Die Zahnräder drehen sich wieder – ultimativ!

Anno 2006 erschient das erste Spiel der Gears of War Reihe – damals noch für die Xbox 360. Bahnbrechende Grafik und technische Revolutionen sollte es mit sich bringen und mich damit ins Staunen versetzen. Nun zum 10-jährigen Jubiläum geht es erneut auf Locust-Jagd. Ich korrigiere: auf ultimative Locus-Jagd!

Das Remake von Gears of War erschien eigentlich schon letztes Jahr, denn Xbox-One-Jünger durften bereits im Sommer 2015 die Disc im Laufwerk drehen lassen. Nun können sich auch PC-Gamer auf das Spiel freuen, wenn es in Kürze in glorreichem 4K zu spielen sein wird. Für die Ultimate Edition zeichnet sich das von Microsoft kürzlich erworbene Entwicklerstudio ‚The Coalition‘ verantwortlich. In rund 18 Monaten wurden dabei über 3.000 Assets überarbeitet, Motion-Captures angepasst und die Steuerung noch einmal verfeinert. Doch kann das Spiel trotz technischem Make-up auch heute noch überzeugen?

Das Team rund um Marcus Fenix hat sich frisch rausgeputzt

Das Team rund um Marcus Fenix hat sich frisch rausgeputzt

Die Story handelt vom Krieg der Locust gegen die Menschen. Diese, in den bereits 79 Jahre andauernden Pendulumkriegen, den Menschen bislang unbekannte Spezies setzt auf vollen Angriff um die Vorherrschaft auf dem Planeten Sera. Folglich verbünden sich die feindlich gesinnten menschlichen Parteien und gründen die KOR (Koalition der ordentlichen Regierungen), um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Nach 14 Jahren gelingt es den Locust schließlich, durch die bis dahin gebauten unterirdischen Tunnel an die Oberfläche zu gelangen und die Menschen mit ihrer unvorhergesehenen Offensive an den Rand der Existenz zu drängen. Die letzte Hoffnung stellen nun die ‚Gears of War‘ dar, respektive einer Handvoll Soldaten der KOR-Infanterie rund um Marcus Fenix.

Ihr übernehmt dabei auch gleich die Rolle von Marcus und schließt euch mit euren Kumpanen Dom, Cole und Damon zusammen, welche euren Weg ohnehin teilen. Aufgeteilt in fünf Akte zu je circa zwei Stunden Spielzeit kämpft ihr euch durch verschiedene Szenarien, wie beispielsweise den Straßen der Stadt oder Fenix‘ Anwesen bzw. cruist mit einem Kampfgefährt über die Autobahn und plättet eure Widersacher. Apropos Spielzeit: In der Ultimate Edition findet ihr sowohl auf Konsole als auch auf PC sämtliche Level, die bei Erstveröffentlichung PC-exklusiv waren. Diese haben sich allesamt in Akt 5 eingenistet und sind ein netter Bonus. Ansonsten ist das Spiel an sich unverändert geblieben. Die Story ist nicht unbedingt die stärkste und auch die deutsche Synchronisation ist – wie schon damals – direkt aus der Locus-Hölle. Der Vorteil der PC Version: Ihr könnt Windows auf Englisch umstellen und das Spiel im Original genießen, denn Microsoft schafft es auch 2016 nicht, dass man seine Xbox One auf Englisch umstellen kann, wenn man in Österreich zu Hause ist.

Das Spielgeschehen zeigt sich in optisch bislang spektakulärster Weise

Das Spielgeschehen zeigt sich in optisch bislang spektakulärster Weise

Das Spiel ist eine wahre Augenweide. Keine Textur blieb unberührt, die 3D-Models wurden allesamt auf Vordermann gebracht und auch die Steuerung geht nun noch besser von der Hand. Hier hat das Entwicklerstudio wirklich großartige Leistung erbracht, sodass das abermalige Durchspielen des Klassikers eine wahre Freude war, läuft es doch in Full-HD (bzw. 4K am PC) mit konstanten 60fps. Freunde des gepflegten Multiplayer-Modus dürfen sich auch noch über weitere Boni freuen. So gibt es nun folgende Neuerungen gegenüber dem Original:

  • 17 Charaktere aus dem Gears of War 3 Multiplayer
  • Neues Level-System, ähnlich dem von Gears of War 3
  • Neue Multiplayer-Modi: Team Deathmatch, King of the Kill (Gears of War 3) & 2v2 Gnasher Execution
  • 19 verschiedene Maps (sämtliche DLC und PC-exklusiv Maps)
  • Online Multiplayer mit dedizierten Servern
  • Enemy Spotting, Multiplayer Tac-com und Anpassung der Sensitivität aus Gears of War 3

Für einige Stunden ultimativem Multiplayer-Kampf sollte also gesorgt sein.

Fazit

Da ich bereits im Sommer die Gears of War Ultimate Edition durchgespielt hatte, war die Motivation es erneut durchzuspielen doch sehr gering. Das merkte ich schon nach der ersten Stunde. Zwischen meinem ersten Streifzug und dem letzten lagen doch immerhin neun Jahre. Jetzt, ein halbes Jahr später mit Versuch Nummer drei merke ich, wie wenig Wiederspielwert eigentlich in Gears of War steckt. Man hat dann doch schon alles gesehen und da haben mich andere Spiele schon viel mehr gepackt. Was den Multiplayer betrifft: hier sieht das schon wieder ganz anders aus. Vor allem Gears of War 2 hatte mir unzählige Stunden meines Lebens geraubt. Der Multiplayer der Ultimate Edition kann hier ganz gut mithalten und motiviert auch für längere Sessions – vor allem, wenn man Freunden eine auf die Zwölf geben kann. Alles in allem passt das Paket trotzdem. Nostalgiker und Neulinge sind hier gut aufgehoben, selbst, wenn eine kleine Staubschicht bemerkbar ist. Spiele haben sich in den letzten zehn Jahren halt doch etwas weiterentwickelt. Trotzdem sollte man Gears of War gespielt haben. Es hatte damals revolutioniert und braucht sich daher auch heute nicht verstecken. Und ihr könnt den Locust so richtig kräftig in den Allerwertesten treten. Stark!

WERTUNG: 8/10

Wir bedanken uns bei Microsoft für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Written by: Michael Pölzl

Geschichten-aus-dem-Leben-Erzähler Wenn mein Handy läutet, lese ich zumeist Namen am Display, die mir schlaflose Nächte bereiten werden. Dieses Mal war es aber gar nicht mal so schlimm, denn es ging um ein Projekt, an dem viel Nostalgie hängt und zugleich ein Thema behandelt, welches genau meinen Nerv trifft: Videospiele! Meine Laufbahn in der Branche hat nun doch schon einige Jahre am Rücken und auch diesmal konnte ich nicht "Nein" sagen. Das Extraleben musste abermals eingeworfen werden und Continue wurde endlich Realität. Aber was mache ich hier eigentlich? Nunja, ich werde mein Auge auf alle technischen Dinge hier werfen und wohl auch das ein oder andere Mal über meine Geschichten aus dem Videospielleben erzählen. Und davon habe ich viele auf Lager, stay tuned! Ach und Leserpost ist natürlich immer willkommen: poelzl@continue-magazin.at