. Aber selbst wenn dem so wäre: Dragon Quest VII hat es allemal verdient, weiterzuleben und neue Generationen an Spielern zu erreichen. Abgesehen davon handelt es sich beim Remake für den Nintendo 3DS um eine von Grund auf neu entwickelte und komplett ins 3D gebrachte Fantasy-Welt, die sich hinter keinem bösen Argument dagegen verstecken müsste. Vielmehr sollte sich jeder Publisher davon ein Stück abschneiden und mit anderen zeitlosen Klassikern dasselbe tun.

Nun endlich am 3DS angekommen: Die Welt von Dragon Quest VII

Nun endlich am 3DS angekommen: Die Welt von Dragon Quest VII

Seit dem Jahre 2000 hat sich viel getan. Das Original auf Sonys PlayStation war damals schon ein richtig feines JRPG, heute würde man sich aber vermutlich schwer damit tun. Die Grafik ist doch ein wenig in die Jahre gekommen, auch wenn der 3D-Stil mit aufgestellten 2D-Sprites seinen eigenen Charme hat. Das wurde nun mit dem Remake komplett überarbeitet. Leider bringt aber auch diese Version so seine eigenen Mankos mit sich. Der Stil von Textboxen und der Benutzeroberfläche sind zwar ebenfalls in schönem Retro-Look gehalten, aber hunderte Zeilen von Text lesen sich nicht ganz so toll in dem gewählten Stil. Vielleicht hätte man hier ruhig noch ein bisschen mehr modernisieren können, anstatt zu sehr auf dem originalen Stil zu beharren. Jedenfalls ist das schon Meckern auf hohem Niveau, denn die Geschichte, die gut und gerne mal 100 Stunden eurer Zeit frisst, ist nach wie vor eine epische. Das Projekt war anno dazumal bereits vor seiner Zeit, musste das Studio Heartbeat doch tatsächlich aufgrund der übermäßigen Entwicklungskosten kurz nach der Fertigstellung schließen. Man hatte sich ein wenig übernommen, was sich aber auch im Spiel widerspiegelt.

Der PlayStation Klassiker wurde schön in Szene gesetzt

Der PlayStation Klassiker wurde schön in Szene gesetzt

Die Geschichte beginnt damit, dass euer Protagonist von einem Angelausflug nach Hause kommt und ein Stück einer Karte gefunden hat. Diese zeigt euch offenbar, dass die Welt zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit größer war, als ihr sie kennt und es wohl noch weitere Kontinente gab. Ihr tut euch mit einem Freund zusammen und findet einen Weg wieder in die Vergangenheit reisen zu können, in eine Zeit, als es besagte Kontinente noch gab. Diese sind aber enorm gefährdet und das Aussterben der Zivilisation steht bereits klar in den Himmel geschrieben. Auf eurem Weg durch die Zeit schließen sich euch jedoch weitere Gefährten an, um die Ausrottung der Kontinente zu verhindern und sie so auch in der Gegenwart wieder zugänglich zu machen. Doch einer hat etwas dagegen: der Demon Lord höchstpersönlich.

Egal ob Original oder Remake, ihr werdet unzählige Stunden in diesem Spiel versenken

Egal ob Original oder Remake, ihr werdet unzählige Stunden in diesem Spiel versenken

Das Herz des Spiels ist das Klassensystem, des auch heute noch glänzt wie damals. Jede erdenkliche Rolle ist im Spiel vorhanden und scheinbar sind dem keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt euch hier richtig austoben und jede Menge verschiedene Fähigkeiten mit euren Wegbegleitern lernen. Die Kämpfe sind klassische rundenbasierte Haudrauf-Szenarien – nichts, was einen heute noch umhauen würde. Dafür wurden die zufälligen Kämpfe aus dem Spiel entfernt und durch Gegner, die man tatsächlich auf der Map sieht ersetzt. Für mich eine Wohltat.

Auch sonst gibt es abseits des linearen Verlaufs noch jede Menge zu entdecken. Ein Casino, Minigames und jede Menge anderes Zeug, das eure Stundenanzahl in die Höhe treiben wird. Außerdem wurde für das Remake ein Engame-Dungeon implementiert. Zu guter Letzt bleibt noch zu erwähnen, dass das Balancing ebenso angepasst wurde, wie die Schwierigkeit des Spiels und nun wieder etwas einsteigerfreundlicher ist. So ziemlich jeder Dungeon ist ein einmaliges Erlebnis und macht das Spiel zu einem großartigem. Ergo solltet ihr es spielen, egal ob das Original oder das aufgepeppte Remake. Letzteres empfiehlt sich natürlich ein klein wenig mehr.

Fazit

Wie schon gesagt, ist Dragon Quest VII ein zeitloser Klassiker, der aber technisch etwas in die Jahre gekommen ist. Somit bietet sich das Remake für den Nintendo 3DS hervorragend an, um es entweder noch einmal oder überhaupt das erste Mal zu erleben. JRPG Fans kommen hier ausnahmslos auf ihre Kosten und mit Dragon Quest VIII steht auch schon der nächste Teil auf der Releaseliste. Besser könnte man es sich eigentlich gar nicht wünschen.

WERTUNG: 8.5/10

Wir bedanken uns bei Nintendo Österreich für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at